Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 10-11 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 132 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 132 Z I 0 N Nr. 10/11 einer Lösung der von Verwaltung und Regierung immer wieder unterstrichenen Schwierigkeiten beizutragen? Wenn die Araber in Regierungsdokumenten lesen, daß gegen das Prinzip jüdischer Arbeit in den von jüdisch-nationalen Fonds unterhaltenen Institutionen geschrieben wird, wenn sie sehen, daß man sich nach Pogromen, nach ..wanton attaeks" liebevoll mit der Lage der Angreifer beschäftigt und ihnen zu Lasten der Ueberfallenen Konzessionen macht, wenn sie in diesen Dokumenten Bemitleidungen der Fellachen über ihre armselige Lage lesen unter peinlicher Verschweigung der Tatsache, daß es ihre eigenen Effendis sind, die sie mit Hungerlöhnen und wucherischen Zinsen aussaugen, dann . . ., dann glaubt man zur Befriedigung beigetragen zu haben? Dann sage man sich in London, daß man den Haß und das Mißtrauen nur gesteigert hat und forsche unter den Raigebern bei der Jerusalemer Beamtenschaft nach, wer Ciefallcn daran gehabt hat. es nicht zu einem I. iediiehen Verhältnis kommen zu lassen. Hope Simpson hat einen ganz allgemeinen Plan auf Grund kurzen Besuchs in fremdem Land entworfen. Wir haben lange vorher einen konstruktiven Plan vorgelegt, der nicht Theorie ist. sondern dessen Realisierbarkeit an den verschiedenen Punkten des Landes wir aufweisen können. Er ist „mit den gegenwärtigen Mitteln arabischer Kultivationsmethoden" nicht durchzuführen. Die Maudaia:macht, die wegen ihrer mangelnden Aklivnät den Tadel nicht nur des Völkerbundes, sondern 'ihres eigenen Experten einstecken mußte, wird zur Verbesserung dieser landwirtschaftlichen Methoden etwas tun müssen und an unserem Plan ,de.- Intensivierung nicht vorübergehen können, tiotzuem er von der Jewish Agency stammt. Die Regierung versichert, daß sie das Mandat ausführt. Balfours Geist ist es nicht, der aus dein Weißbuch spricht, und seine beiden Mitarbeiter " von. 1917, Lloyd George und Smuts haben deutlich erklärt, daß das neue Dokument der Balfour-Dekla.- rayon, dem Mandat und den Instruktionen des Völkerbundes aufs schärfste widerspric h t. Pass- ' iiefd beruft sich auf das White Paper vo»i 192.2; Churchill, sein Vorgänger im Amt, der es gezeichnet hatte und Herbert Samuel, der damalige Oberkommissar, bescheinigen, daß er nicht das Recht hat. sich auf dieses Statement zu berufen, die Führer der Konservativen und Liberalen und Mitglieder der Arbeiterpartei protestieren in Ausdrücken, die von englischen Politikern nicht sehr häufig gebraucht werden. Wenn die Linie der Politik nicht schnell und sichtbar geändert wird, so wird unabsehbarer Schaden entstehen, nicht nur in Palästina, sondern auch in anderen Ländern, die dann gewahr werden würden, mit welchen Mitteln auf Englands führende Politiker Eindruck gemacht werden kann. * Und wir? Unsere Arbeit geht weiter. Das Unrecht, das uns getan werden soll, hat aufrüttelnd auf die Lauen gewirkt. Einheitlich ist die- Stimmung in den jüdischen Massen: und dennoch! Wir konsolidieren unsere Siedlungen, führen die „Ansiedlung der Tausend" durch, intensivieren die Wirtschaft, nutzen die Bodenreserve aus und kämpfen für die Aufhebung der Bestimmungen, mit denen Bureaukraten die lebendigen Kräfte eines Volkes knebeln zu können sich schmeicheln. Wir sehen nicht mit den Augen landwirtschaftlicher Experten, wir sehen mit Augen, die in die Seele blicken können, in die Seele unseres Volkes. Das Land, durch Bibel und Tradition uns geheiligt, hat die Jahrhunderte hindurch jüdisches Fühlen in seinem Bann gehalten und mit der Kraft, die religiöse Begeisterung und nur sie zu geben im Stande ist. halten wir es und lassen es nicht. L. B. Zur Situation das Zionismus. Von Dr. I s m a r F e 11 n c r. Frankfurt a. M. Die Mitteilungen über die Neuorientierung der englischen Paläst inapolitik haben allenthalben Befremden, im zionistischen Lager aber Bestürzung und Enttäuschung hervorgerufen. Ueber die tieferen Ursachen der neuen Weißbuchpolitik, ihre Begründung und deren Kritik zu sprechen mag den politischen Wortführern der Bewegung überlassen bleiben. Uns drängt sich nach allem, was in Vorfolg der letzten Ereignisse und ihrer Auswirkungen geschehen ist, die Frage auf: Wie steht es in diesem Zeilpunkt um die gesamtzionistische Situation? Ist es berechtigt, von einem Zusammenbruch des Zionismus zu sprechen, wie ihn die zionistengegnerische Presse triumphierend verkündet? Auf diese Fragen eine Antwort zu finden, erheischt ein tieferes Eingehen auf den Zionismus als B e w e g u n g, als einen sinnerfüllten und zweckgeslaltenden historischen Verlauf, demgegenüber das politische, das wirtschaftliche Ziel defe Programms nur eine Kulisse ist. Die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina, die zum zentralen Blickpunkt der Weltjudenheit werden soll, ist freilich ein reales Ziel, dessen Erreichung an alle realen Mittel der politischen Einsicht und des wirtschaftlichen Könnens appelliert. Aber mit wieviel unendlichem Opfermut, mit' welch hochragendem Idealismus, mit welch selbstverleugnendem Märtyrertum muß dieses Ziel erarbeitet, erobert, ertrotzt werden, und wie anders