Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 12 (12.1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 157 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Z I 0 N Seite 157 wodurch man gute Unterkunft für eine sehr große Anzahl von Hühnern bekommen wird. Ein abgezäunter Teil der Wiesen, der direkt bei den Ställen liegt, wird zum Auslauf- und Fütterungsplatz für das Geflügel benützt werden. Unweit der Gutsgebäude befinden sich mehrere Teiche, die ursprünglich als Fischteiche angelegt waren, auf diesen wird die Möglichkeit bestehen, Enten und Gänse zu halten, so daß mit Sicherheit anzunehmen ist, daß unsere Chaluzim sich auf sämtlichen Gebieten der Geflügelzucht gründlich ausbilden können, außerdem aber auch für Gehringshof eine gute Einnahmequelle aus dem Geflügelhof erschlossen werden kann. Weniger um der Ausbildung für Erez- Israel willen, als zur Steigerung der Rentabilität des Gutes wird auch Fischzucht in den vorhandenen Teichen getrieben werden. In der Fuldaer Gegend befinden sich eine Reihe großer Fischzüchtereien, deren reicho Erfahrungen die Gutsleitung hofft sich nutzbar machen zu können. Voraussichtlich wird zunächst mit der Foi ^llenzucht angefangen werden, um später auch Karpfenzucht zu betreiben. Stärker, als es bisher in Rodges möglich war, soll in Gehringshof der Obstbau betrieben werden. Ein Obstgarten mit mehreren hundert Bäumen, die allerdings in den letzten Jahren nicht gepflegt' wurden und sich infolgedessen in nicht gutem Zustande befinden, ist vorhanden. Dieser Garten wird intensiv bearbeitet werden, Platz zu seiner Erweiterung ist reichlich vorhanden. Also auch in dem für Erez-Israel so wichtigen Gebiet der Obstwirtschaft bietet Gehringshof beste Ausbildungsmöglichkeit. Auch Bienenzucht wird in kleinem Maßstab unternommen werden, da die hierzu nötigen Einrichtungen vorhanden sind. Die Gebäude in Gehringshof sind sämtlich massiv gebaut und befinden sich in gutem Zu,- stand. Zunächst haben wir Unterkunftsmöglichkeit für etwa 25 Chaluzim und Chaluzoth. Für spätere Zeit besteht aber Aussicht, die Zahl um etwa 15 zu erhöhen, da ein zweites Wohnhaus zum Gute gehört in dem zurzeit noch eine nicht zu uns gehörige Familie Wohnrecht besitzt. Wir hoffen, in absehbarer Zeit Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen, um diese Familie zu entschädigen, so daß auch dieses zweite Wohnhaus noch für unsere Zwecke ausgenützt werden kann. Beschäftigungsmö^Lchkeit wird auch für weitere 15 Chaluzim reichlich vorhanden sein, da ma« besonders die Gartenwirtschaft beliebig ausdehnen kann und in ihr wesentlich mehr Menschen Betätigung finden können als bei der Ackerwirtschaft. Landschaftlich liegt Gehringshof besonders schön. Das Gutsgelände bedeckt vollkommen einen sanft zum Tal abfallenden Bergrücken, dessen Gipfel von dem zum Gut gehörigen Wald bedeckt ist. Am Rande des Waldes liegen die Gutsgebäude, an -der einen Seite des Bergrückens strecken sich die Teiche bis zum Tal, an den» Teichen erheben sich kleine Gruppen von Birken und bringen mit den frischen Farben ihrer Stämme und ihres Laubes Abwechslung in das landschaftliche Bild. Jenseits des Tales erblickt man in der Ferne die Höhen des Röhn-Gebirgszuges. Auch diese landschaftlichen Vorzüge der Lage des neuen Gutes werden sicherlich dazu beitragen, den Menschen, die hier die Grundlage zu ihrem späteren Leben in Erez-Israel legen sollen, den Aufenthalt angenehm und harmonisch zu gestalten. Der deutsche Misrachi kann stolz darauf sein, 'durch den Kauf dieses Gutes, das das einzige Lehrgut für Chaluzim in Deutschland ist, eine Einrichtung von Dauer getroffen zu haben. Besonderer Dank muß an dieser Stelle unserem Freunde Benno Kohn, Frankfurt a. M., ausgesprochen werden, der seine ganze Tatkraft und dauernde Arbeit unserer Chaluzausbildungsstätte gewidmet hat und ohne dessen zielbewußte Tätigkeit zum Ankauf des neuen Gutes nicht hätte geschritten werden können. Wir hoffen, daß aus diesem Gut Menschen hervorgehen werden, die für Erez-Israel zum Segen werden und in diesem Sinne wünschen wir dem auf eine neue und sicherere Basis gestellten Unternehmen besten Erfolg. Von der misrachistischen Hachscharah in Deutschland und der Arbeit des Brith Chaluzim Datiim (Bund gesetzestreuer Chaluzim). Unsere Hachscharah ist in den letzten 4 Jahren, seitdem wir von Betzenrot nach Rodges übersiedelt waren, ohne Unterbrechung vor sich gegangen. Wenn wir auch durch die zeitweilige Alijasperre der Jahre 1927 und 1928 nur wenige Menschen zur Alijah bringen konnten, war doch Rodges dauernd voll besetzt und eine ganze Anzahl der dort Ausgebildeten, besonders die Chaluzoth, warteten an verschiedenen Orten auf die Alijah, die sie inzwischen auch zum größten Teil ausgeführt haben. Man kann. feststellen, daß die Menschen, die bei uns geistig und körperlich für Erez-Israel vorgebildet wurden, restlos der Chaluziuth treu geblieben sind.- Seit Anfang 1929 befindet sich die Zahl der zum Brith Chaluzim Datijim kommenden Chaluzim in dauerndem Steigen. Zurzeit umfaßt der Bund etwa 120 Chawerim und Chaweroth. Wegen finanzieller Schwierigkeiten ist es uns auch heute noch nicht möglich, alle diejenigen, die durch uns ihre Ausbildung zu erhalten wünschen, anzunehmen. In landwirtschaftlicher Ausbildung stehen in und bei Rodges zurzeit 4S Chawerim und Chaweroth, von denen die Hälfte in Rodges bzw. Geh'- ringshof und die andere Hälfte in unseren Zentren Fulda, Hühnhaun und Burghaun bei Bauern und Gärtnern untergebracht ist. Einige Chawerim haben