Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 3 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 29 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 £ I 0 N Seite 29 werden, damit sie ihr Ziel erreichen können. Erez-Israel appelliert durch Gehringshof an alle der Idee des Aufbaues unseres Landes im Geiste unserer Ueberlieferung ergebenen Juden Deutschlands. Wir hoffen, daß dieser Appell nicht üngebört verhallt. Von der neuen Alijah. Aus den Reihen des Brith Chaluziiii D a t i m in Gehringshof gehen sofort nach Pessach Ii Chaluzim und Chaluzoth nach Erez-Israel. Neun von diesen jungen Leuten sind in Rodges-Gehringshof landwirtschaftlich ausgebildet worden, einer hat seine Ausbildung im Gemüsebau in Holland erhallen, einer ist als Monteur und Techniker ausgebildet. Acht dieser Chaluzim treten in die Kewuzah-Rodges in Petach-Tikwah als Chawerim ein. Wir wünschen unseren Chaweiim, daß die Stunde, in der sie das Land ihrer Zukunft betreten, eine glückhafte für sie selbst und für die junge Siedlung in Petach-Tikwah sein möge. Nachrichten und Anregungen aus Erez-Israel. Aus Briefen, die in den letzten Wochen aus Erez-Israel an die Redaktion des Zion gelangten, entnehmen wir das Folgende: Ein seit langem hier fühlbar gewordener Mangel ist das Fehlen einer gut eingerichteten und von einem Tachmann geleiteten Konservenfabrik. In diesem Jahre hätte eine solche Fabrik durch die Hemmungen und niedrigen Preise auf dem Orangenmarkt außerordentlich gut arbeiten können und hätte auch den Orangenproduzenten wesentliche Dienste geleistet. Aber auch wenn nicht niedrige Orangenpreise auf dem Weltmarkt und Exportbehinderungen nach Aegvpten durch Schutzzölle zu verzeichnen sind, würden die Orangenpilanznngen des Landes eine ausgezeichnete Grundlage für die Konservenfabrik ergeben. Die Oliven und Tomaten, die das Land von Jahr zu Jahr in größerem Maße hervorbringt, könnten in der Fabrik ebenfalls beste Verwendung finden. Allgemein bekannt dürften die mit Pfefferschoten und ähnlichem gefüllten Oliven sein, die in aller Welt als Konserven auf den Markt gebracht werden. Auch die palästinensischen Oliven würden sich zu solcher Verarbeitung sicherlich gut eignen. Aprikoscnmarmelade könnte hier unter guten Bedin- ' gungen hergestellt werden und für alle' diese Ding'e würde das Land selbst guten Absatz haben und der Export könnte dazu beitragen, von außen mehr Geld in das Land hineinzubringen. Es scheint durchaus denkbar, daß etwa die Stadt Tel-Aviv für ein Fabrikgebäude Boden zur Verfügung stellt, dessen Bezahlung auf eine Reihe von Jahren verteilt werden könnte: mit den hier üblichen Blockziegeln wären die nötigen Gebäude nicht kostspielig herzustellen. Religiöse Juden im Auslande sollten sich mit diesem Projekt befassen und eventuell eine Gesellschaft bilden, die es zur Durchführung bringt. Man sollte versuchen in Deutschland junge Menschen fachmännisch auszubilden, die an der Fabrik Anstellung finden würden. Auch hier im Lande selbst könnte man sicherlich Anteilscheine für die Fabrik in Obstpioduzentenkreiisen unierbringen. Die Redaktion des Zion ist gerne bereit Interessenten für das Projekt einer Konservenfabrik mit unserem Korrespondenten in-Kontakt zu bringen. Leber den gegenwärtigen Zustand an der Tachkemoni-Realschule wird uns geschrieben: Die Realschule in Tel-Aviv ist seit einem vollen Jahre ohne jede pekuniäre Unterstützung vonseiten der Misrachi-Zentrale in Jerusalem geblieben. Seit dem i. Oktober v. J. sind die Lehrer der Schule ohne Gehaltszahlung. Es ist jetzt so weit gekommen, daß die drei Lehrer, die hauptamtlich an dieser Schule unterrichten, ihre Arbeit eingestellt haben, da es unmöglich war, ihnen auch für die Zukunft Zusicherungen wegen Gehaltszahlung zu geben. Eine Woche lang versuchte der Direktor der Volks- und Realschule (der in seiner Eigenschaft als Direktor der Volksschule vom allgemeinen Erziehungsdepartement besoldet wird) den LTnterricht an der Realschule in der Weise weiter zu führen, daß er selbst die ausfallenden Stunden übernahm. Selbstredend war dies aber nicht länger als eine Woche durchzuführen und die Schule mußte vorübergehend geschlossen werden. Der hierdurch angerichtete Schaden für die Schule ist außerordentlich groß. Die Schule wird zu den besten im ganzen Lande gerechnet. Ihre Prüfungseigebnisse stehen auf außerordentlich hohem Niveau. Es wäre tief bedauerlich, wenn es nicht gelänge, sie weiterzuführen. Die Folge davon würde sein, daß die Absolventen der Tachkemoni -Volksschule in das Tel-Aviver Gymnasium eintreten würden, wo sie einer religiösen Beeinflussung unterliegen, die einen ganz anderen Geist atmet als der in unserer Realschule. In diesem Zusammenhange könnte man vieles schreiben über die Fehler, die von der Leitung des Misrachi seit Jahren in ihrer Schulpolitik gemacht worden sind. Gerade die Verhältnisse an der Tel-Aviver Tachkemoni-Schule mit ihrem halbfertigen Bau. der ungeheure Kosten verursacht hat und doch in keiner Weise den Bedürfnissen entspricht, gäben hierzu Veranlassung. Diese Dinge werden nicht gebessert werden, so lange als die Leitung des Misrachi nicht ganz anderen Menschen anvertraut wird. Unter dem heutigen Regime wird sich auch der Beste und Tüchtigste nicht durchsetzen können. Eine voll-