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Zion · 1931-11-01 · 10-11 (11.1931) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
10-11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 100 (sequence 12)
Language
German
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Seite 100 Z T 0 N Nr 10 Gefahr. Die zionistische Organisation leidet daran und richtet mit Recht ihr Augenmerk in hervorragender Weise auf die Chaluz-Gruppeu in der Galuth,"" um ihren Eifer zu erhalten trotz der erheblichen Verminderung der Alijah-Möglichkeiten. Aber nicht von diesen Schwierigkeiten soll hier gesprochen werden. Wesentlich ist auch eine andere Frage. Gerade vom Standpunkt, den ich in der Einleitung entwickelt habe, von dem Gesichtspunkt der Vereinigung von Misrachisten aller wirtschaftlichen und sozialen Anschauungen inner» halb der gesamten Organisation aus. ist zu fragen, ob eine Differenzierung auch innerhalb der Jugendorganisationen möglich und erstrebenswert ist. Die Frage wird zweifellos verschieden beantwortet werden. In dieser Krise des Kapitalismus, dessen Mängel vor allem auf moralischem Gebiete von der Jugend aller Völker in viel stärkerem Maße empfunden werden, wie früher, wird es wesentlich schwerer als früher sein, gerade Jugendorganisationen zu schaffen, die dem Anschauungskreis des Bourgeois oder sagen wir des „Baal-Habajth" entsprechen. Wohl aber wird in den Misrachi-Jugendorganisationen immer der Fehler zu vermeiden sein, in den mehr und mehr die allgemeinen zionistischen Jugendbünde in der Galuth verfallen, nämlich die Ueberwertung sozialistischer Erziehung. Jugendbünde der Linken pflegen eine bis ins Einzelne gehende Durchdringung ihrer Mitglieder mit allgemeiner sozialistischer Erziehung. Alle irgendwie maßgeblichen Werke mit sozialistischen Autoren werden in Heimabenden gelesen, bei Führerprüfungen wird ihre genaue Kenntnis vorausgesetzt, während Erziehung zum Zionismus bei einem großen Teil dieser Bündegrößtenteils in weitem Abstände in zweiter Linie marschiert. In diese Fehler sind natürlich die misrachistischen Gruppen in der Galuth nie verfallen. Sie hätten, soweit wirkliche Arbeit geleistet wird, nicht nur zionistische Erziehung an sich, sondern auch die Kenntnis der alten und neueren jüdischen Quellen, die zur Grundlage der Erziehung gemacht werden. Erst aus einer allgemeinen zionistischen Einstellung heraus soll dann dazu übergegangen werden, die sozialistische Entwicklung, die sozialistischen Fragen Erez-Israels zu betrachten. Die Schwierigkeit der Leitung von Jugendorganisationen der heutigen Zeit, die zwischen einem stark reaktionären Chauvinismus und Kommunismus kaum mehr eine bürgerliche Mitte kennt, ist nicht zu verkennen. Umsomehr muß es heute die Aufgabe jeder verantwortungsvollen Organisation sein, sich liebevoll der Arbeit unter der Jugend anzunehmen und ein gut ausgesiebtes Führermaterial zu schaffen, dem man die Aufgabe anvertrauen kann, mit jugendlichen Menschen über die in ihrem Gesichtskreis tretenden Probleme zu sprechen, die nicht mehr wie früher aus der Erfahrung eines wenn auch noch so arbeitsreichen Lebens heraus beantwortet werden kann. (Schluß folgt). Zur Lage Von Dr. Samuel Grimberg. Die Würfel sind gefallen. ■- Nach lange in Zögern — drei Monate nach dar Widah Olaniith in Basel — hat die Landeszentrale des deutschen Misrachi, auf Grund der .Beschlüsse des Delegiertentages vom Mai d5. Js., den Austritt aus der Misrachi-Weltorganisation erklärt. Es halfen nicht die Beschwörungen der Gegner des AustrittSj die an genanntem Delegiertcntag von der Sprechbühne aus laut erklärt haben, daß der Austritt auch eine Spaltung des deutschem Misrachi bedeuten würde, es nützten nicht die Lehren der katastrophalen Weltlage und ihre Auswirkungen. Der Delegiertentag hat nun einmal gesprochen, eine Anzahl von Resolutionen beschlossen, von denen die Punkte 5 bis S als ultimativ bezeichnet werden, in dem Sinne, daß ihre Ablehnung den Austritt der deutschen Landesorganisation des Misrachi aus der Weltorganisation bedeuten würde (vgl. Zion Nr. 5 5 S. 60). Da nun die Weidah Olamith die Annahme jener in Punkt 5 bis 8 aufgestellten Forderung teilweise oder ganz abgelehnt hat, so mußte (?) die Landeszentrale den ihr auferlegten Auftrag zur Ausführung bringen. So argumentiert die Leitung des deutschen Misrachi. Sehen wir uns aber die Sache näher an, so müssen wir zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommen. Die Gründe, die zu den Unstimmigkeiten innerhalb des Weltmisrachi geführt haben, sind allzubekannt. Mißwirtschaft und Poüiikasterei sind die schweren Sünden, die dem Misrachi vorgeworfen werden. System- und Personenwechsel, Sanierung der unhaltbaren Verhältnisse war-, den immer dringlicher verlangt. Doch die Kalamität wuchs, und mit ihr die Erregung besonders in den Kreisen der westeuropäischen Misrachisten, da alle Bemühungen in genannter Richtung vergeblich zu sein schienen. Die schärfste Opposition zum Merkas wurde angekündigt. Eines Tages jedoch erscholl i n L:iger der deutschen Misrachisten der Ruf nach dem

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