Mannheim
Compact Memory

Zion · 1930-06-01 · 6-7 (6.1930) · p. Seite 87

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
6-7 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 87 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3133276-3139335-3139341--0333-3139823
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 6/7 Z I O N Seite 87 dieses Ziel zu erreichen, bedienen sie sich jener Erziehungsmethoden, die zum Teil von der englischen Boy-Scoutbewegung mit Erfolg angewandt wurden. Darunter sind folgende hervorzuheben: a) Förderung der Pfadfinderdisziplin. Erziehung zur Ordnung und Pünktlichkeit. b) Fahrten, Turnen und Sport. c) Hachscharah für die Arbeit, insbesondere für die Landarbeit. Das Pfadfindertum wird absichtlich sehr stark betont, was schon durch den Namen ..Kchillath Hazophim Bene Akiba" zum Ausdruck kommt. Man glaubt am besten das Ziel zu erreichen, indem man den Weg der gegenseitigen Selbsterziehung der Chawerim beschreitet. Deshalb hat jeder Chawer die Pflicht, sein Leben nach bestimmten Normen einzurichten, die in der Verfassung der „Berne Akiba" genau fixiert sind. Besonders bemerkenswert unter ihnen ist das Rauch- und Alkoholvcrbot (niXO h& j" natürlich ausgenommen). Es wäre ein großer Irrtum anzunehmen, daß dieses pfadfindermäßig aufgezogene Bundesleben Selbstzweck sei. Nur als Mittel zum Zweck ist es gedacht. Dtnn neben der körperlichen Erziehung durch Fahrten, Turnen und Sport wird die geistige Bildung der Chawerim in besonderem sMaße gepflegt. Das Kulturprogramm, das den Heininachmittagen zugrunde liegt, bietet hierfür die beste Gewähr. Es umfaßt in seinen Grundzügen folgende Punkte: 1. Die Entwicklungsplänen der Chaluziuth und des Aufbaus Erez-Israels (Geschichte der einzelnen Kolonien. Kewuzoth usw.). 2. Geschichte der zionistischen Idee. Organisation und Parteiungen. 3. Die Lage der Juden in den einzelnen Ländern der Golah. 4. Jüdische Persönlichkeiten in der Geschichte. 5. Feste und Jahrzeittage. 6. Kenntnis und Verständnis der 13 Pfadfindergebote. Jeder Heimabend, an dem auch Laubsäge- und Buchbinderarbeiten ausgeführt werden, wird mit einem pfadfindermäßigen Aufmarsch begonnen und abgeschlossen. Die Mitgliederzahl des Bundes ist für die Stadt Tel-Aviv nicht sehr groß. Die Qualität dagegen darf zufriedenstellen, da man bei der Aufnahme nach einem bestimmten Ausleseverfahren vorgeht. Die „Bene Akiba" in Tel-Aviv setzen sich aus 4 Kewuzoth zusammen, die insgesamt ca. 60 Mitglieder umfassen. Die Mädchenarbeit liegt leider noch sehr im Argen. Mehr als e i ne Gruppe konnte bisher noch nicht gegründet werden. Man hofft aber, auch diesen Teil der Arbeit bald ausbauen zu können. Die ..Bene Akiba"' in Tel-Aviv haben den Wunsch geäußeri. mit den Brith- H a 11 o a r - G r u p p e n in Deuts c h 1 a n d i n Korrespondenz zu treten, u in s i c h in i t ihnen über ihre gemeinsam e n F r a g e n b r i e 1 1 i c h a u s z u s p r e c h e n. Hoffentlich wird der Brith Hanoar diese Gelegenheit ergreifen, um mit Erez-Israel in engeren Kontakt zu kommen und so den ..Bene Akiba" Gelegenheit zu einer fruchtbaren Wechselwirkung mit der Golah zu geben. Zur Wirtschaftslage in Erez Israel. Der Frühlingsbeginn ist alljährlich die Zeit für abschließende Betrachtungen über die vergangene Orangeasaison. denn in diesen Tagen hat der Export in Orangen sein Ende gefunden und es können nebst genauen Ziffern über denselben auch allgemeine Grundlinien über die Entwicklung des Geschäftes in der vergangenen Saison aufgestellt werden. Das Ergebnis der Orangenwirtschaft muß Hildas letzte Jahr als nicht gut bezeichnet werden, denn die erzielten Preise waren im Durchschnitt niedrig und vielleicht die niedrigsten, die seit Kriegsende zu verzeichnen waren. Als Ursachen hierfür werden von Fachleuten zwei Gründe hervorgehoben: die Qualität der Früchte war im vergangenen Jahre eine verhältnismäßig schlechte, was auf ungünstige Witterungsverhältnisse zur Zeit der ersten Fruchtreife zurückgeführt werden kann, außerdem scheint der Versand nicht richtig organisiert worden zu sein, denn es traf sich häufig, daß zu große Transporte innerhalb kurzer Frist auf dem englischen Orangenmarkt anlangten, dazu scheint noch zu kommen, daß infolge schlechter Wirtschaftslage die Kaufkraft des konsumierenden Publikums in England schwächer geworden ist. Palästina lieferte dem englischen Markt in diesem Jahre 1500000 Kisten Orangen (gegen 075000 Kisten im Jahre 1928) und dieses macht ungefähr ,5—6 Prozent der gesamten auf den englischen Markt gebrachten Orangen aus. Da gleichzeitig mit der Erweiterung der Orangenplantagen Erez- Israels eine solche in anderen Produktionsländern, wie Kalifornien, Spanien und selbst Südafrika vor sich geht, wird dieses prozentuelle Verhältnis wohl für die nächste Zeit bestehen bleiben; es ist nicht anzunehmen, daß der Umstand der Vergrößerung der Orangenproduktion in Erez-Israel preisdrückend wirken muß. Erfreulicherweise kann hervorgehoben werden, daß auch in diesem Jahre der Absatzmarkt für Palästinaorangen auf dem europäischen Festlande bedeutend erweitert wurde und so bezog Deutschland in diesem Jahre 255000 Kisten (gegen 185000 Kisten im Vorjahre). Der Gesamtexport

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.