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Zion · 1931-03-01 · 3 (3.1931) · p. Seite 25

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Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
3 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 25 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3 Z I O N Seite 25 Geiste" zu durchdringen, jenen Männern andichten. Ebensowenig wird er sich, vorausgesetzt, daß er selbst traditionstreu im Sinne unserer Geonim ist, „über eine fest umgrenzte dogmatische Sicherung" entrüsten. Und auch das sei gesagt: Der Satz von „einer freien und modernen Jugendbewegung im (■eiste der Thora" ist ein Widerspruch in sich selbst. Wer im Geiste der Thora wandeln will, kann sich nicht „f r e i" gebärden, außer im Sinne unserer Weisen: miro -dij?» 'D nSn jmn ]2 ~\b Derartige Dinge dürfen nur in klarer unmißverständlicher Form zum Ausdruck gebracht werden. Schlagwortartig, ohne sorgfältige und klare Begründung vorgebracht, können sie nur schädlich wirken, da sie von Unwissenden oder jüdisch Halbgebildeten außerordentlich leicht ganz falsch verstanden werden können. Zum Protest drängt auch der Gebrauch des Wortes „klerikal'", mit dem man sonst nur in gewissen nicht traditionellen Kreisen als Schlagwort operiert. Wenn man diese Ausführungen liest, muß man sagen, daß vielleicht mehr „fest umgrenzte dogmatische Sicherung" und mehr Durchdringung der Erziehung mit ..klerikalem" Geiste vonnöten wäre, damit wir die goldene Mittellinie des traditionellen, lebensbejahenden Judentums unseren Kindern zu sichern vermögen. Nicht das ist der Weg des Misrachi. und nicht durch Zerklüftung und Zerplitterung wird eine Renaissance unserer Organisation bewirkt werden. Nicht durch Aufstellung neuer Ideologien und Mehrung der Verwirrung wird der Misrachi siegreich seinem Ziele entgegenschreiten. Nicht durch Mehrung von Haß und Machloket. durch Austritt und Neugründimg wird die Rettung der Misrachiidee erzielt werden. Nicht durch sich' Versteifen auf undurchführbare Pläne wird die Sanierung der Organisation erzwungen werden. Der Weg des Aufstieges, der notwendigen Remedur, der auch von mir und meinen Freunden gewünschten und erstrebten Sanierung, kann nur jener der Reorganisation sein. Schaffen wir einen numerisch und qualitativ starken Merkas. schaffen wir ein Gremium von 7 bis 9 Exekutivini t gliedern mit dem Sitz in Jerusalem, so werden Handlungen, wie sie jetzt vorgekommen sind, von vornherein unmöglich sein und die Sanierungsvorschläge sich durchführen lassen. Meinungsverschiedenheiten hat es in jeder Menschenkollektivität immer gegeben, und wird es immer geben. Eine Minderheit, und sei sie noch so weitvoll, darf und kann nicht verlangen, daß die Majorität sich ihr unterordne. Sie darf nur bemüht sein, die Mehrheit für ihren Standpunkt zu gewinnen und so zur Mehrheit zu werden. Gelingt ihr das nicht, dann stehen ihr zwei Wege offen: Unterordnung unter die Mehrheit oder in verharren. Kein Mittel scheint mir zu scharf und unerlaubt, diese Opposition durchzuführen — bis auf den Austritt, er ist im Misrachi unstatthaft. Caveant consules . . . unserem Falle in der schärfsten Opposition zu Am Scheideweg Nur einige Worte als Ergänzung zu den obigen Artikeln, aber auch zur Klärung und zur Bahnung des Weges. Denn nichts ist wichtiger in Zeiten der Gefahr, als sie zu erkennen und nichts gefährlicher, als einem sehr problematischen Frieden zuliebe die Gegensätze zu verwischen, wo Differenzierung und Entscheidung unvermeidlich. Auch Schreiber dieser Zeilen hat auf dem Delegiertentag im September zwar gegen den sofortigen Austritt, aber für die gefaßte Resolution gestimmt, und gerade die Ereignisse der letzten Zeit bestärken ihn und seine Freunde in dem Bewußtsein, das Richtige getan zu haben. Das Versagen im Wirtschaftlichen ist nicht das Vorrecht des Merkas geblieben und gewesen: jüdisches Gewissen verpflichtet wohl eher, an der Seite der Chawerim so lange als möglich auszuhalten und das Rettungswerk, das man. als es noch Zeit war, zurückgewiesen, doch noch einmal zu versuchen, notfalls ultimativ zu erzwingen. Aber auch hier soll in aller Klarheit und mit der größten Schärfe erklärt werden, daß das Sündenregister des Merkas schon so groß und die Belastungsprobe schon so schwer waren, daß der Bruch rjicht mehr vertuscht werden merkbar machte. Ihn zu heilen dürtte allerdings jetzt sehr schwer sein. Denn die Dinge sind weiter gediehen. Es handelt sich jetzt nicht mehr, oder nicht mehr ausschließlich, um Fragen der Finanz und Organisation, der Taktik und Politik im Einzelfalle. E s geht: um Moral und Gewissen des M i s - r a c h i. Und hier müssen sich tatsächlich di!e Geister scheiden. Mein Freund Dr. Silberstein, obwohl stark belangen in revisionistischen Gedankengängen, hat versucht, Verhältnissen und Persönlichkeiten gerecht zu werden. Es soll in diesem Zusammenhange keine erschöpfende 'kontrarevisionistische Polemik getrieben, es soll aber auch hier klar und deutlich gesagt werden, daß meine Freunde und ich Ursachen und Wirkungen. Arbeit und Erfolg der Exekutive, speziell Weizmanns, ganz anders werten. Aber auf all das kommt es in unserer Einstellung zum Merkas und den anderen leitenden Männern jetzt nicht mehr so sehr an. In Einzelfragen hat es immer Meinungsverschiedenheiten gegeben. Es kommt darauf an, klar zu erkennen, daß die Gesamtpolitik des offiziellen Misrachi. daß seine Methoden und Ziele unserer Auflassung vom Wesen und den Forderungen des Misrachi völlig widersprechen. Es kommt darauf an. zu erkennen und sich daran zu erinnern, daß Misrachi schließlich

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