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Zion · 1931-03-01 · 3 (3.1931) · p. Seite 23

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Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
3 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 23 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3 Z I O N Seite 23 anstoße Europas" geklärt und vorwärts getrieben werden. Ich komme zum Schluß. Es lag mir. der ich in den letzten Monaten mit meiner politischen Haltung innerhalb des deutschen Misrachi ziemlich isoliert stand, daran, meine abweichende Meinung klarzulegen. Wer hieraus Unentschlossenheil; und lasches Handeln folgern wollte, in der Annahme, daß die Opposition bei sich selbst nicht im Klaren sei, der gibt sich einem schweren Irrtum hin. Es gibt im deutschen Misrachi, und ganz gewiß in seiner Leitung, niemanden, der nicht entschlossen ist. alle Mittel der schärfsten O p position anzuwenden, um den Niedergang des Weltmisrachi aufzuhalten, den dieser durch seine unaufrichtige und unwahrhaftige Grundhaltung herbeigeführt hat. Gemeinsam mit den Gesinnungsgenossen in Holland und in der Schweiz und den zunächst: noch vereinzelten in Palästina und in den anderen Ländern wird der deutsche Misrachi auf der kommenden Weltkonferenz seine Forderungen erheben und vor keinem Kampfmittel, auch nicht vor weiterer Verstärkung oppositioneller Methoden zurückschrecken. Wir glauben an die große Kraft der Idee des Misrachi, wie sie einem Reines sei. A. und anderen vorgeschwebt hat und wie sie die besten Gesinnungsgenossen unserer Tage konzipieren. Wir haben die Ueberzeugung, daß heute mehr denn je auch' der Gesamtzionismus eines starken, gesunden Misrachi bedarf, um das Autbauwerk in Erez-Israel groß und dauerhaft zu gestalten. Zur innermisrachistischen Diskussion. Von Dr. Samuel Grünberg. Das grauenhafte Wort des Sprachschatzes der Kulturmenschheit: Krise, ist jetzt das am meisten gehörte. Auf allen Lippen schwebt dieses beunruhigende Wort. In allen Lagern, in allen Kreisen menschlichen Handelns und Schaffens ertönt das erschreckende Wort: Krise. Die Krise herrscht überall, und auch der Misrachi oder besser gesagt die misrachistische Organisation konnte dem Schicksal der Gegenwart nicht entrinnen. Von der Krise im Misrachi rauscht es bereits im jüdischen Blätterwalde und die deutsche Misrachi-Landesorganisation ist es, die diese Krise der Welt nicht nur zur Kenntnis bringt, sondern sie beleuchtet und zu begründen sucht. Deutsche Misrachisten sind es ja, die die Krise durch ein radikales Mittel, ja, dem radikalsten Mittel einer potenzierten Krise, beseitigen zu können glauben. Man rüstet zum Kampf bis aufs Aeußerste. Und wenn die Sprache der offiziellen Führung des deutschen Misrachi noch gemäßigt ist, so kommen aus privater Feder schon ganz andere Worte. Ultimata werden ausgeschickt. Man flüchtet in die Oeffentlichkeit und stößt Drohungen aus in einer Sprache, die wir bisher nur in bekannten Lagern der äußersten Rechten und Linken in Deutschland zu hören gewöhnt sind. Man schimpft in allen Tonarten und verkündet so laut man kann: Der Misrachi ist tot — es lebe der neue Misrachi. den die Leitung des deutschen Misrachi, wenn auch als verschwindende Minorität innerhalb des Weltmisrachi, zu gründen entschlossen sein müsse, falls die kommende Weltkonferenz des Misrachi nicht die grundsätzlichen Forderungen des deutschen Misrachi erfüllen sollte..... Sehen wir uns den Tatbestand in seiner Wirklichkeit in aller Ruhe an. Seit Jahren herrscht in weiten Kreisen des Misrachi, nicht nur in Westeuropa, große Unzufriedenheit mit der finanziellen und verwaltungstechnischen Arbeit der Misrachizentrale in Jerusalem. Man hat das Empfinden, daß der Merkas Fehltritt auf Fehltritt in genannter Beziehung macht, Fehltritte, die nur zum Schaden des Misrachi und seiner Aufgaben gereichen können. Seit Jahren arbeitet der Merkas mit Defiziten und Schuldenhäufung, die letzten Endes katastrophal sich auswirken können. Seit Jahren wurden daher Verhandlungen über Verhandlungen. Besprechungen über Besprechungen geführt, um zu einer Sanierung der Lage zu gelangen. Leider ohne Erfolg. In der Beurteilung der Ursachen und ihrer Auswirkungen begannen sich die Geister zu scheiden. In Westeuropa befestigte sich immer mehr die Ansicht, daß nur ein Systemwechsel durch Personalrevirement in der Leitung eine Remedur ermöglichen könnte. Bleibt der eine oder der andere weiter in der Leitung, so ist eine Katastrophe unabwendbar. In Osteuropa und Amerika, wo die jetzige Leitung volle Sympathien hat, war und ist man der Ansicht, daß jeder der jetzigen Leiter ungemein große Verdienste um den Misrachi sich erworben hat, und man auf keinen verzichten kann. Die Ursache der finanziellen Kalamität sieht man in äußeren Umständen, die durch Abgang des einen oder des anderen der jetzigen Führer keineswegs beseitigt werden würden. Das Verwaltungstechnische wieder riänge von den finanziellen Eingängen des Misrachi ab. Erfüllen die Landsmannschaften ihre Pflichten dem Merkas gegenüber nicht — wie es leider dauernd der Fall ist — so wächst die Misere und mit ihr die Verschuldung und die verwaltungstechnische Deroute. Auch die Leitung schiebt alle Schuld dem fast völligen Versagen der Landsmannschaften in pekuniärer Hinsicht zu. Mit Recht weist aber Ernst Simon in seinem Artikel: Der Misrachi in Palästina. Eine Bilanz (ZION, Jhg. III, Heft 1/2, S. 13) darauf hin.

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