Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 8-9 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 78 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 78 Z I 0 N Nr. 8/9 nung, daß alle Kreise, die den Aufbau Erez-TsraeLs im gesetzestreuen Sinne erstreben, sich um ihn scharen und mit ihm eine echte Bewegung thoratreuen Zionismus' schaffen werden im Geiste der Vorläufer und Gründer des Misrachi. Mitte November wird eine Konferenz des deurschen Misrachi zusammentreten. Auf ihr wird das Landeszentrale des Mi: endgültige Programm der neuen Bewegung fixiert werden. Der deutsche Misrachi richtet an alle Freunde den Appell,, auf dieser Tagung zu erscheinen oder sich vertreten zu lassen und durch ihren Anschluß an die Bewegung für die Realisierung der Idee des Misrachi zu wirken. rachi für Deutschland. Der Austritt des deutschen Misrachi aus dem Weltmisrachi. Von Oskar Wolfsberg. * Die Kundgebung der LanJeszentrale des Deutschen Misrachi. die den Abschluß eines langwierigen Kampfes intra muros darstellt, bedarf einiger erläuternder Worte. Seit Jahren war unser Bemühen darauf gerichtet, die offensichtlichen Mängel der Misraehi- Arbeit durch konstruktive, der Situatibn jeweils angepaßte Vorschläge die Reorganisation des Meikas und des Arbeitsplanes betr. zu überwinden. Seit etwa sechs Jahren standen wir in konsequenter Opposition, um unsere Absicht zu erreichen. Schon damals war die Finanz- und Wirtschaftsgebarung unbefriedigend, die organisatorische und propagandistische Leistung des Merkas unsystematisch und von Zufällen bestimmt, das Verhältnis zu der Bewegung des Poel Hamisrachi unfreundlich. — Das Budget wurde ohne Rücksicht: aul die zu erwartenden Einnahmen willkürlich hoch bestimmt, d e Aufgaben nie den Mitteln angepaßt, so daß 1 iwinenartig eine große Schuldenlast anschwoll: Sparsamkeit war ein unbekannter Begriff: die Kostspieligkeit des Tachkemonibaus beweist den Leichtsinn der leitenden Kreise. Ungeachtet der immer deutlicher werdenden Unmöglichkeit, Ge'der in genügender Höhe aufzubringen, wurde bis in das Jahr 1930 großzügig gewirtschaftet, wie überhaupt Extension und Expansion charakteristisch für die Arbeit waren. Dabei blieb man gerade den zahhe'chen Rabbinern und Schochtim, die man an kleinen Siedlungspunkten hatte, vielfach Gehalt schuldig. Die Beziehung zur misrachistischen Arbeiterbewegung war von Anbeginn nicht erfreulich. Mabgebende Führer des Merkas und seines Anhangs suchten die Bewegung niederzuhalten und ihr eine künstlich erzeugte „Bewegung' des Misrachi-Hazair, der im Lande geborenen jüngeren Elemente entgegenzusetzen (nicht mit Zeire Misrachi zu verwechseln!), deren einziger Zweck die Einengung der Poalim war. Erst der elementare Druck, der von der wachsenden Bewegung ausging, und das siel: immer deutlicher erwe;sende Scheindasein der (.t. : en,,bevvegüng" veranlaßte den Merkas, mit den Foule Misrachi als einer seriösen Bewegung zu rechnen. — So wenig war die Arbeitsweise des Merkas von den inneren Notwendigkeiten des misrachistischen Lebens bestimmt, so sehr vom Affekt. Der Misrachi. der in seiner Jugendzeit durch das Ansehen seines Gründers und seiner ersten Führer weithin Achtung genoß und nach dem Kriege große Massen und große Männer um sich scharte, ist in den letzten Jahren immer ärmer an aktiv schaffenden Menschen geworden. Viele der angesehenen Rabbiner zogen sich grollend zurück und blieben passiv. Nicht der Idee wurden sie untreu. Sie lehnten die Führerschaft des Merkas und die Führer in der Bewegung innerlich ab, die niemals eine großzügige, systematische Arbeit in der Welt führten, sondern Wahlen und Macht fragen in den Vordergrund stellten. I m Misrachi und außerhalb fehlte dem Merkas in seiner Gesamtheit die Autorität, der man sich gern und willig unterordnet. Der beste, der traurigste Beweis für die Unzulänglichkeit der Führung liefert die Rolle, die der Misrachi in Erez-Israel selbst spielt. Ungeachtet des ausgezeichneten Schulwesen-, das der Misrachi aufgebaut hat. ist sein Ansehen gering. Dabei gibt es eine Reihe Misrachisten. gerade in der Führung des Misrachi Haarzi. die Achtung genießen und für unsere Sache mit Erfolg werben. Ohne Rücksicht auf diese Lage hat der Merkas und seine Protagonisten, verkörpert durch die Führer großer Landsmannschaften wie Po'en und Amerika, aber auch anderer Länder, mit eisene" Energie um die Macht gekämpft. Die Erkenntnis, d.is sich das Schicksal des Misrachi tragisch vollenden würde, wenn wir nicht eine Reform an Haupt und Gliedern durchsetzen könnten, brach sich langsam Bahn. Wir erkannten, daß hier ein tragisches Versagen vorliege, daß diese führenden Männer mit all ihren Meriten und Fähigkeiten — wir gedenken auch heute der Qualitäten Me'ir Berlins mit Anerkennung — nicht imstande seien anders zu arbeiten. Tiefgreifende Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten über die Führung einer Organisation, ihre Vertretung nach außen lagen den speziellen Streitpunkten zugrunde. Kämpfe auf dem Gebiete der Kongreßpolitik wären für uns nicht Trennungsgrund gewesen. Aber die g.und ä zllche Bewertung der hohen Politik und ihres Verhältnisses z-i den