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Zion · 1931-01-01 · 1-2 (1.1931) · p. Seite 7

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Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
1-2 (1.1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1/2 ZION Seite 7 kumcnts verändert und die Möglichkeiten für ungehinderte Forlführung unserer bisherigen Arbeit schafft'. Wir haben natürlich noch immer kein Recht, mit den Verhältnissen zufrieden zu sein, und es wird sieh recht vieles in der Verwaltung ändern müssen, bis man davon wird sprechen können, daß die Mandatarmacht uns bei der Errichtung unserer nationalen Hehnstatte diejenige Unterstützung zuteil werden-laßt, auf die wir nach dem Mandat Anspruch haben. Wenn aber die durch das Weißbuch deprinrertc Judenhi.il nunmehr sich wieder ihrem Lande zuwendet und die Araber ihrerseits einsehen, daß mit dem jüdischen Faktor in anderer Weise zu rechnen ist. als sie im letzten Jahre hoffen zu dürfen glaubten, dann können die Verhandlungen eine Bedeutung erhalten, die noch über die bisher sichtbare hinausreicht. L. 13. Nahum Sokolow 70 Jahre. Am 5. Schwat feierte der Präsident der Zionistischen Exekutive. Xahuni Sokolow. seinen 70. Geburtstag. Sokolow gehört mit zu den crsien Zionisten. Er war noch Teilnehmer des 1. Kongresses und steht seil jenen Tagen in der vordersten Reihe der zionistischen Kämpfer. Nach Her/.!s Tod wurde Sokolow im Jahre 1905 Generalsekretär der Zionistischen Organisation unter David Wolfsohns Führung. Eine Zeit lang war er Chefredakteur des zionistischen Zentralorgans .,Die Welt''. Auf dem X. Zionistenkongreß im Jahre 1911 wurde er Mitglied des engeren Aktionskomitees. Während des Weltkrieges verlegte Sokolow seinen Wohnsitz noch London, wo er mit Dr. Weizmann zusammen politisch für 'den Zionismus tätig war und an der Erlangung der Balfoiir-Deklaratioi! mitwirkte. Seit dieser Zeit gehört Sokolow zu den führenden Männern der zionistischen Poitik. Während der Fliedensverhandlungen in Versailles war er Präsident des Comile des Delegations Juives. Seit dem Jahre 1920 ist Sokolow Präsident der Zionistischen Exekutive, seit IQ30 Ehrenvizepräsident der Jewish Agencv. Sokolow ist e'ner der glänzendsten hebräischen Journalisten. In jungen Jahren redigierte er die in Warschau erscheinende hebräische Zeitung ..Hazefira", die einen sehr großen Einfluß auf die geistige Entwicklung der osteuropäischen Judcnheit hatte. Darüber hinaus aber veröffentlichte er zahlreiche Abhandlungen und Aufsät.-e in hebräischer, jiddischer, russischer, englischer, f ranzesi-cher und deutscher Sprache. Auch auf literarisch-wissenschaftlichem Gebiet hat Sokolow Außeroden'li \hes geleistet. Eines seiner bedeutendsten Werke ist die im Jahre 1919 herausgegebene .,Geschichte des Zionismus'". Sokolow gehört zu jenen ostjüdischen Menschen, 'die zwar zum jüdischen Rcligionsgesetz anders stehen, als wir das für richtig halten, die aber niemals vergessen haben, daß sie durch ihre tiefe Kenntnis des gesamten Lehrinhalts des Judentums ihre geistigen Wurzeln in der Ueberlieferung haben. Auch Sokolow bringt daher unseren Forderungen Verständnis entgegen, es ist ihm nicht nur eine politisch notwendige Maßnahme, daß man auch den traditionell eingestellten Juden Betätigungsmöglichkeit im Zionismus gibt, etwa um die Massen an sich heranzuziehen, sondern er fühlt, tlaß der Zionismus seine geistigen und ethischen Quellen im überlieferten Judentum hat und deshalb ohne eine starke, auf religiösem Boden stehende Richtung in seinen Reihen nicht gedeihen könne. Es ist vielleicht kein Zufall, daß Sokolow als einer der Palladine Herzis auch heute noch den Zionismus Herzlscher Tradition vertritt. Er wurzelt in Tradition und fand daher in der zionistischen die Betätigung seiner konservativ tendierenden Anschauungen. Wir wünschen dein altbewährten Führer noch ungezählte Jahre zionistix-'ner Tätigkeit zum Segen unseres Volkes. Unsere Verpflichtung zum Gesetz und ihre Begründung. 'Von G r e t c W i n t e r. Köln. Referat, gehalten auf dem 3. Bundes ag des Zeire Misrachi für Deutschland am 8-yin rri p->na Das Thema, das mir die Zentrale gestellt hat. lautet: ..Unsere Verpflichtung zum Gesetz und ihre Begründung". Die Stilisierung dieses Titels zeigt schon eine Tatsache an. über die wir uns alle einig sind: Es existiert unsere Verpflichtung zum Gesetz. Sie kommt zuerst und steht zweifellos fest. Die Frage innerer Begründung ist sekundär. Welche Ergebnisse auch die Untersuchung über die zweite Frage bringt: Es kann niemals unsere Verpflichtung zum Gesetz dadurch in Frage gestellt werden. Welches sind die Begründungen, die eine Religion erfahren könnte? (Religion wird hier immer im Sinne von Gesetz gebraucht, während unter Religiosität das Erlebnismäßige verstanden werden soll.) Da sind zunächst die üblichen Begründungen: ilie ethische und die wissenschaftliche. Die erste versucht in jedem Gesetz einen moralischen Gehalt zu entdecken, um dessenwillen

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