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Zion · 1931-01-01 · 1-2 (1.1931) · p. Seite 2

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Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
1-2 (1.1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 Z I 0 N Nr. 1/2 als misrachistisches Mitglied der Exekutive den Verhandlungen der Misrachi-Fraktion beiwohnte, war der einzige, der sich für die Verschiebung des Kongresses aussprach, der auch dagegen aufgetreten war, daß die Actions-Comite-Mitglieder gezwungen sein sollten, auf Grund eines in Unkenntnis des ganzen Materials in Warschau gefaßten Beschlusses, fraktionsmäßig zu stimmen. Raw Meier Berlin, der ebenfalls in seiner Eigenschaft als Exekutivmitglied an den Fraktionssitzungen teilnahm, war einer derjenigen, die gegen die Verschiebung des Kongresses auftraten. Bereits einige Wochen vor der Actions-Comite-Sitzung hatte Raw Berlin, infolge von an sich berechtigten Beschwerden gegen Dr. Weizmanns Methoden in der Zusammenarbeit mit seinen Kollegen in der Exekutive, den Beschluß gefaßt, aus der Exekutive der Agency auszutreten, damals hatte er seinen schon bekanntgegebenen Rücktritt wieder zurückgezogen. Raw Berlin machte nunmehr geltend, daß diese mehrere Wochen zurückliegenden Vorkommnisse es ihm unmöglich machten, die Verantwortung für die Politik der Exekutive weiter mit zu tragen. Raw Berlin stand ferner auf dem Standpunkt, daß der innere organisatorische Zustand in der Zionistischen Organisation eine stärkere Gefahr darstelle, als der augenblickliche finanzielle Zustand, und daß besonders der letztere auch nicht wesentlich durch die Herausschiebung des Kongresses zum Besseren gewendet werden könne. Seine Forderung des Austritts unserer Vertreter aus der Exekutive kann also nicht ausschließlich damit begründet werden, daß der Kongreß verschoben wurde. In der Erklärung, die Raw Fischmann dem Actions-Comite abgab, daß der Misrachi aus der Exekutive ausscheide, wurde aber einzig zum Ausdruck gebracht, daß die Verschiebung des Kongresses den Misrachi zu diesem Schritt veranlaßt hätte. Sofort nachdem die Landeszentralc des deutschen Misrachi von der Tatsache des Austritts des Misrachi aus der Exekutive Kenntnis erhalten hatte, drückten wir Raw Berlin telegraphisch unsere Meinung dahingehend aus, daß wir die Verschiebung des Kongresses nicht als einen genügenden Grund .ansehen, aus der Exekutive auszuscheiden und' dadurch unseren Einfluß auf die Gestaltung der Dinge während der nächsten vier Monate völlig aufzugeben. Wir forderten den Wiedereintritt unserer Vertreter auf Grund des Wunsches, den das Actions-Comite einstimmig ausgesprochen hatte. In mehreren Sitzungen, die zum Teil unter Anwesenheit von Herrn Lazarus Barth abgehalten wurden, kam die Landeszentrale gegen nur eine Stimme zu der Ansicht, daß der von der Actions- Comite-Fraktion gefaßte Beschluß, die Exekutive von Misrachimitgliedern zu entblößen, unbedingt zu verwerfen ist, daß es nicht zu verantworten sei, in einem für die Zionistische Organisation so schwierigen und bedeutungsvollen Moment sich der Verantwortung für die Führung der Geschäfte zu entziehen und daß wir daher Lazarus Barth auffordern sollten, von sich aus wieder in die Exekutive zurückzutreten, auch dann, wenn die Misrachi- Fraktion hiermit nicht einverstanden sein sollte. Aus Er ez- Israel hatten wir inzwischen erfahren, daß die Führer der Landesorganisation, sowie auch diejenigen des Poel Hamisrachi mit dem Austritt aus der Exekutive nicht einverstanden waren. Die Lage stellte sich uns daher so dar, daß außer dem deutschen Misrachi zumindest auch gewisse Teile des außerdeutschen ost- und .westeuropäischen Misrachi, die Führer des amerikanischen sowie des palästinensischen Misrachi, hinter denen doch sicherlich auch beachtliche Teile ihrer Organisationen stehen würden, dem Wiedereintritt des Misrachi in die Exekutive zustimmten. Raw Berlin hatte uns, nachdem wir ihn davon in Kenntnis gesetzt hatten, daß wir Herrn Barth zum Verbleiben in der Exekutive rieten, gebeten, die Angelegenheit nicht allein zu entscheiden, sondern zu versuchen, einen gemeinsamen Beschluß der Actions-Comite-Mitglieder und verschiedener Landsmannschaften in dieser Frage herbeizuführen. Wir wandten uns infolge dieser Anregung an Herrn Farbstein nach Warschau, der sofort eine Zusammenkunft der Actions-Comite-Mitglieder, zu der auch die deutsche Landeszentrale eingeladen wurde, veranlaßte. Die Landeszentrale entsandte zu dieser Sitzung die Herren Dr. Wolfsberg und Max J. Kober. Auf dieser Sitzung wurde zunächst vorgeschlagen, die Frage der Opposition des deutschen Misrachi gegen den Weltmisrachi und den Merkas mit der jetzt vorliegenden Frage zu verbinden. Unsere Vertreter lehnten die Verquickung der beiden Angelegenheiten ab, da sie keinerlei Auftrag hätten, in diesem Gremium unsere prinzipielle Opposition zu behandeln, auch gar keine Möglichkeit vorläge, über diese Frage im jetzigen Augenblick irgendwelche Entscheidungen zu treffen. In den darauffolgenden Verhandlungen über die Verschiebung des Kongresses und die Konsequenzen, die der Misrachi aus ihr gezogen hätte oder ziehen müßte, stellte es sich heraus, daß wir mit unserer Forderung des Wiedereintritts in die Exekutive absolut allein standen und zwar weniger aus prinzipiellen und sachlichen Gründen, sondern jetzt in

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