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Zion · 1931-11-01 · 10-11 (11.1931) · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
10-11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 95 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Z I 0 N Seite 96 Wir halten die Rolle der Erkenntnis für die jüdische Rolle in der Geschichte fest. Die Formulierung bx : -rsat? rvnis »ne» ] ramv njn h'jviji 'n min Sn ist unvergänglich. Aber im Judentum war Erkenntnis nie von Wirkungauf Leben und Tat gelre.mt, um wieviel wer. i er kann sie es im Z'-aismus sein. So kann sich unsere Aufgai e nicht auf geschichtsphüosophische, reiigiousphilosophische Fragen beschränken, kann auch Studium der Halacha nicht völligabseits vom Leben bleiben. Hier gilt das Wort: Sna nryo N'acis» -na^n Die Uebung der Mizvvoth als Pflicht von Individuum und Gemeinschaft, der stets erneute Bund mit Gott durch diese Handlungen und die Verbindung mit dem Nebenmenschen, aber nicht nur mit ihm als einzelne'?, sondern mit dem Völksganzen, und endlich der geheiligte Dienst am Volk — das erst u.nieint den Pflicntenkreis. Alles Nationale religiös durchwirkt, alles Religiöse in die nationale Sphäre einbezogen — es ist vergebene Liebesmühe, Anfang und Ende des Knäuels zu sondern. Das macht uns zur nnx ro'an Leinen und Geschichte verweisen uns auf Wirken und Schaffen, das sich nicht im Bezirk von Gemeinde und religiöser Gemeinschaft, im Dienst der Menschenliebe erschöpft, sondern eminent politisch ist. So muß die Nation auch aus eigener Erkenntnis und Kraft di? Gallith zu überwinden streben und eine Heimat finden, die sie nicht erst zu suchen braucht. Der Kreislauf der Historie führt auf das Land zurück, das unser war und deshalb ist. Vom Gesetz geheiligt, von der Lehre erhöht, von der Dichtung verklärt und der Sehnsucht der Vertriebenen begehrt, ist es nun endlich vom praktischen Sinn des Politikers neu in die Wirklichkeit hineingestellt worden. An der Schwelle der neuen Arbeit, diewir im deutschen Misrachi nun auf uns nehmen, bekennen wir uns zum Primat Erez Israels in unserem Wirken. Des Landes Rolle in unserem Weltbild, in unserem Programm, steht fest. Aber es geht darum, in der Praxis den Vorrang der Heimat und ihres Ausbaues vor anderen nationalen Aufgaben zu sichern. Ohne, daß in diesem Aufsatz das Detail der Arbeit für Erez Israel festgelegt wird, sei es mit großem Nachdruck betont, daß wir ganz tief uns der Verpflichtung, unseren Schritt für Selbständigkeit durch eine ansehnliche Leistung für Erez Israel zu rechtfertigen, bewußt sind. Wir wollen für das kolonisatorische und kulturelle Werk werhen und Mittel aufbringen, die für Erhaltung und Entwicklung von Wert sind. Aufgabe der Tagung ist es, unsere Möglichkeiten zu prüfen und die Zwecke zu bestimmen. Für Kibbuz Rodges werden w.'r gewiß tätig sein, um setneu Etat zu sichern u:vi den Irgim zu verwirklichen. Darüber hinaus wird, wie wir hoffen, noch anderwärts unsere Mitwrkung zur Geltung gelangen. Hier wird auch die besondere Stellung unserer Zeirim mitbestimmend wirken. Der kulturellen Aufgaben gibt es gar viele. Ich glaube, wir werden vor allem im Mittelschulwesen (hierher zähle ich auch die Seminare) ein Bestätigungsgebiet finden. Was R. Binjamin kürzlich im „Hahed" dazu schrieb, deckt sich weitgehend mit dem, was im engeren Kreise der Landeszentrale schon wiederholt erörtert wurde. Schranken unserer Hilfe bilden nur unsere Geldmittel, die nur allzu gering sind. Aber wir müssen versuchen, etwas Ansehnliches aufzubringen. Uebrigens gibt es Gebiete kultureller Arbeit, die den Rahmen des Sciiulvvesens überschreiten und allzu sehr s ernachlässigt worden sind. In der Förderung einer lebendigen Jugendbewegung und ihrer besonderen kulturellen Bedürfnisse und in der ernsten Fürsorge für geistige Fortbildung der schulentwachsenen Jugend, endlich in der Teilnahme an grundsätzlicher Gestaltung unserer geistigen Probleme wird sich ein weites Feld für uns eröffnen, das von Budgetfragen weniger abhängig ist als manches andere. Wir werden Kontakt mit dem Kreise suchen, der sich um Männer wie R. Kook, R. Assaf, Prof. Frankel u. a. schart. Arbeiten auf diesem Gebiete bedeuten nicht immer völlige Uebereinstimmung. Aber sicherlich ist gerade dieser Kreis durch die religiöse Tiefe und geistige Reife seiner Führer von großer Anziehungskraft und Bedeutung für uns. Auch in den Fragen, die die Welt des reinen Denkens betreffen, legen wir c ntseheidenden Wert darauf, auf die Stimme Erez- Israels zu horchen. Die Thora und Weisheit dieses Landes verdient die Wertschätzung, die unsere Großen ihnen zollten. So ist unser Land auf der ganzen Linie Ziel und Objekt unserer Arbeit. Wir suchen es mit der Seele. In Erez. Israel werden auch die Probleme besonders akut, die die Welt seit langem leidenschaftlich bewegen: die soziale und die wirtschaftspolitische Frage. Die Besonderheit, daß in Erez Israel ein Land im Aufbau sich vor diese Entscheidungen gestellt sieht, die anderwärts entwickelte Gemeinwesen beschäftigen, gibt ihnen die Note höchster Dringlichkeit. Zugleich stehen wir in Erez-lsrael da nit vor einer Lösung, die die Leistung im Laude über einen einfachen nationalen K:!op.isationsverst:ch emporhebt und die

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