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Zion · 1931-11-01 · 10-11 (11.1931) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
10-11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 99 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10 Z I 0 N Seite 99 niemals aber gewertet werden können als verpflichtende Stellungnahme der misrachistischen Gesamtorganisation. Mit diesen Einschränkungen folge ich der Aufforderung des Zentralbüros,, zu dem Thema soziale und wirtschaftliche Arbeit in Erez Israel einige Worte der Einleitung zu dem Delegiertentag des deutschen Misrachi zu sagen: I. Eine Differenzierung in bezug auf die Stellungnahme zur sozialen Frage hat sich innerhalb des Misrachi durch die Gründung des Hapoel Hamisrachi vollzogen, eine Differenzierung, indem sich hier eine Organisation von arbeitenden Kreisen aus Erez Israel avif Grund bestimmter sozialistischer Gedankengänge zusammengeschlossen hat. Wer die Bedeutung der palästinensischen Arbeiterorganisation kennt, wird diese Entwicklung für notwendig halten, wer die Gefahren dieser Organisation in kultureller und religiöser Beziehung kennt, wird die Schaffung des Hapoel Hamisrachi begrüßen. Sie ist innerhalb des Misrachi wesentlich mehr begrüßt als gefördert worden. Die Förderung kann nicht allein in materiellen Zuwendungen bestehen — auch diese entsprechen in keiner Weise der Bedeutung dieser misrachistischen Organisation — sie muß vielmehr auch darin bestehen, daß man der Arbeitergruppe freie Betätigungsmöglichkeiten beläßt und sich von unnötiger Bevormundung zurückhält. Es ist verständlich, daß in den Neuland vieles auf den ersten Anhieb nicht gelingen konnte, es wäre aber gerade hier falsch, öffentliche Wirtschaft mit privater zu verwechseln. Es gibt Schöpfungen des arbeitenden Palästina, die mit mehr oder weniger großem Defizit abgeschlossen haben und bei denen es sich dennoch herausgestellt hat, daß sie Leistungen aufzuweisen hatten, die über die kurzen Jahre ihres Bestehens hinaus in einer entscheidenden Weise auf den Aufbau des Landes gewirkt haben, die den Boden vorbereitet haben, auf dem nützliches (icbict werden konnte, die einen Stamm von Arbeitern mit zunächst übermäßigen Kosten für eine Spezialarbeit vorbereitet haben, sodaß man jetzt erntet, was damals gesät worden ist. Natürlich muß (Einzelheiten müssen in dieser kurzen Darstellung unterbleiben) zugegeben werden, daß in vielem auch dilettantisch gearbeitet worden ist. Mau wird solche Fehler umso eher vermeiden, je mehr man durch die Herstellung eines wirklich freundnachbarlichen Verhältnisses in der Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens es versteht, durch fachmännische Beratung in wirtschaftlichen Fragen Einfluß auf diejenigen Kreise zu gewinnen, die in der praktischen Arbeit in erster Linie stehen. In hervorragendem Maße wird es auch darauf ankommen, daß zwischen, den palästinensischen Arbeiterorganisationen ein gutes Verhältnis herrscht und daß unbeschadet der sicherlich nicht ,zu unterschätzenden Differenzen in kulturellen und auch sozialen Fragen die Ergebnisse sozialer und wirtschaftlicher Expertisen der Gesamtheit der Arbeiterschaft zugute kommt, je mehr die allgemeine Arbeiterschaft des Landes ihr Programm ausbaut, spezialisiert und die ganze Persönlichkeit jedes ihrer Mitglieder für die Organisation fordert. Je weniger also sie sich auf die rein gewerkschaftlichen. Fragen zurückzieht, umso mehr Verständnis müßte sie dafür haben, daß Arbeiter, deren Anschauungsweise von der offiziellen Histadruth abweicht, die Möglichkeit haben müssen, sich i.n einer eigenen Organisation zusammenzuschließen, und daß es im Interesse der Gesamtheit liegt, die Gesamtheit der jüdischen Arbeiterschaft des Landes, unabhängig von ihrem Parteibuch, arbeitsfähig zu erhalten. Es kann im allgemeinen mit Genugtuung festgestellt werden, daß die Reibungsfläche sich vermindert hat, daß das Getülil dafür, an Dingen, die Juden heilig sind, nicht in aufreizender Weise zu rühren, stärker geworden ist, und jeder Fortschritt auf diesem Wege ist ein Ziel, das der Misrachi aus tiefstem Herzen begrüßt. II. In diesem Zusammenhang gehört die Frage der Jugendorganisation in den Galuth-Ländern. lieber die Notwendigkeit, die Jugend" zu erlassen, kann heute im Zeilalter der allen Gruppen bis ins Extrem getriebenen Organisierung jugendlicher und jugendlichster Kräfte nicht gesprochen weiden. Vorbedingung dafür, daß eine Jugend erfaßt werden kann, ist: aber, daß man ihr ein ihrem Denken und Empfinden angepaßtes Arbeitsprogramm gibt und ihrem Streben ein Ziel weist. Die misrachistischen Jugendgruppen sind ausnahmslos der Brith-Ohmmh sehe! Zeire-Ikvhaiuz- Wehapoel-Hainisrachi angeschiosVen. sind also als Vortrupp des Hapoel Hamisrachi in ähnlichem Sinne aufzufassen, wie es etwa der allgemeine Hcchaluz in Deutschland der J. J. \Y. B. u. a. für die Histadruth sind. Jugendgruppen, sagen wir ..baalbatischen" Typs existieren nein. eine Erscheinung, die nicht auf den Misrachi beschränkt ist. In Einzelfällen ist versucht worden, lokale Gruppen zu schaffen die nicht als Vorstufen zur Chalu/iuth dienen sollen -- gelungen ist es bisher m. W. nirgend, sie zu halten. Diese Entwicklung ist im Zeitalter verringerter Einwanderungsmöglichkeiten nicht ohne

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