Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 1-2 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1/2 Z I 0 N Seite 11 sondern meist durch die äußeren, wandelbaren Verhältnisse, auf die sieh das Gesetz bezieht, bedingt sind. Wir müssen auch beizeiten auf die sekundäre Bedeutung der nnsen »ay:: hinweisen, damit unsere Zöglinge, die an die begründete Betrachtungsweise gewöhnt sind, nicht ein solches (leset/, für unwichtig und nicht verpflichtend ansehen, für das sieh keine Begründung entdecken läßt. Welche Begründung die Gesetze im einzelnen erfahren können und sollen, sind Fragen der praktischen Erziehungsarbeit, die, wenn sie auftauchen, von der Führerschaft des gesamten Bundes diskutiert werden sollen. (Z. B. wieweit eine nationale Begründung der Speisegesetze zutreffend und zulässig ist.) Die Fragen der Begründung der r.^srs ist aber bei weitem nicht von der Bedeutung für uns wie die Frage von rvsan c.'p selbst. Es mögen die .Ansichten unter uns über die Möglichkeit. Notwendigkeit oder ZuHLssigke.it der Begründung des Gesetzes im Ganzen oder auch der einzelnen Gebote, geteilt sein. Es herrscht aber keine Meinungsverschiedenheit unier uns über die Tatsache unserer Verpflichtung zum Gesetz. Weiter wissen wir alle, daß sowohl bei uns Führern als auch innerhalb der Gruppen die Erfüllung der Gesetze eine noch recht mangelhafte ist. Da unsere Tagung nun sich vorwiegend mit der praktischen Erziehungsarbeit beschäftigen soll, möchte ich vorschlagen, daß die Diskussion sieh vorwiegend auf praktische Fragen beziehen soll, zu deren theoretischen Grundlagen unsere Stellung einheitlich ist. Ich möchte , diejenigen Gebote zur Sprache bringen, deren Erfüllung im B. IL. bei den Führern des B. II. und im Z. M. allgemein nicht gewährleistet ist. Ich meine einmal solche 3 tidk die durch schwierige, äußere Verhältnisse veriusacht werden, z. B. durch wirtschaftliche Not. Krankheit oder Beruls- Iragen und dann solche, die auf Bequemlichkeit und Disziplinlosigkeit zurückgehen. Der Misrachi in Palästina. Eine Bilanz. Von Dr. Ernst S i m o n. Flaifa. Die entscheidende Kritik, die vom deutschen Misrachi in den letzten Monaten an der gesamten Organisation und insbesondere an ihrer palästinensischen Zentrale geübt worden ist. macht eine Ergänzung von Erez-Israel her notwendig. Wie sieht sich die Lage von hier aus an. und wie reagieren die dem Misrachi nahestehenden Kreise auf die Aktion „der Deutschen"? I. Das Prestige des palästinensischen Misrachi ist unter den Nullpunkt gesunken. Der einzige Führer, der sich auch in weiteren Kreisen der Organisation einer gewissen Wertschätzung erfreut, ist — was auch sein scharler sachlicher Gegner zugeben muß — Raw Meir Berlin. Aber einmal beruht diese Popularität, von ihren persönlichen Gründen abgesehen, weniger auf bestimmten Mi>raehileistungen und Misrachieigenscluüten. als auf einer der heuligen Stimmung des Jischuws entgegenkommenden beinahe revisionistischen aligemcinpolitischen Haltung, und zweitens ist Raw Berlin den größten Teil des Jahres nicht in Palästina und befaßt sich auch bei seiner Anwesenheit hier mehr mit den Geschälten der Exekutive als mir denen des Misrachi. So kommt dieses potenzielle, wenn auch fragwürdig begründete Positivum nicht recht zur aktuellen Auswirkung. Im übrigen wird jede Tätigkeit schon durch die alle Vorstellungen übersteigende Finanzmisere und die mit ihr — als Ursache und Wirkung —- zusammenhängende Schuldenwirtschaft von vorneherein lahmgelegt. Als äußeres Symptom sei nur die Tatsache festgestellt, daß sowohl der „Flathor", das Zentralorgan der Misrachiexekutive, wie die „Ncthiwa", das Organ des ..Plapoel Hanüsrachi" seit vielen Monaten nicht erscheinen können und also praktisch eingegangen sind. Als einziges gesetzestreues Blatt Palästinas ist der vom Misrachi völlig unabhängige, wenn auch seine Forderungen maßvoll vertretende .,!Iahed" übrig geblieben. Diese Lahmlegung wirkt sich vor allem auf dem Gebiete der misrachistischen Kolonisation aus,, die infolge mancher Umstände wohl etwas teurer ist als die nichtlradil ioneile und deshalb zusätzlicher Fürsorge bedarf. F"s mag dazu kommen, daß sie bei Exekutive und Fonds etwas als Stiefkind behandelt wird, obwohl zur vollkommen sicheren Aufstellung dieser Behauptung eine breitere Kenntnis des beiderseitigen Materials nötig wäre, als ich sie mir bis jetzt verschalten konnte. Immerhin steht leider lest, daß die Situation der wenigen misrachistischen Siedllingspunkte geradezu verzweifelt ist und daß von der Exekutive aus nichts geschieht, vielleicht bei ihrer Kassenlage auch nicht viel geschehen kann, um sie zu bessern. Besonders leidet Chinin, und Scheich Abreck mußte in den letzten Wochen einen erbitterten Kampf mit der Exekutive um die einfache Fortsetzung seiner Existenz führen. Dieser scheint vorläufig durch das sehr energische, zum Teil mit separatistischen Ak-