Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 8-9 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 79 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8/9 Z I 0 N Seite 79 Kernau[gaben des Misrachi. die auf religiös-kulturellem Gebiete liegen und desh üb Schulwesen. Ausbau religiöser Institutionen. Vertiefung der national-religiösen Idee und ihre wirdige. adäquate Vertretung sowie kolonisatorische Aufgaben und soziale Arbeit in den Mittelpunkt stellen, si md zwischen uns und der Mehrheit d -s Misrachi. Wir hielten die Taktik für einen Notbehelf, die anderen für eine zentrale Angelegenheit, der man gern Verstand und Leidenschaft lieh. Und in der Ar! der politischen Kampf.ühr mg der großen Politiker des Misrachi erblickten wir eine schwere Schädigung des Ansehens unserer Föderation, noch mehr aber ihrer großen erhabenen Idee. So reifte allmählich in unseren Kreisen, die sich nicht auf Deutschland beschränkten, allen Behauptungen zum Trotz keiner westlichen Eigenbrödclei huldigen und ohne den Osten abzulehnen das wäre eine völlige Verkenn mg unserer Einstellung zu dem Osten im 1 seinen Werten — die Einsicht, daß geduldiges Warten von Konferenz z i Konferenz und stets erneute Niederlage unserer und des Misrachigedankens Würde nicht ent-ip eche. Bestärkt, ja recht eigentlich erst geweckt wurde dieses Gefühl in uns durch die Mahnungen unserer erprobten Freunde Pick und Struck, die die Situation in Palästina und die Rolle der Führerschaft mit besonderem Ernst und schwerster Sorge betrachteten. So kam es zu unserer Haltung auf der Wiener Sitzung des Waad Haroschi (1930). wo wir einen neuen Merkas, ein eingeschränktes Budget und einen Schuldentilgungsplan. der auf persönliche Verpflichtungen der Füh er für i ire Landsmannschaften beruhte und mit einem Anleiheplan verbunden war. forderten. Die Ablehnung halte die Abreise unserer Delegierten zur Folge. Und nun folgen die letzten Akte. Der Delegiertentag des Deutschen Misrachi im September 1930 fixierte alle Forderungen, deren Ab'elinung durch die kommende Weltkonfercnz als casus belli, d. h. als Austrittsgrund von uns erklärt wurde. Schon damals hatte eine Gruppe den sofortigen Austritt verlangt. Ein neuer Delegiettentag im Mai 1931 bestätigte die Auflassung des früheren und formulierte exakt die ultimativen und übrigen Postulate. (Das Detail des ganzen Kampfes ist aus den Nummern des ,.Zion" ersichtlich.) Nur einzelne Stimmten lehnten die Konsequenz des Austritts ab, alle billigten die Forderungen 'als solche. Die letzte Phase des Kampfes auf der Weltkonferenz ist bekannt: Ein Merkas nach unseren Vorschlägen wurde nicht gewählt. Fisehmanns Ausscheiden wurde durch seine Wahl zum Vorsitzenden des Waad Haroschi d ireh die Wellkonferenz und seine Erwählung zum Vorsitzenden der Kulturkommission, sowie Tcitelb mms Ausscheiden d rch seine W.h' zum Di.ektor d s Kcren- Erez-Isracl-Fonds w t gern ich1. Da- Bm'gM wu de zwar niedriger angesetzt, doch abermals ohne g * nügende Garantien. Welche Rolle das Verhältnis von Politik z i anderen Arbeit gebieten im Misrachi spielt, ergibt sich aus dem Verhalten auf dem Kongreß. Ohne Befragen einer Wcltkonferenz und — wie dann klar wurde — gegen ihren Willin. hatte der Merkas vor dem Kongreß sich a if die: Forderung des Judenstaatefestgelegt. Wir haben nach dem Kongreß reiflich und in immer erneuten Besprechungen die Frage geprüft, ob der vom Delegiertentag erteilre Auftrag, den Austritt nach Ablehnung der ultimativen Forderungen zu vollziehen, zwingend gegeben sei oder vermieden werden könne. Wir haben keine Möglichkeit gefunden, die klaren Beschlüsse zu umgehen. Jeder versteht, wie schwer gerade jetzt der Entschluß wird. Aber wir sehen keinen Weg der weiteren Zusammenarbeit im gleichen Verband. Zu den objektiven Gründen tritt die psychologische Erschöpfung. Es ist nicht erträglich, unbegrenzte Zeit das Martyrium eines aussichtslosen Kampfes fortzusetzen. Vor allem aber können wir es der Idee des thoratreucn Zi mismus, der Idee des Misrachi gegenüber nicht \ eran worten. daß unter unserer stillschweigenden Duldung mit der Organisation des Misrachi auch der belebende Geist zugrunde geht bzw. kompromittiert und verächilieh gemacht, wird. Das Ausscheiden aus der Misrachi- Weltorganisation ist für viele von uns furchtbar schmerzlich und bitter. Wir haben zum Teil Jahrzehnte in ihr gestanden, gekämpft und gelitten. All das verbindet außerordentlich stark. Wir lieben viele Institutionen des Misrachi. schätzen auch im Kampf viele Gesinnungsgenossen, denken vor al'em an die Freunde, die über vieles ähnlich denken wie wir, aber vielleicht nicht die Kraft zu einem ähnlichen Schritt aufbringen. Wir werden die bisherigen Weggenossen nicht schmähen: sie haben Verdienste, und ihre Mängel liegen -in ihrer Natur. Aber weil das so ist und nicht geändert werden kann, müssen wir eigene Wege gehen. Klar soll es allen sein, daß -wir dem großen Grundgedanken, das Baseler Programm auf der Grundlage von micai mir, zu verwirklichen in allen seinen Teilen treu bleiben werden. Wir bejahen die zionistische ReniLsmee. die Zionistische Organisation und hegen im Ti f-ten die leberzeugung. daß nur die Tradition das zionistische Ziel in seiner Vollendung gewährleistet. Im Geis'e von I. I. Reines T"it und vielen Großen unserer Denker wollen wir die ungebrochene jüdische l'eberlieierung in Erez-Israel lebendig erhalten und aus dem durch die Thora b stimmten Erez-Israel die jüdische Weit wieder autbauen a's integrales Judentum im Sinne der vollgültige.! Erhaltung und Anreicherung al'er jüdischen Ku't irschätze. Leben und Lehre s >lvn zur vvlsien Entfaltung geL.eyvr. Wir werd'-n j-de Kooperation nv«. den bLh 'rige..