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Zion · 1930-08-01 · 8 (8.1930) · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
8 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 95 (sequence 5)
Language
German
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Nr. & zrr&w Seite 95' ordentlich hohe seelische Erhebung und einen ewigen unendlichen nationalen Besitz. Ein Ruhen von der Arbeit allein, trägt die Gefahr in sich, daß es Müßiggang, Uebermut und Zuchtlosigkeit nach sich zieht, es ist nicht nur ein eitles seelenloses Unterfangen, es kann sich sogar schädlich und verderblich auswirken, denn viel Unheil vermag der Müßiggang anzurichten. Das wirksame Feiern ist die vollkommene, ja göttliche Ruhe, die den Menschen von dem! nichtigen Profanen trennt und zur vollendeten Heiligkeit führt, die die Seele erquickt. „D e i n Wandel am Sabbat h sei nicht wie Dein Wandel am Werktag, Dein Wort am S a b b a t h nicht wie Dein Wort vom Werktag" (Traktat Sabbath 113). Dieses vollendete Feiern, das sich vollzieht im Hause wie auf dem Felde, im innersten Gemache wie auf der Straße, es stellt das Ideal der Ruhe dar, das Geheimnis, das in seinem Innern eingeschlossen ist, und Ehre und Vollkommenheit seinen Vollbringern verleiht. Der Sabbath, der der ganzen Thora gleichgewertet wird, mit seiner Atmosphäre der Ruhe und der Heiligung und in seiner ganzen Schönheit, Poesie und Lieblichkeit, die die ganze jüdische Lehre auszeichnet, fand, nach dem Ausspruch unserer Weisen, kein empfangsbereites Gewand, „sich damit zu umkleiden und mit ihm eins zu werden" als Israel allein. Die Judenheit findet die Seele ihres Lebens und ihre seelische Befriedigung in ihrer Lehre und in ihrem Sabbath. Der Sabbath und die Thora indessen, die Seele des menschlichen Lebens und ihr Sinn, fanden ihre Verwirklichung im Körper des Judentums. Die Thora und der Sabbath, der ihr gleichgewichtig ist, gaben Seele und ewiges Leben dem jüdischen Volke, und Israel brachte diese lebendige Seele zur schönsten Entfaltung. Diese in Schönheit entfaltete Seele aber gab Israel wiederum in Wechselwirkung die Kraft, den Sabbath nach Vorschrift zu wahren in allen Orten und Lagen des Exils, in Armut und mitten im Daseinskampfe, der uns nur allzuoft die Quellen der Ernährung verschließen wollte. Das Halten des Sabbath in seiner Heiligkeit wird uns das Glück zuteil werden lassen, die volle Verwirklichung aller prophetischen Verheißungen als Trost und Erlösung zu erleben. Die Organisation des Welt misrachi an einem Scheideweg. Vom 18. bis 21. August findet in Wien eine Sitzung des Waad Haroschi des Misrachi statt. Diese Sitzung ist eine Folge der von den Landsmannschaften Belgien, Holland und Deutschland in Köln erhobenen Forderung nach einer ordentlichen Weltkonferenz, der sich die Länder Schweiz, Oesterreich und Tschechoslowakei angeschlossen hatten. Es ist unsere Ueberzeugung, daß die Waad-Haroschi-Sitzung die Aufgaben, die die Weltkonferenz haben würde, in keiner Weise lösen kann, sie kann günstigsten Falls die kommende Weltkonferenz vorbereiten, wir werden daher an die Sitzung den offiziellen Antrag stellen, die Abhaltung einer allweltlichen Konferenz der Organisation zu beschließen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß sich unsere Organisation im Stadium einer außerordentlich starken Krisis befindet. Fraglich mag erscheinen, ob diese Krisis hervorgerufen wurde durch die ungenügenden Geldeingänge zur Bestreitung unserer Arbeiten in Erez-Israel und durch die Art der Verwendung dieser knappen Gelder, oder ob die Geldeingänge zurückgegangen sind wegen der mangelnden Fähigkeit der Führerschaft, die Organisation auszubauen und sich das Vertrauen weitester Kreise derselben zu erwerben. Aber die Frage, ob die wirtschaftlich katastrophale Lage des Merkas Ursache oder Wirkung der Krisis ist, kann im gegenwärtigen Augenblick zurücktreten. Sicher ist, und jedem, der nicht in unbegreiflichem Optimismus die Augen vor der Wirklichkeit verschließen will, muß das absolut klar sein, daß so wie in den, letzten 4 bis 6 Jahren die Arbeiten der Organisation geführt wurden, es nicht länger weiter gehen darf, wenn nicht ein unermeßlicher Schaden am Ansehen der gesamten Bewegung, einschließlich ihrer moralischen Kräfte, eintreten soll. Das System, das wir bekämpfen, ist das folgende: Der Misrachi hat ein ganz bestimmtes Tätigkeitsfeld vor sich, das in drei Gebiete geteilt werden kann. Im ersten Kreise seiner Arbeit will er nach Möglichkeit die ganze religiös gerichtete Judenheit zur Mitarbeit am nationalen Aufbau Erez- Israels gewinnen. Hierzu ist Ausübung geistigen Einflusses auf die Judenheiten der Welt erforderlich, kontinuierliche Arbeit in allen Ländern, autoritatives Herausarbeiten der ideologischen Grundlagen unserer Gedankenwelt und Verbreitung dieser Anschauungen durch Wort und Schrift. Diese Arbeiten müssen geleitet und zum größten Teil geleistet werden vaq der Zentrale der Weltbewegung. Der zweite Komplex der misrachistischen Betätigung liegt ausschließlich in Erez-Israel. Die Aufbautätigkeit ist so zu beeinflussen, daß Thorageist und Thoraideal lebendig wirksam wird im Lande. Einrichtung von Schulen, die im Sinne jüdischen Gesetzes erziehen, Errichtung von religiösen Zentren in Stadt und Land, Förderung von Synagogen und Lehrhausbauten, Anstellung von Rabbanim und Schochtim, Einflußnahme auf das öffentliche Leben durch

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