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Zion · 1930-10-01 · 10-11 (10.1930) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
10-11 (10.1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10/11 Z I 0 N Seite 131 Kulturwelt die Größe jüdischen Werkes zeigen zu können? Dies Gefühl, so schaffen zu können — um nun auch noch das Bitterste zu sagen —, dies Gefühl, das sie und uns stolz machte, wird jetzt zum ersten Mal herabgezogen. Daß sie dort mit eigenen Händen am Werk sind, daß sie in einer fast religiösen Begeisterung Selbstarbeit lehren und keinen anderen für den Profit des Besitzes frohnen lassen — das wird ihnen zur Schuld angerechnet! (Von einer sozialistischen Regierung!) Die PICA- Siedlungen. in denen das nicht der Fall sei, sind zu loben. Sie haben dem Land Nutzen gebracht. Sie haben den Fellachen (man weiß zu welchem Löhnen) für sich schuften lassen. Sie sind nützliche (Wieder der palästinensischen Wirtschaft. Anmerkung: Die PICA hat ein Recht dies Lob bescheiden abzulehnen. Zumindest darf sie sagen, daß sie sich verschlechtert hat. Auch sie hat schon häufig mit dem alten und früher verständlichen System gebrochen, wenn es auch noch Punkte gibt, an denen es noch zu ändern ist. Immerhin aber ein neuer Vorwurf gegen Juden. Bisher hat man ihnen vorgeworfen, daß sie nur die Unternehmer sind, die von der Höhe ihres Geldsackes aus zusehen, wie andere ihn füllen helfen. Unproduktive Elemente, Nutznießer fremder Arbeit, jetzt, da sie selbst mit unerhörtem Fanatismus zu Placke und Spaten greifen, jetzt kommt eine Regierung, die sich Labour Government nennt — Labour — Arbeit — und sagt . . . : aber wiederholen wir es nicht nochmals. Wir haben zwei Werte für unser nationales Heim. Der eine die Arbeit, der andere der nationale Boden. Ueber der Londoner Börse steht der Spruch unserer Bibel 'Soi yittn 'm in englischer L'ebersetzung: "The earth ist the Lords and the lullncss therein" — was man, wie die Londoner Verhältnisse nun einmal geworden sind, allerdings wiedergeben könnte durch: Das Land gehört den Lords. Aber immerhin, unser nationales Heim, das wir ja aufbauen sollen, sollte nun wirklich' so sein, daß der Boden nicht verhandelt, sondern Eigentum des Volkes bleiben soll. Daraus schwerster Vorwurf für uns. Die Methode des Nationalfond ..ist zu verurteilen und muß radikal geändert werden" (Hope Simpson. Seite 142). Das Nationalheim, dem schon die Mandatarmacht, entgegen der ausdrücklichen Bestimmung des Mandats (Artikel 6), kein Teilchen aus Staats- und Brachländereien gegeben hat, soll und muß daran gehindert werden, sich aus eigenem Geld und Schweiß Boden zu schaffen. Wo und wie soll das Nationalheim errichtet werden? Kritik ist billig? Haben wir ein Programm? Daß kein Zionist die Rechte der arabischen Bevölkerung im Lande schmälern will, haben wir oft nicht nur gesagt, sondern bewiesen. Und daßi wir darüber hinaus durch den Zufluß an Kapital, durch die Schaffung von neuen Institutionen in Handel und Industrie, die Schaffung neuer Kulturen, Lehrmeister gewesen und Arbeitsmöglichkeiten, direkte und indirekte, ins Leben gerufen haben, wer will das leugnen? Fällt etwa der Vergleich der palästinensischen Araber mit denen der Nebenländer, die Hope Simpson nicht gesehen hat, zuungunsten der ersteren aus? Auch die Unruhen sind kein Gegenbeweis. Unruhen gab es ja auch in Ländern, wo keine jüdische oder andere Zuwanderung ..Schwierigkeiten" geschaffen hatte. Haben wir ein Programm? Zumindest hatten wir eines, ehe die Regierung mit ihren ständigen Lösungsversuchen kam, die. entgegen den Mandatsbestimmungen nie mit der Jewish Agency beraten, nach beiden Richtungen hin Schaden stifteten. Vom Standpunkt der Mandatarmacht aus gesehen: warum, wenn man das kleine Land durch die Abschneidung von Transjordanien halbieren wollte, warum wurde nicht damals dieses Gebiet für die Westjordanaraber als Siedlungsgebiet benutzt? Warum überließ man es völlig den Juden, mit einem Apparat, der erst gebaut werden mußte, die Forschungsarbeit für intensive Landbebauung und dann dieses selbst zu schaffen, statt selbst mit einzugreifen, die reichen Erfahrungen, die eine überall kolonisierende Macht hat, zur Verfügung zu stellen iu einem Land, in dem sie doch schließlich nicht nur den Arabern gegenüber Verpflichtungen hat? Dies Werk, frühzeitig und großzügig begonnen, hätte beiden Teilen der Bevölkerung erheblichen Nutzen bringen können, und. immer unter der Bedingung, daß man nicht das künstlich geschaffene Cisjordanien allein in Rechnung setzt, sondern die Nachbarländer mit bedenkt, weite Flächen der Besiedlung erschließen können. Für Palästina allein kann man natürlich nicht einen Civil Service einrichten: was aber wohl hätte geschehen können und noch geschehen muß, ist, daß jeder Beamte als seine Instruktion mitbekommt, daß die Pflicht der Verwaltung die Hilfe bei der Errichtung des jüdischen Nationalheims ist. Nicht jeder Beamte, der in den Straits Settlements oder der Goldküste am Platze ist. wird auch ohne weiteres in Palästina seinen Posten ausfüllen, wo Probleme vorhanden sind, zu denen man einj innere Einstellung haben muß, und zwar eine, in deren Mittelpunkt der Wille steht, das Mandat dem Geiste nach durchzuführen. Wenn die Araber die Beamten in innerer Opposition zum Mandat sehen, wie kann man erwarten» daß sie bereit sind, zu

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