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Zion · 1931-11-01 · 10-11 (11.1931) · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
10-11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 98 (sequence 10)
Language
German
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Seit* 98 ZION N> 10 zur positiven Arbeit frei. Jahre hindurch mußten immer wieder unsere Tagungen, ob es Delegiertentage, ob es Zentralkomrniteesiizungen des deutschen Misrachi. oder ob es Versammlungen des Waad Haroschi der Weidot oder der misrachistischen Fraktion der Kongresse waren, ausgefüllt werden mit Kämpfen gegen die Leitung und gegen die Stellung großer misrachistischer Landesorganisationen. Sogar wenn wir nicht überzeugt wären, daß wir seit Jahren, im Recht waren und daß vieles anders aussähe, wenn man uns gefolgt wäre, sogar wenn wir glauben konnten daß diese Kämpfe auf falschen Anschauungen unserer Gruppe beruht hätten, sogar dann müßten wir sagen, es dient der Idee besser, wenn statt dieses Ausfüllens aller Tagungen mit Streit, statt dieser Verzettelung der Kräfte in nutzlosen Kämpfen, beide Gruppen Kopf und Hand frei bekommen zur positiven aufbauenden Arbeit. Es war im letzten Jahre schon nur noch ein Scheinzusammenhang, der aufrecht erhalten wurde. Mittel wurden direkt durch Vertrauensleute nach Erez Jisrael gesandt und nicht mehr durch die Leitung. Die unseren Gesinnungsgenossen zustehenden Sitze im Waad Haroschi waren unbesetzt, und dennoch mußten große Kräfte, die fruchtbarer Arbeit dienen konnten, für den Kampf verbraucht werden. Zwei Delegiertontage des deutschen Misrachi, die sich nur mit diesem Kampf beschäftigten, reichlich die Hälfte der Sitzungen der Weida in Basel etc. Jetzt sind die Kräfte frei zu neuem Werk. Es soll so wenig wie möglich von Kampf gehemmt sein, es soll so weit es an uns liegt, positiven Aulgaben zugewandt sein. der Zukunft und nicht der Vergangenheit. Wir wollen die Freiheit nützen, die wir uns geschaffen, wollen versuchen auf die Menschen zu wirken mit der Reinheit unserer Idee, die nicht mehr gehemmt ist durch parteipolitische Befehle. Wir wollen das, was wir in der alten Organisation erkämpfen wollten, in der Neuen von Anfang an zur Tat werden lassen. Männer jeden politischen Bekenntnisses sollen Platz und freieste Betätigungsmögiichkeit in unseren Reihen haben. Was uns eint, ist nicht Politik, darum soll uns Politik nicht trennen. So wollen wir die Basis unserer Organisation verbreitern, alte Freunde, die wir verloren, zurückgewinnen, Neue an uns heranziehen, weil sie sehen, daß nur das, was auch ihnen teuer ist, von uns erstrebt und erarbeitet wird, und daß es nicht verschlackt und verunreinigt wird durch Vermischung mit Politik. Wir wollen wirtschaftlich unseren Kräften entsprechend, daher zunächst wohl klein arbeiten, aber entscheidendes Gewicht darauf legen, daß nicht begonnen wird, was wir nicht durchhalten können. Die wertvollen Menschen, die wir schon im Lande haben, die Stützpunkte, die ihre Arbeit geschaffen hat, werden uns Hilfsmittel sein um auch geringere Mittel durch Hinleitung an die richtigen Slellen fruchtbarer zu machen als es bisher vielfach größere sein konnten. Wo wir gemeinsam mit dem alten Misrachi arbeiten können, werden wir dies gern tun aber unbelastet und frei von dem womit die Verantwortung für seine Arbeit unsere Kräfte lähmt. Möge der neue Weg uns bald unsere.n Ziel näher bringen! Zur sozialen und wirtschaftlichen Arbeit in Erez-Israel Von Lazarus Barth. Der deutsche Misrachi ist bei der Formulierung seiner programmatischen Forderungen immer davon ausgegangen, daß die Basis der Organisation so breit sein müsse, daß jeder, der das misrachistische Programm bejaht, (den Aufbau des jüdisch-nationalen Heims in Erez Israel nach den Grundsätzen der Thorah und Mcssoralt.) die Möglichkeit hat, sich innerhalb der Organisation freudig zu betätigen, wie auch immer die Anschauung der einzelnen Misrachisten in por litischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen auseinandergehen mögen. Wir glauben, daß das Ideal des Misrachi stark genug ist, alle diejenigen zu vereinen, die sich zu diesem Gedanken beken nen. Gerade, weil wir davon überzeugt sind, daß der Gedanke des Aufbaus Erez Israels in echt jüdischem Sinne geeignet sein muß, die Masse derer, die tief an ihrem Judentum hängen, zu c-'itflammen und zu Leistungen anzuspornen, gerade deshalb haben wir uns allen Bestrebungen widersetzt, das Ideal des Misrachi in die Niederungen der Tagespolitik hinabzuführen. Alle Kräfte, die wir erfassen können, sollen die Möglichkeit haben, sich frei zu bewegen, niemand soll gezwungen werden., widerwillig der Arbeit seiner Organisation zuzusehen, weil er in Fragen, die nichts mit dem programmatische^ Leitsatz des Misrachi zu tun haben, von Beschlüssen der Konferenzen dissentiert und sich zur Untätigkeit verurteilt sieht. Daraus ergibt sich, daß innerhalb der Organisation, alle Anschauungen Platz haben müssen, die in Einklang zu bringen sind mit dem Grundgedanken des Misrachi. Und so wird das, was einzelne auch führende Misrachisten über politische oder wirtschaftliche Fragen sagen, ihre eigene Anschauung oder die eines mehr oder weniger großen Teiles der Organisation sein,

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