Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 10-11 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 97 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Z I 0 N Seite 97 Bringen wir das Beste, was wir in uns tragen, mit, so wird aus unserem Bemühen Dauerhaftes erwachsen, das unseren heißen Wünschen, unserem Werk eine Heimat und unserem Gemeinwesen die neue Kraft der alten Thora zu geben, Erfüllung verheißt. Der neue Weg Von Dr. A. Barth. Wir stehen vor der Konferenz des deutschen Mis.aehi und es scheint mir nicht am Platze deren Ergebnissen in Einzelheiten vorzugreifen. Wie sich die Probleme der Organisation und der Arbeit regeln werden, wird diese Konferenz autoritativ zu beschließen haben. Wohl aber ziemt es, an einem solchen Wendepunkt einige grundsätzliche Feststellungen zu treffen. Die Wichtigste zunächst: wir werden unserem alten Programm die Treue halten. Kein Teil unserer alten Ideen ist von uns mit dem Ausscheiden aus dem Wcltmisrachi preisgegeben, worden, noch soll derartiges in Zukunft geschehen. Unser Schritt bedeutet nicht ein Abweichen von unserem Weg zum Ziel, sondern das Beiseiteschaffen von Hindernissen, die uns diesen Weg verbauten. Es gibt wohl niemanden unter uns, dem der Entschluß nicht schwer gefallen wäre, aber unser Ideal muß uns höher stehen als Organisationsformen, mögen, diese uns auch noch so lieb und teuer sein. Zwei Aufgaben sind es, die für den Misrachi grundlegend sind: Erziehung oder Beeinflussung der Einzelnen im Sinne unseres Programms — praktische Aufbauarbeit in Enz-Israel. t'm beide kämpfen wir seit Jahren. Bei beiden erwies sich die bisherige Organisation in immer steigendem Maße für uns nicht als Förderer, sondern als Hinderer. Wollten wir unserer Aufgabe nicht untreu, wollten wir nicht um der Organisation willen die Idee opfern, so mußten wir uns aus der Organisation lösen. Erziehung oder Beeinflussung des Einzelnen: .las gilt inner- und außerhalb unserer Reihen. Wir haben eine mächtige Aufgabe in der Heranziehung unserer Jugend, in der Erziehung der Gewonnenen zum tiefen Verständnis für die Ideale des altneuen Judentums. Wir haben aber auch stets die Notwendigkeit. Menschen, die ihrer ganzen Natur nach niemals in unsere Reihen treten werden zum Verständnis für unsere Ideale zu gewinnen, damit wir sie als Bundesgenossen bei Kongreßentscheidungen und, was wichtiger ist, als Werber für eine veiMändnisvollc Zusammenarbeit in Erez jisrael gewinnen. Diese großen schon an sich so schwierigen Arbeiten wurden uns durch den Weg, den der Weltmisrachi seit Jahren nahm und durch die Art seiner Leitung nahezu unmöglich gemacht. Man verstand es nicht und konnte es nicht verstehen, daß wir auf der einen Seite auftraten mit der Forderung der reinsten Idee treu zu bleiben oder treu zu werden, der Wahrheit zu dienen, dem Recht und dem Frieden auf denen sich die Welt aulbauen soll, und daß wir daneben in Fragen, die nichts mit unserer Idee zu tun hatten blind Parteikommandos folgen, gegen Forderungen stimmen mußten, die uns richtig erschienen, gegen Anträge, die uns fördernswert erschienen. Und wir konnten es nicht verhindern, daß bei denen, die wir gewinnen wollten sich der Gedanke festsetzte, daß wir Religion und Kultur als Vorwand für politische Macht mißbrauchen wollten. Dadurch entglitten uns gerade die Besten, verloren die. dkl wir gewonnen hatten oder gewinnen wol'tcn immer mehr das Vertrauen, auf dem gerade eine Bewegung wie die unsrige beruhen muß. Wo andere Gruppen ein Erstehen neuer Mitstreiter sahen, mußten wir immer mehr und mehr resignieren, und es gab nur noch die Wahl, der Organisation treu zu bleiben und zu wissen, daß sie immer weiter und weiter ein hohler Körper werden würde, der nichts mehr umschlösse, oder um der Idee willen die Organisation neu und selbständig aufzubauen. Das gleiche gilt für die praktische Arbeit. Es soll hier nicht zu Gericht gesessen werden, es soll auch an dieser Stelle garnicht im einzelnen abgewogen werden, woher diese, woher jene Fehler psychologisch zu erklären sind. Es muß nur festgestellt werden: die Möglichkeiten zu praktischer Aufbauarbeit, die von uns durch das Medium des Weltrisrachi geleistet wurden, verringerten sich in den letzten Jahren immer weiter. Wo wir um der Wahrheit willen nicht verhehlen konnten von welchem Mißtrauen wir gegen die wirtschaftliche Führung dieser Organisation erfüllt waren, wo auf allen Tagungen befreundete Gruppen und wir erfolglos um eine Reorganisation dieser Wirtschaft kämpften, da konnten wir nicht erwarten, daß viele Menschen sich bereit finden würden durch diesen als unzulänglich erkannten Kanal die Mittel, die sie geben wollten nach Erez jisrael fließen zu lassen. Was auch immer die selbständige Organisation für ihre Arbeit aufbringen wird, es wird mehr sein und es wird leichter zu erhalten sein als das, was unter gleichen wirtschaftlichen Voraussetzungen für die alte Organisation zu erlangen gewesen wäre. Vor allem aber: es werden endlich die Kräfte '