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Zion · 1930-09-01 · 9 (9.1930) · p. Seite 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
9 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 119 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9 Z 1 0 N Seite 119 die aktiv vorgehen, haben sie auch in der Politik! das Wort. Auch dieses mag sehr einfach klingen, ist aber absolut fundamental. Hie Rodhos, hic salta. Wir hier in Palästina würden es sicher sehr begrüßen, wenn ,.etwas außerordentliches geschehen sollte, um die Rückkehr des jüdischen Volkes in größerem Ausmaße und schnell zu ermöglichen". Dafür gibt es aber eine Vorbedingung, ohne deren Erfüllung an außerordentliche Dinge nicht zu denken ist: allen zionistischen Führer im Auslande, ganz gleich welcher Parteirichtung, müssen ihre Brücken zu Europa und Amerika abbrechen und mit ihrer Uebcrsicdhmg nach Erez-Israel dem Volke mit gutem Beispiele vorangehen. Man mag mit einem Lächeln über dieses „Ansinnen" hinweggehen und vielleicht bloß mit dem einfachen Einwände meine einlache Argumentation erschlagen wollen: wer sollte dann die Propaganda im n.Sj machen? Demgegenüber habe ich wieder ganz einfach, aber ebenfalls absolut fundamental zu erwidern: Es gibt keine größere Propaganda für Erez-Israel, als daß alle Führer nach Erez- Israel gehen; und in diesem Zusammenhange habe ich kathegorisch zu sagen: es ist müßig, geistreiche Unterschiede zwischen Zionisten und Niehtzionisten unter den heutigen Umständen zu suchen. Es gibt nur einen Unterschied: Zionisten sind diejenigen, die nach Erez-Israel gehen und Niehtzionisten sind alle anderen Juden. Man gründe meinetwegen eine internationale Liga der Freunde des jüdischen Palästinaaufbaues. Erhebt man aber den Anspruch darauf, den Ehrentitel eines Zionisten zu führen, dann muß man die natürliche Konsequenz ziehen und nach Erez-Israel gehen. Wir können nicht Erez-Israel von den Engländern fordern und gewiß nicht von den Arabern, sonder n n u r v o n u n s Juden a 11 e i n. Nach Wolfsberg gehört es zum „Urerlebnis des Zionismus, daß unser Land unsere Lebensfähigkeit bedingt". Bisher habe ich geglaubt, daß dieses Urerlebnis auch v o r dem heutigen Zionismus schon existierte, das scheint mir in den verschiedenen Variationen aus unseren täglichen Gebeten hervorzugehen. „Natürlich verkennt Magnes Palästinas Bedeutung nicht völlig". Dieser Passus erinnert mich an Remarque. In seinem Buch „Im Westen nichts Neues" wird der junge Soldat, der in furchbarstem Kriegserlebnis den Sinn seines ganzen Menschentums fast verloren hat und damit auch den Sinn für die Ideale aller Heimkrieger mit den großartig forschen Redensarten belehrt: „Aber erst müßt ihr den Franzmann verkloppen", „nun macht mal ejn bischen vorwärts da draußen, schmeißt die Kerle raus, dann gibt es auch Frieden". —1 Die Einwendungen des Soldaten an der Front werden mit Ueberlegenheit abgewiesen; von der wahren Lage kann ja ein Mann an der Front nichts verstehen, die richtige Uebcrsicht hat nur jemand, der weit, sehr weit vom Schuß sitzt wie der Schuldirektor bei Remarque das für richtig hält (Seite 168/9). Magnes, der Amerika verlassen hat und in Palästina lebt, beweist damit, daß er Palästinas Bedeutung nicht völlig erkennt. Er steht ja quasi an der palästinensischen Front und da ist es natürlich nicht möglich, die Gesamtlage richtig zu verstehen. Das kann man natürlich von Berlir oder London aus viel besser. Auch wenn man einen Araber nie gesellen hat. Wenn ..die Einmaligkeit im Geschichtlichen wirklich eine so ungemein ernste und bedrohliche Sache" wäre, dann hätten wir von diesem Standpunkt aus garnicht erst anlangen brauchen, denn unser Tempel ist bereits zweimal zerstört. An sich hat Wolfsberg sicher damit Recht, daß diese Gelegenheit unwiderbringlich verloren gehen kann. Aber daran wird dann nicht Magnes schuld sein. Und zittern Sie wirklich, Herr Dr. Wolfsberg, daß dieser Fall eintritt, dann müssen Sie, wenn Sie als verantwortlicher Arzt diese Diagnose stellen, das Ihrige tun. damit der Patient aus der Krisis gesund herausgeht, und das heißt, wie oben bereits g^chneben, nach' Erez-Tsrael gehen. Wie der Glaube, „daß ein Versagen uns dieses Mal endgültig in die Zerstreuung zurückstoßen würde", mit tiefster Religiosität verbunden werden kann, ist mir nicht erklärlich. Auch diese Theorie ist nicht bis -zu Ende durchgedacht, denn wenn die Zionisten sie akzeptieren, dann müßten sie sich eher heute Iuris morgen taufen lassen. Ich glaube, daß gerade tiefste jüdische Religiosität diese Verbindung nicht schart genug zurückweisen kann. Gerade „die Erkenntnis der Bedeutung Palästinas soll es gewesen sein, die unserer Bewegung so Großes gelingen ließ?" Nun, dann muß ich sagen, daß diese Erkenntnis nicht sehr tief in der Bewegung liegt. Man braucht das, was hier geschaffen worden ist. absolut nicht zu verkennen, um die These, daß der Bewegung Großes gelungen sei. absolut a b z u 1 e h n e n. Vom Standpunkt der Regeneration eines Volkes ist das, was hier von diesem Volke geschaffen ist, nicht von so wesentlicher Bedeutung. Vielleicht ist es ein Kern, aber v o r 1 ä u f i g n o c h nichts Gr oßesiu, nd — von der zionistischen Bewegung aus schon garnicht. Hat doch ein einzelner Mann, ohne -daß sogar die zionistische Welt viel davon hört oder liest, bisher in und für

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