Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 3 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 28 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 28 Z I 0 N Nr. 3 gierung, führte er aus, nimmt lebhaften Anteil an dem Geschick des Lehrgutes und sei jederzeit bereit, es zu unterstützen, auch er selber verfolge mit lebhaftem Interesse das Unternehmen und freue sich, (elrklären zu können, daß er bei der Besichtigung des Gutes einen befriedigenden Eindruck erhalten habe. Herr Provinzialrabbincr Dr. K a h n brachte die Grüße und Wünsche des Rabbinats und der Gemeinde Fulda zum Ausdruck. Herr Mo ritz Nußbaum. Fulda, einer der bewährtesten, aktiv an der Arbeit des Lehrgutes mitwirkenden Freunde, begrüßte das Gut im Namen der Z.V. i. D. Herr J. B. Lev v. Frankfurt a. M. sprach für die Frankfurter Logen, die seit Jahren eifrige Förderer des Lehrgutes sind. Frau Wi nte r, Köln, überbrachte die Grüße der Kölner Misrachi- Frauengruppe. sowie der bereits in Palästina befindlichen in Rodges ausgebildeten Chawerim, die sie kürzlich in Petach-Tikwah besucht hatte. Herr Benjamin aus Frankfurt sprach für das jüdische Wohlfahrtsamt des hessischen Bezirkes. Fräulein G r e t h e Wi nter brachte in hebräischer Ansprache die Wünsche der Zentrale des Zeire Misrachi für Deutschland zum Ausdruck. Herr Kleb e, Fulda, beglückwünschte das Lehrgut im Auftrage der Fuldaer Loge. Der Leiter des Lehrgutes, Chawer Rudi Herz, dankte den Erschienenen für ihr so oft dem Gut bewiesenes Interesse und legte die Ziele des Brith Chaluzim Datiim und den Weg, der zu ihnen führen soll, in wirkungsvoller Weise dar. In seiner Schlußansprache wies Herr Adler auf die Entwicklung des Lehrgutes aus kleinen Anfängen hin. Der kleine Bauernhof Betzenroth wurde vor acht Jahren durch die großzügige Bereitschaft der Herren Max J. Kober, Direktor Willy David. Dr. Arnold Barth und Edwin Feist erworben. Auf ihm war Platz für io— 12 Eleven, heute haben wir das doppelt so große Gehringshof, auf dem 25—30 junge Menschen gleichzeitige Ausbildung in landwirtschaftlichen und jüdischen Disziplinen erhalten können. Gleichzeitig ist. die innere Kraft des Gutes so stark geworden, daß es unternommen werden konnte, von ihm aus Zentren für gleiche Ausbildung in der näheren Umgegend zu schaffen, zu kontrollieren und geistig zu beeinflussen. Es ist ein weiter Weg von Betzenroth über Rodges bis Gehringshof. aber der Weg des Aufstieges des Lehrgutes ist noch nicht beendet. Wir hoffen auf weiteren Ausbau und weiteren Aufstieg. Nach Beendigung dieses Teiles der Feier wurde die Einweihung des Hauses durch das Leinen aus dem Mischnah-Abschnitt „Cheskuth Habathim" vollzogen, das durch Herrn Rabbiner Dr. Herz, Fulda, geleitet wurde. Anschließend an das Lernen wurde ein Imbiß eingenommen, den die Chaluzoth des Lehrgui es ihren Gästen mit großer Liebe bereitet hatten. Bis in den hereinbrechenden Abend war man in froher und gehobener Stimmung beisammen. Wohl alle Gäste standen in den Stunden der Anwesenheit in Gehringshof unter dem starken Eindruck des neuen jüdischen Geistes, der trotz des Neuen in ihm eine Ausstrahlung jüdischer Tradition darstellt. Diesen Geist zu pflegen und zu unterstützen ist eine hohe misrachistische Aufgabe. Bei unseren jungen Freunden in Gehringshof ist diese Aulgabe in den besten Händen. Aber auch die Aelteren müssen mehr als bisher teilnehmen an den Sorgen und Lasten, die das Lehrgut noch immer hat, um den Menschen, die sich dort für ihre Zukunft, die die Zukunft: unseres heiligen Landes ist, ausbilden, mitzuhelfen, ihr großes Ziel zu erreichen. Möchte doch jede misrachistische Gruppe in Deutschland in direkten Kontakt: treten und es sich zur Aufgabe machen, auf irgendeinem Gebiet: die Arbeit dort auch finanziell zu. unterstützen. Um das Lehrgut rentabel zu gestalten ist es notwendig, noch eine Reihe von Investitionen vorzunehmen, zu denen zurzeit die Mittel fehlen. Eine Beregnungsanlage, die die Einnahme aus dem vergrößerten Gartenbetrieb verdoppeln würde, ist ein dringendes Erfordernis. Ein kleines Gewächshaus müßte errichtet werden, damit Frühgemüse auf den Markt gebracht werden kann. Diese Anlagen würden auf billigstem Wege, durch Verwendung von gebrauchten Materialien und unter Verwendung der Arbeitskraft der Chawerim, errichtet werden. Der Viehbestand müßte noch etwas erweitert werden, um mehr Milchprodukte zum Verkauf zu haben. Zu allen diesen Dingen, die wesentlich zur Konsolidierung des Lehrgutes beitragen würden, fehlen zurzeit die Mittel. Es wäre dringend erforderlich, daß sich einzelne unserer Gruppen an der Aufbringung der Geldmittel für diese Zwecke beteiligen. Sie sollten sich direkt: mit dem Lehrgut in Verbindung setzen und Verpflichtungen übernehmen, an der Finanzierung der sie besonders interessierenden Investitionen sich zu beteiligen. Auf diesem Wege würde ein direkter inniger Kontakt zwischen der 11 achscharah-Arbeit und den Mislachigruppen entstehen, was sicherlich auch das Leben innerhalb der Gruppen günstig beeinflussen könnte. Jeder Misrachist hat eine moralische Verantwortung dafür, daß Hachscharah-Arbeit, gemacht wird, er wird dieser Verantwortung nicht dadurch ledig, daß von anderer Seite diese Arbeit betrieben und gefördert wird, sondern er muß selbst etwas dazu tun. daß die Arbeit gedeihlich fortgeführt werden kann. Und es besteht doch auch eine Verpflichtung gegenüber den jungen Menschen, die ihr ganzes Leben auf Erez-lsrael eingestellt haben und die einen Anspruch darauf haben durch die älteren Gesinnungsgenossen, die solche Konsequenz aus ihrer zionistischen Einstellung nicht gezogen haben oder nicht ziehen können, unterstützt zu