Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 8-9 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 83 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8/9 Z 10 N Seite 83 und Verhältnisse, welche für die Wesensart des Weltmisrachi charakteristisch waren lange vor der Zeit, als eine internationale Krise eine so schöne Möglichkeit bot, die Lage der Dinge zu entschuldigen. Das würde dann auch zu einer eingehenden Analyse der erwähnten finanziellen Lage führen, von deren Vorhandensein allein in dem Rundschreiben die Rede ist. Und nur in dieser Hinsicht ist der Bericht eine naturgetreue Wiedergabe der Wida, die jede Möglichkeit, diesbezüglich einigermaßen orientiert zu weiden mit fabelhaftem Erfolg zu umgehen gewußt hat. Auch die Verfehlungen der Landeso. ganisationen könnten wir genauer darstellen, unter Beschreibung der Art wie der Merkas dieser Pf.ichlv-crges.-enheit stets entgegengetreten ist. Spricht, der Merkas denn nicht immer noch von Farbstein als „dem Vorsitzenden des polnischen Misrachi, einer unserer Größten, den wir in die Exekutive entsandten'". Wir haben in Basel von den finanziellen Leistungen Polens und von der Haltung Farbsteins Kenntnis genominen, als dieser im entscheidenden Augenblick die Einigkeit des Misrachi und dadurch seine Zukunft in der Hand hatte. Es spricht Bände, daß die Organisation trotz Basel ausgerechnet ihn zu einem der Größten stempelt. Dieses für diejenigen, die behaupten, daß wir unseren Kampf nur gegen den Merkas führen. * Viele Worte weiden auch den Versuchen gewidmet, welche darauf hinzielten den Fraktionszwang einzuschränken. Nicht nur das ein Vo.stoß gemacht wurde gegen die Antwerpener die — später in Danzig amendiert — vorschreibt daß die Minderheil auf dem Kongreß verpflichtet ist, abzustimmen wie die Mehrheil wählend der Fraklionssitzung beschlossen hat. es s-ei denn, daß zwiej. Drittel der Fraktion von dieser Bestimm, ng Abstand nimmt, — nein uiSiN'VKn nen r.x lyiv? 1x2 'mian b v. Glücklicherweise — so fährt der Merkas fort — konnte dieser Antrag nicht einmal zur Abstimmung gelangen. Die Delegierten aus Deutschland und der Schwei/, erhielten auf Grund des Danziger Amendements das Recht, in politischen Angelegenheiten ihre Stimme n.ich eigener Auflassung abzugeben, und im übrigen e.schlen der Misrachi g e s c h 1 o s s c n auf dem Kongreß, ausgenommen — so wird schnell hinzugefügt — in Einzelfällen, bei den.-n sich einmal einer der Delegierten (lies: Farbstein) von der Gemeinschaft trennte (lies: für die revisionistische politische Resolution stimmte). Wir stellen daher fest: die als so bösartig ve/schrieenen dei.tschen und schweizer Vertreter erwarben sich ihren Freibrief auf legalem Wege im Gegensatz zu Farbstein, der keine besondere Erlaubnis nötig hatte, um — in der Ausdrucksweise des Merkas — die ganze ideologische Basis des Misrachi zu untergraben. Der Antwerpener npin ging übrigens eine interessante Betrachtung des Rabbi Fischmann voraus, in der gesagt wird, daß der Misrachi im Einklang mit seinem Charakter seinen Mitgliedern gänzliche Freiheit in den Fragen geben muß, die mit dem geistigen Programm in keinem Zusammenhang stehen. („Hator'", 16. Juli 1926). Er ist also der geistige Urheber dieser Untergrabung der Ideologie; nichtdestoweniger feiert ihn die Wida in Basel als den größten Historiker und Theoretiker des Misrachi. Gleichzeitig aber stempelt sie Farbstein zu wnjnan »Snja ins. * Mit großen Tönen wird Meldung gemacht von der Reorganisation der finanziellen Arbeit durch Einsetzung eines Direktoriums für den Keren-Erez- Israei unter erprobter Leitung des Rabbi Teitelbaum, der auf diesem Gebiet schon so ausgezeichnet gearbeitet hat, und selbstverständlich von dem Zustandekommen der neuen Abteilung für Tarbuth und Chinnuch, an deren Spitze Rabbi Fischmann stehen wird. Wie verlautet hat Sirkis den Posten eines Schatzmeisters übernommen, und wir haben jetzt ein Budget, nicht in Zahlen, aber in Prozenten von dem was eintrifft. Nach dem Stillhalteabkommen ist dies das letzte finanzielle Novum. Auffallend ist der Jubelton, der über die Jugend, die in Basel so reichlich vertreten war, angestimmt wird. Ueber den Ton, in dem Vertreter dieser Jugend dort gesprochen haben, schweigt der Bericht, was noch mehr auffällt. Und über die Wahl der Mitglieder des Waad Haroschi heißt es: „Um die Arbeit der Mitglieder des Waad zu festigen und damit ein jeder seine Pflichten dem Merkas und der Organisation gegenüber kennt und anerkennt, damit dieses Institut bei seiner Arbeit als lebendiger Organismus sichtbar sei, hat die Wida beschlossen einen besonderen Präsiden:en für den Waad zu wählen und diese wichtige Krone hat sie auf das Haupt unseres großen Chawers Rabbi Fischmann gesetzt, in der Hoffnung, daß diese Tatsache die Arbeit des wichtigen Waad fördern wird". * Was steht nun aber im Bericht über die Opposition, über das Ultimatum Deutschland , über die drohende Austrittsgefahr oder über die scharfe Kritik einer Anzahl Mitglieder der finanziellen Kommission? Darauf lautet die verblüffende Antwort — nichts! Kein Satz und kein Wort, nicht einmal eine Anspielung! Was soll man dazu sagen? Ist jedes Wort über diese charakteristische Haltung nicht schon zu viel? D a s war das Debüt des „neuen"' Merkas. Dem Wesen nach eine Wiederholung der alten Tragi-Komödle. Dieselben Künstler, dieselbe Regie. Nur die Dekoration etwas abgeändert.. Wir werden dicsesmal die weiteren'Aufführungen nicht abwa ter. Auch keine ausführlichen Kommentare lie.ern. Die Zeit der Referate und Artikel ist vorüber. Wir