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Zion · 1930-06-01 · 6-7 (6.1930) · p. Seite 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
6-7 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 88 (sequence 22)
Language
German
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Seite 88 Z I 0 N Nr. 6/7 an Orangen in der vergangenen Saison wird ca. 2000000 Kisten betragen haben. Auf tiein Markt des europäischen Festlandes wurden in der Regel für Orangen höhere Preise erzielt als in England, da nach dorthin nieist nur auf Grund von vorherigen fixen Abschlüssen zu vorher bestimmten Preisen geliefert wurde, während man in England auf das Ergebnis der üblichen Versteigerungen angewiesen war. Es ist anzunehmen, daß die Jaffaorange kraft ihres besonderen Geschmackes und sonstiger hervorragender Eigenschaften ihre Ausnahmestellung auch weiterhin behalten wird, nur wird auf dem Gebiete der Auswahl der zum Versand kommenden Früchte und ihrer rationellen Verpackung und Ordnung in den Verschiffungen noch vieles zu verbessern sein. Durch die schlechten Preise, die in England erzielt wurden, haben wohl in erster Linie die arabischen Fruchthändler gelitten und wird deren Ausfall auf 150000 bis 200000 Pfund geschätzt. Hierdurch wird ihnen wohl die Lust und Möglichkeit für spekulative Fruchtverkäufe im nächsten Jahre genommen sein und ist nur zu wünschen, daß an Stelle dieser Fruchthändler eine gut funktionierende Verkaufsorganisation treten möge. Auch sonst ist gerade in arabischen Kreisen die Wirtschaftslage etwas angespannter geworden. Besonders in der Manufakturwarenbranche wurden von Arabern nach den Augustunruhen eine große 'Zahl von neuen Geschäften eröffnet, die sich in Erwartung guter Verkäufe mit vieler Ware, die meist auf Kredit bezogen wurde, eindeckten, und da die Kunden zum größten Teil ausgeblieben, werden wohl größere Fallissements innerhalb dieser Kreise nicht zu vermeiden sein. Die Ein- und Ausfuhrziffern zeigen für das Jahr 192g eine Vergrößerung gegenüber 1928. So betrug die Einfuhr 7 166 533 Pfund gegen 6 770 818 Pfund im Vorjahre und die Ausfuhr 1 554 262 Pfund gegenüber 1 487 207 Pfund, was einer Vergrößerung der Einfuhr gegenüber 1928 umi' 6 Prozent und der Ausfuhr um 4,5 Prozent gleichkommt. Bedeutend gewachsen ist auch der Transitverkehr, der eine Summe von 265 501 Pfund gegen 177 447 im Jahre 1928 erreicht hat. Den wesentlichen Faktor bei der Ausfuhr bilden die Orangen, welche jedoch für das Jahr 1929 mit Rücksicht auf die tieferen Preise zu Beginn der Saison, welche gegen das Ende des Jahres fällt, für 1929 548701 Pfund ergaben, während das Jahr 1928 648 676 Pfund und 1927 sogar 813574 Pfund aufweisen konnten. Die Geldlage ist eine normale und können wirtschaftlich begründete und genügend gesicherte Kreditansuchen durch die Banken ohne weiteres befriedigt werden. Allerdings ist zu bedauern, daß der starke Rückgang des Zinsfusses in Amerika und den meisten Ländern Europas sich noch nicht atil Kiez-Israel ausgewirkt hat und es wäre eine dankenswerte Aufgabe der führenden jüdischen Banken, im Sinne einer Herabsetzung des Zinsfusses zu wirken. D. Z. P. ^mron fyrißn *?r mm ~ec rDTO dvd .r^irSro Bericht von Mirjam Reichenbach, Tel-Aviv. Ein Volksfest, wie es nicht schöner hätte sein können .fand am Rosch-Chodesch Jjar im Beth Poalim des Poel Hamisrachi in Tel-Aviv statt. Mau hatte nicht etwa zu einem Volksfest mit einem großen Programm zum Amüsement des Publikums eingeladen, vielmehr zu einem Sium des Schreibens einer Seier Thora des Poel Hamisrachi. Es geschieht hier zwar häufiger, daß aus gleichen Anlässen Feierlichkeiten stattfinden, aber diesmal hatte das Sium doch eine ganz besondere Note: es war von jungen Menschen veranstaltet, von hart mit ihrer Existenz ringenden Arbeitern, die durch einen feierlichen Akt ihre These ,.Thora und Arbeit" praktisch demonstrierten. Um 2 Uhr nachmittags begann man bereits mit dem Zusammennähen der einzelnen Blätter durch die Chaweroth des Poel Hamisrachi unter Aufsicht des Sofers — haben wir jungen Mädels uns jemals in Chuz Laarez mrit solchen Dingen beschäftigen dürfen? Der Kreis der Arbeitenden war zu solch früher Stunde noch ein kleiner, als aber die Zeit der Tagesarbeit der Einzelnen vorbei war, um 4, um 5, um 6 Uhr, konnte man scharenweise junge und alte Leute, alle in Feiertagskleidern, die Straße zum Beth Poel Hamisrachi hinaufwandern sehen. Man konnte schon von weitem erkennen, daß in dem Haus sich etwas besonderes ereignete, Fahnen wehten von dem Dach, es war von außen mit frischem Grün geputzt und — wje das in E-rez-Israel immer dort, wo aus irgendeinem Anlasse viele Menschen zusammen sind, üblich ist — der „Gasos"-Wagen, (Gasos ist das Nationalgetränk in Erez-Israel!) hatte sich besonders pünktlich eingefunden. Ab 5 Uhr war bereits karnevalähnlicher Betrieb im ganzen Haus. In dem Zimmer, in dem die letzten Sätze der Thora geschrieben wurden, ging es besonders lustig zu; an einem großen Tisch saßen der Sofer, ein Chawer, der stundenlang hintereinander Mischeberachoth zu machen hatte, ein Schreiber, der zu verzeichnen hatte, wer an dem Sefer noch in den letzten Stunden mitgeschrieben hatte. Es gab aber auch 'wirklich keinen Chawer, und keine Chawerah, die, wenn sie auch noch so wenig in ihrer Tagesarbeit verdient hatten, nicht mindestens 10 Piaster bezahlt hätten, um den Anfangsbuchstaben ihrer Namen unter Führung der Hand durch den Sofer mit dem Federkiel in

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