Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 1-2 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Z I 0 N Nr. 1/2 „welche Staats- und andere Ländereien für geschlossene Ansiedlungen von Juden unter Bezug auf die Verpflichtung, die dein Mandatar obliegt, verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können''. Diese, von uns seit Beginn unserer Arbeit unter dem Mandat immer — bisher vergeblich — geforderten und jetzt für „so schnell wie möglich'" zugesagten Erhebungen werden wesentlich positiver ausfallen, als es das Weißbuch glaubte, weil dessen Forderung, „daß es notwendig ist. zur Ansiedlung jetzt landloser arabischer Bauern weitere Bodenflächen verfügbar zu machen'", jetzt fallen gelassen worden ist. Als „landlos'" waren 29.4 Prozent der 86 9S0 ländlichen arabischen Familien angegeben worden, d. h. mehr als 25 500 Familien. Jetzt ist der Begriff ..landlos'' überhaupt verschwunden und die Pflicht der Regierung zur Ansiedhing lediglich der durch die jüdischen Bodenkäufe von ihren Böden verdrängten Siedler festgestellt worden. Dadurch schrumpft die Zahl von mehr als 25 500 auf weniger als 780 zusammen (wir besitzen und überreichten schon 1930 eine genaue Aufstellung hierüber) und von diesen sollen mit gutem Recht auch noch die ausgeschieden werden, die bereits (im wesentlichen durch unsere freiwillig gezahlten Entschädigungen) „eine andere ausreichende Beschäftigung finden konnten". Unter den Arabern, für die Hope Simpson einen besonderen Ansiedlungsplan vorlegte, befand sich ein großes X: diejenigen, die auf den übervölkerten Hügelgebieten sitzen. Sie sollten in die Ebenen überführt und dort angesiedelt werden, wobei für ihre primitive Bodenbewirlschaftung ein relativ sehr großes Areal zur Verfügung zu stellen wäre. Dies hälfe ohne Zweifel eine empfindliche Verknappung des Bodens zur Folge gehabt. Der Vorschlag halle kaum damit gerechnet, daß gerade diese Hügeldistrikte mit ihren Olivenkulturen eine wesentlich intensivere Bewirtschaftung als die' Ebenen gestatten. Der Brief des Prime-Ministers enthält keinerlei Vorschläge nach dieser Richtung (auch das Weißbuch hatte sie nicht rezipiert), sondern empfiehlt ausdrücklich die Intensivierung der Hügeldistrikte, ohne (außer in exzeptionellen Fällen) die Bewohner in die Täler umzusiedeln. Da somit die wesentlichen Voraussetzungen fortgefallen sind, die das Weißbuch zu den einschränkenden Bestimmungen über Einwanderung und jüdische Arbeit geführt hatten, so ist es nur logisch, daß die Einschränkungen gefallen sind. Das Labour Schedule wird weiter aufrecht erhalten wie bisher, und es wird darüber hinaus unser Standpunkt anerkannt, daß auch in öffentlichen und städtischen Arbeiten jüdische Arbeiter zu beschäftigen sind, wobei man die (bekanntlich weif über den Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung hinausgehenden ) jüdischen Beiträge für die öffentlichen Einnahmen in Rechnung zu setzen hat. Die gegen uns erhobenen Vorwürfe wegen des Prinzips jüdischer Arbeil in nationalen Unternehmungen wird zurückgezogen. Vor allem wird aber festgestellt, daß unsere Minwanderung nicht abhängig davon gemacht werden darf, welche Arbeitslosigkeit unter dm Arabern herrscht, und an Stelle der gefährlichen Formulierung des Weißbuches (Artikel 27). ..daß die Aufstellung der Arbeit er-Einwandcrungslisle von der Feststellung der Gesamtzahl aller Arbeitslosen in Palästina abhängig gemacht werden muß'", wird jetzt wieder auf den Grundsatz von 1922 zurückgegriffen, daß die Immigration nicht eine Belastung für die Gesamlbevölkerung darstellen und Arbeiter aus ihren Stellungen verdrängen darf. Der Plan einer Land-Development-Commissi m zur Entwicklung des Landes wird auch in dem Brief an Dr. Weizniann noch nicht detailliert, und es scheint, daß die Regierung hierzu noch nichts zu sagen hat. Bekanntlich hat Dr. Shiels in der großen Unterhausdebatte im November angekündigt, daß er vom Parlament einen Kredit von 2 500 000 Pfd. St. hierfür verlangen werde, über die Verwendung dieses Geldes ist aber noch nichts gesagt worden. Es ist anzunehmen, daß Besprechungen über einen solchen Plan bald stattfinden werden, und die Exekutive der Jewish Agencv wird ihrerseits Vorschlüge machen, die nicht nur den jüdischen Interessen, sondern denen des ganzen Landes dienen sollen. Ein Fehler der neuen Regierungserklärung liegt ohne Zweifel darin, daß, obwohl, wie gesagt, noch gar kein ..Development Scheine" vorliegt, schon festgestellt wird, daß die Regierung solche Landtransaktionen verhindern kann, die mit dem Tenor des (noch unbekannten) Planes unvereinbar wären. Natürlich darf die Exekutive nur solche Pläne der Entwicklung des Landes diskutieren, die der Zukunft unserer Arbeit volle Rechnung tragen, und die Regierung erkennt selbst an, daß der Plan auch unser Werk zu fördern haben wird. III. So sieht man, wie die „autentische Interpretation" den Charakter des ursprünglichen Do-