Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 3 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 31 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Z I 0 N Seite 31 überwinden. Es dürften keine Dinge vorkommen, die die Bildung einer Einheitsfront der palästinensischen Judenheit verhindern können. Mit dem gleichen Vorkommnis befaßt sich Raw Aronsohn, Tel-Aviv, im „Haarez" in einem Offenen Brief an die Redaktion. Er nimmt Stellung dagegen, daß Dr. Glücksohn in einer früheren Nummer dieses Blattes die Haltung des religiös gerichteten Teiles der Assefath Haniwcharim bei diesem Zwischenfall getadelt hatte. Nicht durch die Aufregung, die sich der gesetzestreuen Mitglieder der Versammlung bemächtigt habe und durch den unparlamentarischen Ausdruck, den sie ihrer berechtigten Aufregung verliehen hätten, hätte das Ansehen der Assefath Haniwcharim gelitten, sondern durch die unverzeihlichen Entgleisungen der anderen Seite. Es gäbe Dinge, die man sich nicht ruhig und unter Wahrung parlamentarischer Formen anhören könne. Was hätten wohl Zionisten getan, wie hätten sie sich verhalten, wenn jemand in der Versammlung das Recht der Juden auf Erez- Tsracl bestritten hätte? Die Antwort, die Dr. Glücksohn in der gleichen Nummer des „Haarez" gibt, erscheint uns nicht recht überzeugend, auch wohl nicht ganz überzeugt. Man müsse sich zwingen, alles in einer derartigen Versammlung mit Ruhe und unter Wahrung der parlamentarischen Form anzuhören, wegen der Ehre, die man der Assefath Haniwcharim schuldig ist. Wir meinen mit Raw Aronsohn, daß die Ehrfurcht vor dem jahrtausende alten jüdischen Gesetz vom Sinai höher stehen sollte als diejenige vor einer Versammlung, die sich jetzt erst ihre eigenen Gesetze geben will. Personalia. Herr Lazarus Barth befindet sich zurzeit auf einer Informationsreise in Erez-Israel. Die Entwicklung des Landes und des jüdischen Lebens in ihm seit Herrn Barths letzter Palästinareise vor isechs Jahren, hat einen außerordentlich großen Eindruck auf ihn hervorgerufen. Wir hoffen, unseren Lesern im nächsten Heft des „ZION" Berichte von Herrn Barths Reise übermitteln zu können. Ueber die Demission der misrachistischen Mitglieder der Exekutive äußerte sich Herr Barth einem J.-T.-A.-Vertreter in Jerusalem gegenüber, daß seine Demission auf Grund misrachistischer Parleidisziplin erfolgt sei. Die Misrachisten Deutschlands und anderer Länder seien für das Verbleiben in der Exekutive eingetreten, hätten aber ihren Standpunkt in der Partei nicht durchsetzen können. Herr Barth trat der von Rabbi Fischmann der Jüdischen Telegraphen-Agentur abgegebenen Erklärung, die Demission sei auf Grund der Ueberzeugung erfolgt, daß die Verhandlungen mit der englischen Regierung verhängnisvoll waren, entgegen und versicherte, die Demission sei als Protest gegen die Verschiebung des Kongresses, die er persönlich befürwortet habe, erfolgt. Der deutsche Misrachi bedauert es außerordentlich, daß sich die Möglichkeit des Verbleibens Lazarus Barths in der zionistischen Exekutive nicht ergab. Herr Barth hat unter Darbringung größter persönlicher Opfer sein Amt in der höchsten zionistischen Körperschaft angetreten, es mit großer Hingabe verwaltet und seine politischen Fähigkeiten, verbunden mit seinem tiefen Verständnis für alles jüdische Geschehen und Wollen, haben das Ansehen des Misrachi in der allgemein jüdischen, wie auch in der zionistischen Welt gehoben. Wir sind unserem Freunde Lazarus Barth tiefen Dank schuldig für seine, leider nur so kurze, Tätigkeit in der Exekutive und hoffen mit Bestimmtheit, daß ihm auch weiterhin noch reichliche Möglichkeit zur Betätigung als Führer in den zionistischen Reihen gegeben werden möge. Herr Dr. Wo 1 f s b e r g ist zu einem vierwöchigen Aufenthalt nach Erez-Israel abgereist. Von dieser Reise Dr. Wolfsbergs erhofft sich der deutsche Misrachi besondere Anregung. Die im Lande empfangenen Eindrücke werden sicherlich die Arbeitskraft Wolfsbergs, die uns auch bisher in so reichem Maße zur Verfügung stand, noch wesentlich erhöhen. Im Zusammenwirken mit dem Hamburger Komitee für die Tachkemoni-Schule konnten wir Dr. Wolfsberg einen namhaften Betrag für verschiedene palästinensische Zwecke mitgeben, deren zweckmäßige Verteilung von ihm im Lande beschlossen werden wird. Unsere Chawerah M a r g a Mirjam R e i - chenbach in Tel-Aviv hat sich mit Herrn C h a j i m Matzkin in Kfar-Saba verlobt. Wir freuen uns besonders, Marga Reichenbach unseren herzlichen Glückwunsch aussprechen zu können, da wir davon überzeugt sind, daß sie auch in ihrem neuen Lebenskreis ihre ganze Persönlichkeit zur Verwirklichung unserer Ideale einsetzen wird. Unsere bewährten Gesinnungsgenossen Rabbiner Dr. Emil-Bernhard Cohn. Berlin, und Rabbiner Dr. Hoffmann, Frankfurt a. M., haben in den letzten Wochen ihren ,o. Geburtstag gefeiert. Wir sprechen den beiden Jubilaren unsere herzlichsten Wünsche aus. Möge beiden noch ein langjähriges segensreiches Wirken für Judentum und Zionismus beschieden sein. Der Name Emil Cohn zählt seit Jahrzehnten zu den besten im deutschen Zionismus. In den Zeiten als es noch Bekennermut erforderte, sich in der Oeffentlichkeit zionistisch zu betätigen, war er einer derjenigen, die für den Zionismus kämpften und auch litten. Es ist uns eine Genugtuung ihn heute zum Misrachi zählen zu dürfen. Rabbiner Dr. Hoffmann, einer der markantesten Persönlichkeiten in der traditionellen Judenheit Deutschlands, steht heute auch an hervorragender Führerstelle im deutschen Misrachi. Der deutsche Misrachi verdankt ihm viel von dem Ansehen, das er in der deutschen Judenheit genießt. Es ist: uns Bedürfnis und Genugtuung, ihm unseren Dank auch an dieser Stelle auszudrücken. Aus dem Kampf gegen das Judentum in Rußland. Es ist gerade ein Jahr her. daß wir eine Nummer unserer Zeitschrift den jüdischen Verhältnissen Rußlands gewidmet haben. Das russischjüdische Problem ist in der Zwischenzeit nicht