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Zion · 1931-01-01 · 1-2 (1.1931) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
1-2 (1.1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1/2 Z I 0 N Seite 15 dieser Fortschritte im Leben einer Anzahl von orthodoxen Arbeitern nicht der Hapoel Hamisraehi, sondern die ,,AlIgemeine Arbeiterorganisation'" ist! Bialik an die Lehrer. Der „Hed Hachinuch'", das Organ der hebräischen Lehreiorganisation in Palästina, bringt in seinen beiden letzten Nummern eine Rede Bialiks, die vor dem Tel-Aviver Lehrerverein gehalten worden ist. Er fordert in ihr die Schaffung einer jüdisch-traditionellen Umwelt, die für uns niemals durch Sport und Fußball ersetzt werden könne. Es heißt dort zum Schluß: ..Wir müssen uns in die höchsten Formen vertiefen, die je geschaffen worden sind. Da ist der Jörn Kippur: was ist die höelistc Gestalt dieses Tages? Ein Tag, an dem sich der Mensch dem Grade eines Engels nähert, ein Tag der Befriedung zwischen Mensch und Mitmensch, zwischen Mensch und Schöpfer: ein Tag der Reinheit und des Anschlusses an das höchste Licht. Sicher habt Ihr bei Smolenski die wunderbare Schilderung des Jörn Kippur gelesen. Immer, wenn ich sie wieder lese, bin ich zu Tränen gerührt Smolenski faßte die hohe Schönheit dieses Tages, obwohl er kein ,,Orthodoxer" war . . . Erziehen wir doch nicht unsere Kinder zu Alltagsmenschen ohne Himmelsleiter mit ihren Aufstiegen und Abstiegen! Geben wir ihnen doch eine Leiter, gegründet auf der Erde, und ihr Haupt rührt bis zum Himmel . . . Verachten wir doch nicht die Pedanterie, mit deiche Frömmsten der Frommen ihren Ethrog aussuchten: sie haben ihre Seele hineingelegt . . . Durch das Rascheln des Lulaws erklang ihnen der Laut der Heimat. Und wenn wir in den trockenen Lulaw Leben bringen konnten, so müssen wir auch jetzt die Mizwoth wieder beleben können ... Es ist doch bekannt, daß uns vor allem ein Lebensstil 'fehlt. Selbst der Araber in seinen Fetzen, hat seinen eigenen Stil, der mit der Landschaft verbunden ist. Unser Tallith war einmal unser Kleid, und nur in der Golah wurde sein Bereich auf das Religiöse beschränkt, weil er den Zorn der Nichtjuden auf sich zog . . . Aber ein Stil wird nur durch Erziehung geschaffen. Wir haben einen wunderbaren Stoff; man kann Formen nehmen und sie mit neuem Inhalt füllen, und man kann umgekehrt dem alten Inhalt eine neue Form suchen. Das ist keine „Reform'". Ihr habt das Beispiel des „Kabbalath Schabbath'" der Kinder vor Euch. Das ist ein kleiner Anfang, um die Form wieder zu beleben. ' Von allen unseren Gefäßen gilt mir der Sabbath als das köstlichste, als Lied der Lieder, denn er faßt alles: Menschliches, Nationales, Kosmisches, Sittliches und Soziales .... Aus dem Sabbath wollen wir unsere Umwelt herausspinnen. Er sei das Zentrum des Gebets, der Kleidung, des Essens, unserer Freuden . . . Jede Tat löst ein Problem. Heute können wir Juden nur Probleme stellen — die Tat ist den Völkern gegeben. Aber es gab einmal eine Zeit, da wir wenig sprachen und viel taten. Euere Pflicht, Ihr Lehrer, ist es, die Tat auch auf Euch zu nehmen und sie mit Selbstaufopferung zu verwirklichen . . ."" Die Arbeiterpresse hat diesen Aufruf zum Teil in dem Sinne kritisiert, daß ein säkularisiertes, nicht mehr durch religiösen Glauben gebundenes Judentum den hier vorgeschlagenen Weg nicht mit innerer Wahrhaftigkeit gehen könne. Die Diskussion dürfte noch fortgesetzt werden: einen wichtigen Beitrag zu ihr. nicht von der Seite der Formen, sondern von der des Lernens her, bedeutet der in den Chanukkatagen bei einer Lehrerkonferenz in Tel-Aviv gehaltene Vortrag von Dr. J e s c h e s k i e 1 Kau f f m a n n ..Ueber den Unterricht in der althebräischen Literatur in den höheren Schulen*", den wir im nächsten Heft im Wortlaut zu bringen hoffen. E. S. Dunkel über Rambam-Street. Aus dem englischen „Dawar'" von N. M. Rambam-Street liegt in Tel-Aviv. Sie durchquert, von AUenby-Road beginnend, die volkstümliche Verkehrsader Xachlath Benjamin mit ihren Läden, ,.Gasos" *)-buden. Autos und Fußgängern, um, knapp bevor sie nach weitem Verlauf endet, auf Jaffa zu stoßen. Denn — kurios genug — Jaffa hat sich mit einer Ecke bis ins Zentrum der jüdischen Schwesterstadt \orgeschoben und paar hundert Yard, links Carmcl-Street hinab, findest Du Dich im Quartier Manshieh. das so unverfälscht arabisch ist, als ob Tel-Aviv mit seinen Betonhäusern und Asphaltstraßen, das geschäftige, lärmende, hastige und hochstrebende Tel-Aviv, hunderte Meilen und hunderte Jahre entfernt läge. Rambam-Street ist nichts weniger als ein Prunkstück der Stadt und empfiehlt sich nicht durch Schönheit: den erfreulichen Eindruck ihrer drei bis vier guten Häuser, die wirklich nett inmitten sorgsam gepflegter Gärten stehen, verderben plumpe Karawansereien und beiderseits eine Reihe erbärmlicher Läden mit trübverstaubten Schaufen- *) Sodawasser.

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