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Zion · 1931-10-01 · 8-9 (10.1931) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
8-9 (10.1931)
Date
1931-10-01
Page
Seite 80 (sequence 6)
Language
German
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Seite 80 Z I 0 N Nr. 8/9 Weggenossen begrüßen, wo immer sie ohne Schädigung unserer Prinzipien möglich ist. Es versteht sich von selbst, daß unser Entschluß, aus dem Weltmisrachi auszutreten, und irmtj? ni»-i2 z-u stehen, uns große Verpflichtungen auferlegt. Wir haben mit den schwersten Widerständen, die die Ungunst der Zeit uns entgegensetzt, zu ringen. Wäre es nicht an dem, so würden wir uns zu der Hoffnung berechtigt sehen. Ansehnliches in Erez-Israel zu leisten. So wie die Dinge jetzt liegen, kann unsere selbständige Lei- 1 stung nicht übermäßig groß sein. Wir werden aber alles tun, um unsere tiefste Verbundenheil mit Erez-Israel zu bekunden und werden an dem Kulturwerk und der kolonisatorischen Arbeit Anteil nehmen. Es ist uns heute noch nicht möglich, genau festzulegen, welche Schulen und welche Siedlungen unser besonderes Interesse finden werden. Das kann erst die Konferenz, die bald tagen wird., bestimmen. Sicher ist, daß der Kibbuz Rodges besondere Ansprüche an uns und unsere tätige Hilfe hat. Wird die von uns repräsentierte Richtung im Zionismus auch anderwärts Anhang gewinnen — und manches spricht dafür — so kann unsere praktische Palästinaarbeit auch schon in kurzer Zeit größere Ausmaße annehmen. Wir sind unserem Gewissen gefolgt. Der Erfolg in der praktischen Arbeit ist allein kein Maßstab für die Gerechtigkeit unseres Handelns. Wir wollen den hehren Gedanken des von der Ueberlieferung erfüllten Zionismus von Schlacken befreien und die politische Praxis nicht gegen jenen zeugen lassen. Wir vertrauen darauf, daß unser Schritt, der eine Reinigung sein soll, zu einer neuen Aera thoratreuen Zionismus führt, dem die Anerkennung nicht versagt bleibt. Der Besinnung und ihrer würdigen Vertretung auf unsere eigentlichsten Aufgaben wird eine Renaissance des zionistischen Lagers folgen, in dem wir stehen, wird es auch zahlenmäßig stärken und für Erez-Israel segensreiche Wikuneen. haben. Wir sind aus dem Misrachi ausgetreten. Bald werden wir zusammentreten, um über die neuen Formen unserer Arbeit zu beraten. An alle unsere Freunde ergeht der Ruf, uns zu folgen, die Billigkeit unserer Entscheidung anzuerkennen, mit erneuter Kraft an das neu-alte Werk zu gehen. damic der Idee des thoratreuen Zionismus eine Gasse gebahnt und eine erfolgreiche Verwirklichung •gesichert werde! Umschau Jahreswende im Zeichen höchster Wirtschaftsnot. Liberale Juden, diesmal noch anspruchsloser in der Befriedigung religiöser Bedürfnisse, beschränkten i :re religiöse Tätigkeit dies Jahr darauf, den Beainlenabbau durchzuführen, die Stiftung des Lehrstuhls an der Jerusulemer Universität wieder aufzuheben usw. Sonst mutete dieser (ahresschluß genau an. wie die anderen. Lud nur eines unlerscher 'ei uns von den früheren: nicht ein Jahr .seh'ießt. sondern eine Epoche der Geschichte. Heute sieht die Menschheit in Trümmer fallen, was Jahrhundert.- aufgebaut haben. Vor 13 Jahren war der grauenvollste K t g zu Ende, den die Geschichte Kuropas kennt. i) eifcehn Jahre Arbeit -- jetzt aber sind auch die neuen Walleu geschmiedet zum Kriege voreist gegen die ..inneren" Feinde. sind Mauern gebiut. um jedes Land und Ländchen, um den Verkehr zu hemmen. Dreizehn Jahre Geld zusammengerafft Iiiiben und drüben, und kein .Sach\ersländiger" weiß, wo das Hexcngo'-d geblieben ist.. Erez-Israel galten auch in diesen Tagen unsere Gedanken. Was wächst dort heran? Unter den Spott, mit dem man uns Zionisten von Anf ing an beworfen hat. war das Wort von der Rückkeh ' zum Asiatentum. Iis hat guten Grund, daß dies Schlagwort allmählich verschwunden i t. Der Stolz um das Europäertum ist dem Europäer abhanden gekommen, und die Auseinandersetzung zwi-chen Asien und Europa, die jetzt in London in ein neues Stadium getreten ist. hat für uns ein, stark aktuelles Interesse. Ist Ercz-Lrael die Brücke zwischen beiden, so haben sich auch seine Bürger als Brückenbauer und Wächter der Brücke zu fühlen. Es sind kluge Männer, die in London — nicht einander gegenüber .-ordern n b ne u n V" — i zcn. die Vertreter Englands un I Indiens. Wenn zu der Klugheil des' Geistes a ich die des Herzens tritt, so ist zu hoffen, daß Zukuiü'tstvächiiges von dort ausgehen wird. Gute Omina: die Beschall, die Gandhi nach Palästina sandte, und - auf anderer Ebene — die siaatsmännische Antwort Lo:d Sankevs auf die erste große Rede des indischen Führers. Weniger wichtig in diesem Zusammenhang: die Umbildung des englischen Kabinetts. Denn wenn diese Blätter erscheinen, wird es vor der neuen Umbildung stehen, und so werden die Freunde unserer Sache nicht die -Zeit, finden, in der Palästina-Politik etwas zu tun. infoige der großen Sorgen, die heute das Londoner Kabinett bedrücken. Bedeutungsvoller ist schon, daß Lord Faßlich! nicht mehr sein Amt ausübt. AVenn er jetzt: die Summen der arabischen Presse liest, die voll Hohnes über England sind und voll kämpferischen Radikalismus, wie nur ein verheiztes europäisches Land, — wird er nicht mit gleicher müder Resignation die Bilanz seiner Tätigkeit ziehen, wie es Chancelior getan, als er das Land \ erließ? Welche Früchte h it beider Tätigkeit, ge-

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