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Zion · 1931-01-01 · 1-2 (1.1931) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
1-2 (1.1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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Nr. 1/2 Z I O N Seite 19 führlich die Herren Wu r m a n n - Dortmund. B r a - n e r - Essen, Holzmann - Oberhaiisen und Spanier- Köln beteiligten, wurde der Gruppenverband gegründet. Zum Vorort und Sitz des Sekretariats wurde Essen bestimmt. Herr H o I z m a n n übernahm für die nächste Zeit die Führung der Geschäfte. Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattete Herr Adler einen Bericht über die politische Situation im Zionismus und besonders im Misrachi nach der Amtsniederlegung der misrachistischen Exekutive- Mitglieder und betonte besonders den Standpunkt der Landeszentrale, daß gegen dis Ausübung des Fraktionszwanges beim Misrachi in allgemeinen zionistisch-politischen Fragen schärfster Protest zu erheben sei, da der Misrachi eine weltanschaulich, kulturell miteinander verbundene Partei sei, in der Platz sein müsse für Menschen verschiedener polilitischer Richtungen, denen man es nicht zumuten könne, daß sie dauernd gegen ihr politisches Gewissen mit einer Majorität andersgesinnter Menschen stimmen müssen. In der Debatte hierüber trat Spanier- Köln den Anschauungen Adlers entgegen, indem er betonte, daß das Wichtigste für den Misrachi ein nach außen hin einheitliches Auftreten sei. während Dr. Leibowitz sich mit den Ausführungen Adlers identifizierte. Der Gruppenverband hat seine Tätigkeit sofort aufgenommen, das Sekretariat befindet sich in Essen, Turmstraße 6, bei Herrn Braner. Aus der jüdischen Gefahrenzone. Eine jüdisch-atheistische Monatsschrift wird in Moskau herausgegeben. (I.T.A.) Vom r. März an wird in Moskau die erste jüdische atheistische Monatsschrift ,,Der Apikoires'' erscheinen. Aufgabe der Zeitschrift wird es sein, die antireligiöse Propaganda in die Massen zu tragen. Die Schriftleitung veröffentlicht nachstehendes Programm ihrer Zeitschrift: Die Zeitschrift .,Der Apikoires'" will für die Ideen eines dialektischen Materialismus kämpfen. Sic will eine Vorkämpferin des Marxismus und Leninismus sein und gegen jede Art von Klerikalismus Stellung nehmen. Die atheistische Zeitung will weiters den „jüdischen Nationalismus, der ein Halbbruder der Religion ist'', bekämpfen. Wenn auch „Der Apikoires" sich die Bekämpfung der Religion im allgemeinen zum Ziel gesetzt hat.' wird er doch, da er sich in jiddischer Sprache an jüdische Leser wendet, in erster Reihe die jüdische Religon bekämpfen. Er kündigt die Eröffnung des Kampfes sowohl gegen „den Papst in Rom wie gegen den Rabbi von Lubawitsch" an. Er wird weiters die zionistische Bewegung und „Sozialfaschisten von der Art eines Abramowjtsch und Kunow'" schärfstens bekämpfen. Die antireligiösen Bestrebungen, die. wie die Tageszeitung „Emes" feststellt, bisher wenig Erfolg hatten, sollen um die neue Zeitschritt zentralisiert werden. In jüdisch-kommunistischen Kreisen erwartet man von der Herausgabe der neuen Zeitschrift die Einleitung einer verstärkten antireligiösen Propaganda unter der jüdischen Bevölkerung, insbesondere in Weißrußland und in der Ukraine. Es läßt sich vorläufig noch nicht feststellen, ob die Herausgabc der neuen Zeitschrift den Auftakt zu einer Antimazzoth-Kampagne in der Sowjetunion bilden soll. Immerhin läßt der im Prospekt des „Apikoires" enthaltene Angriff auf den „Lubawitscher Rebbe", der vor kurzem einen Aufruf an die Juden des Auslandes zur Einleitung einer Mazzothaktion für die russischen Juden erlassen hat, darauf schließen. Die Ablehnung der Kalenderreform durch das italienische Nationalkomite.— Der Kampf gegen Kalenderreform nicht aussichtslos. Die Ablehnung der Kalenderreform durch das italienische Nationalkomitee hat in der jüdischen Welt starke Beachtung gefunden. Der Welrverband für Sabbathschutz „Schomre Sehabbos'" verbreitet nun einen der italienischen Tageszeitung „II Giornale dTtalia" (Nr. iö, Jahrg. 19-51) entnommenen Bericht, der u. a. lautet: Das italienische Komitee, welches vom Minister für Auswärtige Angelegenheiten ernannt wurde, um die Reform des Kalenders zu studieren, die Italien mit den anderen Nationen in Genf zu behandeln haben wird, hat sich ausdrücklich gegen eine Reform erklärt. Im äußersten Falle — wenn nämlich die anderen Nationen auf einer Einführung einer Reform bestehen sollten — hat das Komitee vorgeschlagen, diese in minimalen Grenzen za halten, d. h. auf Abrundung oder auf völlige Gleichmachung der verschiedenen Monate zu beschränken, doch in keiner Weise den Wochenzyklus durch Einführung eines außerhalb der Woche stehenden Tages, des „Blankotages'\ zu unterbrechen. Den Vorsitz im Komitee führte Comm. Giannini, Berichterstatter war Prof. Armellini. Direktor des königl. Observatoriums des Campidoglio in Rom. Unter den Mitgliedern des Komitees befanden sich führende Persönlichkeiten aus den Kreisen de!» Wissenschaft, der Bank- und Geschäftswelt und der Agrarwirtschaft. Auch der Klerus war durch Rev. Monsignore Prof. Pcllizzola, von der italienischen Gesandtschaft beim Heiligen Stuhl, vertreten. Das Reformproblem wurde unter astronomischen, bürgerlichen, wirtschaftlichen, Bank-, Schul-

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