Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 1-2 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 18 Z I 0 N Nr. 1/2 Aus der Bewegung. Im Laufe des Monats Januar fanden verschiedene Vortragsreisen nüsrachistischer Redner stall. In Köln sprach Dr. Arnold Barth in einer von der Kölner Zionistischen Vereinigung veranstalteten öffentlichen Versammlung über die Probleme des kommenden Zionistenkongresses. Er führte u. a. aus, daß Misrachisten trotz der Tatsache, daß dieser Kongreß vorwiegend polnische Probleme behandeln wird, nur einer misrachistischen Liste ihre Stimme geben könnten. Nach wie vor müsse es für uns von überragender Bedeutung sein, daß auf dem Kongreß eine zahlenmäßig starke Partei vorhanden isl. die ihrem Willen nach einer Gestaltung Erez-Isracls auf Grund der jüdischen Ueberliefcrung Nachdruck verleiht. Auf dem Kongreß müsse eine Möglichkeit gefunden werden, daß sich Misrachisten je nach ihrer politischen Ueberzeugung entscheiden können, wenn es sich um rein allgemeine politische Abstimmungen handle. In F r a n k f u r t a. M. sprach Ministerialrat Hans Goslar in einer stark besuchten öffentlichen Versammlung, die von der Misrachigruppe einberufen war. zusammen mit Herrn Rabbiner Dr. Hoffman n. Die Redner legten besonders ihre vom revisionistischen Standpunkt abweichenden Gedankengänge dar. In der Diskussion traten ihnen Revisionisten und Radikale in heftiger Auseinandersetzung entgegen. Die Ausführungen der Referenten verfehlten nicht, starken Eindruck auf die Versammlung zu machen. In Mannhei m sprach in einer von der zionistischen Ortsgruppe einberufenen Versammlung Herr Rabbiner Dr. H o f 1 m a n n zu den Kongreßproblemen. die er vom Standpunkt des traditionellen Juden beleuchtete. In Hamburg fand eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Rabbiner Dr. Emil Bernhard-Cohn. Berlin, für uns sprach. Auch hier standen die Kongreßprobleme im Vordergrund der Ausführungen. In Dresden sprach Herr Alexander Adler in einer Wahlversammlung der Jüdischen Volkspartei, in der er die Notwendigkeit zionistischer Gemeindepolitik besonders hervorhob. Palästina als die zentrale jüdische Aufgabe unserer Tage müsse auch in den Gemeindestuben die ihm zukommende Beachtung finden. Die von über 6oo Personen besuchte Versammlung stimmte auch diesem Teil der Ausführungen begeistert zu. In Prenzlau sprach Herr Adler im Rahmen des Jüdischen Literaturvereins über .Jüdische Jahresbilanz". An Hand einer Darstellung der ungünstigen Lage des Wcltjudentums illustrierte der Redner die Möglichkeiten, die Erez-Israel für die Erhaltung des Judentums und seiner Lehre bietet. Es fand eine interessante Diskussion mit Verfechtern des Central-Vereins-Standpunktes statt. In Bcuthc n sprach Prof. Dr. II e r m a n n P i c k in einer stark von Zionisten aller Richtungen besuchten Versammlung, die die zionistische Ortsgruppe und die Gruppe der dortigen Misrachisten einberufen hatte. Auch Professor Pick sprach vornehmlich über die Aulgaben des kommenden Kongresses. Aus seiner eingehenden Kenntnis der palästinensischen Verhältnisse heraus beleuchtete der Redner die Notwendigkeit, daß eine starke traditionell gerichtete Partei innerhalb des Zionismus an seinen Aufgaben mitarbeite und ihren Einfluß auszuüben versuche. Als besonders erfreulich ist von Prof. Picks Besuch in Beuthen zu berichten, daß eine von ihm unternommene Sammlung für misrachistische Erez-Israel-Institutionen einen Betrag von über 400 Mark erbrachte, ein in Anbetracht der auch in Beuthen herrschenden wirtschafiiichen Depression sehr beachtliches Ergebnis. Gruppenverband Rheinland-Westfalen des Misrachi und Zeire Misrachi. Im Anschluß an eine Vortragsreise, die Herr Adler im Auftrage der Z.V. f. D. im Ruhrgebiet unternommen hatte und die ihn in die Orte Duisburg, Hamlxnn. Gelsenkirchen, Essen, Dortmund, Herne. Oberhausen und Hagen führte, fand am 15. Februar in Essen eine Zusammenkunft der misrachistischen Gruppenvorstände und Vertrauensleute aus dem Bezirk statt, an dem Vertreter aus Köln, Dortmund. Essen. Duisburg. Oberhausen und Dinslaken, sowie auch Herr Dr. Lcibowitz als Vertreter der Landeszentrale der Zeire Misrachi teilnahmen. Herr Adler hatte auf seiner Reise gesehen, daß in allen den vielen Orten des dortigen Bezirks vereinzelte Misrachisten leben, die bisher von unserer Organisation nicht erfaßt werden konnten, daß andererseits noch viele Menschen, veranlaßt werden könnten, sich uns anzuschließen, wenn sie etwas von unserer Arbeit sehen und sie kennen lernen würden. Besonders könnte man aber ersprießliche Arbeit auf dem Gebiet der Jugenderziehung leisten. Auch ein Zusammenarbeiten der verschiedenen Gruppen des Bezirks könnte die misrachistische Atmosphäre der ganzen Gegend befruchten und unseren Einfluß in der rheinischwestfälischen Judenheit verstärken. Nach einer gründlichen Aussprache über die Aufgaben, die der Verband haben würde, an der sich außer den Vertretern der beiden Landeszentralen besonders aus-