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Zion · 1931-03-01 · 3 (3.1931) · p. Seite 24

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Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
3 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 24 (sequence 6)
Language
German
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Seit« 24 Z I 0 N Nr. 3 daß „die Kritik des deutschen Misrachi an der Organisation, wie sie in Anträgen, Beschlüssen und Artikeln zum Ausdruck kam, nur eine Seite des Problems genügend in den Vordergrund treten läßt: die finanzielle und v er waltun gstcciin i s c h e. In allen Sitzungen, Konferenzen und Besprechungen des deutschen Misrachi war hauptsächlich vom „Versagen des Merkas auf wirtschaftlichem und organisatorischem Gebiet und seiner Mißerfolge in der finanziellen Führung der Geschäfte'' die Rede (vgl. die Resolution des Delegiertentages des deutschen Misrachi. ZION, Jhg. II. Nr. 10/11, S. 135), und deswegen wurde das Mißtrauen zum Merkas ausgesprochen. Als daher beim letzten Delegiertentag des deutschen Misrachi eine Resolution angenommen werden sollte, daß die Landeszentrale und die Delegation für die kommende Weida Olamith beauftragt werden sollen, falls sie auf dieser Konferenz mit ihren grundsätzlichen Forderungen zur Sanierung des Misrachi nicht durchdringt, den Austritt aus der Misrachi-Weltorganisation zu erklären'"; ja sogar „falls bei der nächsten, Weltkonferenz der Austritt vollzogen wird, die Landeszentrale zu beauftragen, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, die die Schaffung einer neuen Organisation ermöglichen1", haben mehrere Delegierte, unter ihnen der Schreiber dieser Zeilen, sehr heftig dagegen opponiert, obwohl auch sie in. bezug auf die Notwendigkeit, Aenderungen grundlegender Natur durchzuführen, mit der Gesamtheit des deutschen Misrachi völlig einig waren. Es ist doch ganz klar, daß ein solcher Schritt des deutschen Misrachi in vollem Widerspruch mit dem Geist des Misrachi steht. Wenn der Misrachi beim heftigsten Kampf um die höchsten, heiligsten ideellen Güter nicht aus der zionistischen Organisation austritt, um nicht die Einheit zu zerslören, um wieviel weniger darf eine solche Minderheit, wie es der deutsche Misrachi numerisch nun einmal ist, dem Austrittsgedanken huldigen, und hauptsächlich wegen Nichterfüllung seiner Forderung auf finanziell-organisatorischem Gebiete! Opposition mit den drastischsten Mitteln, bitte schön, aber „Austritt", das ist nicht misrachistisch, ist: besonders nicht aus Gründen wirtschaftsoi ganisatoi ischer Natur vollziehbar. Nicht zuletzt sollte auch die Aussichtslosigkeit eines solchen ungerechtfertigten Schrittes in Erwägung gezogen werden, eines Schrittes, bei dem selbst im eigenen Lager keine völlige Einigkeit bestehen würde, weil sie nicht bestehen kann. Aber alle Warnungen waren vergebens. Die bekannte Resolution ist von der Mehrheit durchgesetzt worden. Kurz darauf begann die Pressekampagne, die Aufklärungsarbeit mittels Aufsätzen, Erklärungen und Artikel. Die Verfechter der Austrittspolitik suchen nun die Richtigkeit ihrer Anschauungen zu dokumentieren. In diesem Zusammenhang verdient auch der bereits erwähnte Artikel Ernst Simons besondere Beachtung, der sich wegen seines leinen Tones und seiner in gewissem Sinne sachgemäßen Ausführungen auszeichnet, und ein Artikel „Die Krise im Misrachi" von Dr. J. Leibowitz im Kölner Jüdischen Wochenblatt vom 14. März, der wegen seines scharfen Tones und der dabei entwickelten Ideengänge nicht ohne Widerspruch bleiben darf. In den Ausführungen Ernst Simons betrübt uns besonders seine Darstellung des Merkas als r e - a k tionär auch in pädagogischer Hinsicht. Wenn er an einer anderen Stelle seines Artikels „eine entschlossene E n t dogmatisierung des traditionellen Judentums'" fordert, so bietet er damit die Erklärung seiner oben erwähnten Behauptung, die allerdings nur die in gewissen Vorfällen und Meinungsverschiedenheiten pädagogisch-dogmatischer Natur in der letzten Zeit Eingeweihten verstehen können. Da aber hier nur andeutungsweise gesprochen wird, so soll auch nur andeutungsweise hierzu folgendes gesagt werden. Die Frage, ob das Judentum Dogmen hat oder nicht, ist noch längst nicht entschieden. Jedenfalls kann in den Misrachischulen kein Raum für Lehrkräfte sein, die nicht völlig auf dem Standpunkt der Tradition stehen, wie sie die Großen in Israel „aus deren Mund wir leben" statuiert haben. Es würde das Ende des Misrachi-Schulwerkes bedeuten, wenn sein Lehrkörper einen neuen More-Nebuchim-Streit heraufbeschwören sollte. Von den erwähnten Ausführungen Ernst Simons zu denen Leibowitz' ist nur ein Schritt. Hätten wir auch von Herrn Leibowitz als Vorsitzenden des „Zeire Misrachi" eine etwas ruhigere und mildere Sprache — suaviter in modo — gewünscht, so muß aber mit aller Entschiedenheit dagegen protestiert werden, wenn er den Vorwurf erhebt: . . . Die Leitung des zahlenmäßig so bedeutenden misrachistischen Schulwerkes sieht ihre Hauptaufgabe in einer fest umgrenzten dogmatischen Sicherung, durchdringt die Erziehung mit klerikalem Geiste und kümmert sich nicht um eine lebendige Weiterführung durch eine freie und moderne Jugendbewegung im Geiste der Thora; daher sind ihre Erfolge fraglich. Ohne noch auf die weiteren ähnlich klingenden Ausführungen einzugehen, sei hier bemerkt: An der Spitze des Misrachi-Schulwerkes stehen Männer, die sich in allen Kreisen des positiven Judentums besonderer Wertschätzung erfreuen. Sie mögen vielleicht, wie wir alle, irgendwelche menschliche Schwächen besitzen. Wer aber in Erez- Israel gewesen, Einblick in den misrachistischen Schulbetrieb getan hat, der wird alles andere als ein Bestreben, die Erziehung mit „klerikalem

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