Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 9 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 121 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Z I 0 N Seite 121 rügen Schülern nach Jawne und schuf das „kulturelle Zentrum", das uns bis heute erhalten hat. Hätte Wolfsberg damals gelebt, so wären seine jetzigen Bemerkungen wahrscheinlich schon damals geschrieben worden. Der Aufbau Palästinas ist verbunden mit der Ehre des jüdischen Volkes. Niemals wird man Palästina mit Schnorrgeldern aufbauen, sondern nur unter vollster Desillusionierung -p>o Saai -;rsJ ~3-i „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre?'. Nachbemerkung zu vorstehendem Aufsatz. Den vorstehenden polemischen Artikel von Herrn Perlmann hat die Redaktion des „Zion" ungeachtet schwerster Bedenken, auf meinen dringenden Wunsch, unverändert zum Abdiuck gebracht. Ich wollte nicht, das* durch Ablehnung des Perlmann'schen Artikels der Eindruck eitstände, als ob ich den Aufsatz unterdrückt hätte. Gerade in einem Falle, wo die Polemik sich ganz gegen meine Person richtet, wollte ich durch meine Bemühung um Veröffentlichung dieses Angriffes erweisen, dass d'u\ freie Diskussion in diesen Blättern w'uklich eine Stätte hat. Zur Sache selbst habe ich kaum etwas zu bemerken. Die Leser des „Zion" haben Gelegenheit, beid« Aufsätze mit einander zu vergleichen — und ich bitte sie, es gerade in den Fähen zu tun, wo Herr Perlmann Zitate ans meinem Aufsatz bringt, die nicht ohne Gefahr des Missverständuisaes aus dem Zusammenhang gelöst werden können — und werden kraft eigener Einsicht entscheiden, wessen Meinung schwerer wiegt. Da Beeinflussung zu übeu liegt mir fern. Ich möchte nur auf einige wenige Punkte in äuss-jrster Kürze hinweisen : 1) Die Diffamierung derer, die noch nicht nach Palästina übergesiedelt sind wird allmählich zur Mode. Da ich mich in meiner Entgegnung an Rabbi Binjamin zu diesem Problem bereits geäussert habe und die ganze Sache in der damaligen Diskussion zwischen Rabbi Binjamin, Dr. Barth und mir in ruhiger Weise behandelt wurde, so braucht dieser Punkt hier nicht noch einmal gründlich erörtert zu werden. Rabbi Binjamin hat noch das Problem im „Hahed" weiter diskutiert und ich habe es unterlassen, darauf noch einmal einzugehen, weil es unmöglich und uninteressant ist, vor der Oetfentlichkeit zu erörtern, warum dieser oder jener Misrachist und so auch ich, bisher noch nicht nach Palästina übergesiedelt, ja noch nicht einmal als Touristen in's Land gekommen sind. Es würde ebenso lächerlich wie peinlich sein, berufliche oder persönliche Gründe anzuführen, die mir im vergangenen Jahre eine fest geplante Reise unmöglich machten und etwa der Oeffentlichkeit die Zusicherung zu geben, dass ich im künftigen Frühjahr mit Sicherheit die Reise antreten werde. Eines aber muss hier über die sachlichen Gesichtspunkte hinaus, die bereits früher genannt worden sind, doch gesagt, werden: es gibt Männer, die alles Unglück in Palästina und im jüdischen Volk darauf zurückführen, dass noch nicht alle Juden im Lande sind und merkwürdigerweise spricht so der eine oder andere, der von Majorität, von Balfour-Deklaration nichts hält. Ich will hier auf diesen Widerspruch nicht länger eingehen, aber es muss doch gesagt werden, dass es sich hier um ein etwas demagogisches Argument handelt. Es dürfte auch Herrn Perlmann nicht unbekannt sein, dass die Immigration in Palästina gewissen Schwierigkeiten begegnet und zwar nicht nur so weit 69 sich um Chaluz-Allijah handelt, sondern auch um die Allijah von Menschen in fieien Berufen. Es gibt sogar Aerzte, d.e über kein Vermögen verfügen und es wird wiederum der Oeffentlichkeit von sehr geringem Interesse sein zn wissen, dass es wirklich auch unter den von Herrn Perlmann attakierten Misrachisten Menschen ohne irgend welches Vermögen gibt. Jedenfalls wirkt es grotesk, dass die Ansässigkeit in Berlin und London einem jedes Recht und jede Fähigkeit nimmt, irgendwie mitzureden. Aber ich sehe zu meinem Schrecken, dass ich in die sachliche Diskussion schon eingetreten bin und ich habe mir fest vorgenommen, es nicht zu tun. Ich stehe fassungslos vor den Gedankengängen des Perlmann'schen Aitikels. Fassungslos vor der neuen Einteilung von Zionisten und Nichtzionisten, ratlos vor der Bewertung von Balfour- Deklaration, politischen Bemühungen der Leitung, entsetzt vor der Bewertung der Tätigkeit, der Ergebnisse des Keren Hajessod und anderer Fonds, verständnislos vor der Gesamteinschätzung der zionistischen Leistung, die gegenüber der Rothschild'schen ganz en bagatelle gewürdigt wird. Ich will all diese Bemerkungen Perlmanns hier nicht in der Weise ankreiden, wie sie es wohl verdienten, aber der Leser soll einmal sich deutlich vor Augen führer, welche Gefahren in dieser Betrachtungsweise schlummern — nein, nicht schlummern, sondern wach sind. Gegenüber diesen Gesichtspunkten, deren Gefahrenmomente hier nicht vollständig aufgestellt sind, wiegt bei mir das Bestreben Perlmanns sehr wenig, mich persönlich zu bekämpfen. Vielleicht würd« ich, wenn der Aufsatz gegen jemand anders gerichtet wäre, mit Schrecken bemerken, wie sehr sich ein Autor dazu hi^reissen lässr, einen anderen durch einen ganzen Aufsatz hindurch — wie mir scheint ohne Grund — zu bekämpfen und gelegentlich auch zu schmähen. Aber da es mich selbst betrifft, will ich dabei nicht verweilen und es ist Herrn Perlmanns Sache und eine Frage seines Geschmacks, den Aufsatz zu schreiben, wie er es getan hat. Dr. Oskar Wolfsberg. Bialik über Thoralernen. Die nachfolgenden Ausführungen sind aus einer Rede entnommen, die Bialik vor den heräischen Lehrern in Tel-Aviv gehalten hat und die in dem Organ des Lehrerverbandes ,.Hed-Hachinuch'" abgedruckt war. Man kann, von rechts und von links, manches gegen Bialiks Ausführungen einwenden, aber es lohnt sich jedenfalls, sie kennenzulernen. Die Redaktion. Die Bibel ist meiner Meinung nach ein Werk,