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Zion · 1930-06-01 · 6-7 (6.1930) · p. Seite 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
6-7 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 86 (sequence 20)
Language
German
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Seite 86 Z I 0 N Nr. 6/7 einer p a r t e i p u 1 i t i s c h - n e u 1 r;i 1 c n r a b - b i n i s e h e n K o n 1 e r e n z i n J e r u s a 1 c in z u r Lösung de r s c h \v e b e n d e n F r a g e n keinerlei Echo gefunden hat. auch nicht von rabbinischer Seite, die es am meisten angeht. Doch kehren wir noch einen Augenblick zu unserem Einzellall zurück. Was wird nun. nach dem Get. aus der jungen Frau? Hier beginnt in der Tat ein neues, vielleicht noch schwereres Problem. Aus ihrer Familie und ihrem seelischen Heimatboden mehr oder minder entwurzelt, mit ..Europa" durch ein paar Klassen Volksschule und einen allwöchentlichen schlechten Film bekanntgemacht, droht sie den Halt zu verlieren. So wenig die erzwungene Ehe aufrecht zu erhalten war. so sehr muß nun der Versuch beginnen, sie in irgendeine neue Gemeinschaft einzufügen. Das ist schwer und glückt durchaus nicht in allen Fällen. Xur langsame und geduldige, vor allem aber prophylaktische Erziehungsarbeit an den orientalisch-jüdischen Kindern und ihren Eltern kann hier allmählich Wandel schaffen und die Zahl solcher Tragödien in Zukunft vermindern. Deshalb darf es in diesem Zusammenhang als ein erfreuliches Symptom vermerkt sein, daß im Jemcnitenviertel Tel-Avivs durch die Initiative einiger junger Zeire Misrachisten aus Deutschland ein sozial-pädagogisches Werk der Jugendpflege zu beginnen scheint, über das vielleicht im nächsten Heft schon ausführlicher berichtet werden kann. E. S. Zu Dr. Wolfsbergs Entgegnung auf den Artikel „Für Magnes" bittet der Verfasser nachträglich zum Abschnitt IV. i. Absatz, folgendes hinzuzufügen: ..Simon beru-ft sich hier auf Raw Kuck, der auch sehr deutlich die Grenze zwischen Messianischem und schlicht Geschichtlichem gezogen habe. Ich befinde mich da in bester üebereinstimmung mit Raw Kuck und habe das alles sehr präzise in meinem Aufsatz ..Zionismus'" (Jeschurun XVII. 86) ausgesprochen. Aber es verdient bei dieser Gelegenheit Erwähnung. da?ß Raw Kuck nicht als Kronzeuge der von Magnes und Simon vertretenen politischen Anschauungen genannt werden darf.' „Bene Akiba" in Tel-Aviv. Von Chawer Benno Offenburg, Hamburg- Jerusalem. Der nachfolgende Artikel stammt von einem Mitglied des Brith Hanoar der deutschen Zeire Misrachi, das jetzt in Palästina in die Leitung der Bene Akiba eingetreten ist. Seine Darstellung kommt daher aus der unmittelbaren Kenntnis der Dinge, wenn sie wohl auch heute noch nicht für die gesamten Bene Akiba im Lande gilt. Dort ringen, so weit uns bekannt ist, vorläufig noch zwei Strömungen, von denen die eine, hier dargestellte, mehr zu den Methoden der Pfadfinder und der Jugendbewegung neigt, während die andere, bisher in Jerusalem konzentrierte, mehr lernmäßig eingestellt ist. Wir können selbstverständlich von Deutschland aus in diesen zweifellos fruchtbaren Kampf der Meinungen nicht eingreifen. Anmerkung der Redaktion. Die Jugendbewegung Erez-Israels ist, in Anbetracht ihrer noch kurzen Entwicklungszeit, verhältnismäßig schon gut ausgebaut. In richtiger Erkenntnis der Tatsache, daß die Zukunft einer Organisation nur durch genügenden Nachwuchs gesichert werden kann, haben es sich die verschiedensten Parteien in Erez-Israel angelegen sein lassen, die Jugend für ihre Ideen zu gewinnen. Die Arbeiter schufen sich im „Hanoar Haowed" ihren Nachwuchs, die Revisionisten erziehen ihre Kinder im ..Brith Trumpeldoi—, und die Bürgerlichen gründeten die ..Zofim". Alle diese Organisationen umfassen einen beträchtlichen Teil der jüdischen Jugend Palästinas. Der Misrachi, der durch sein Schulwerk über ein großes Schiilermalerial verfügt und deshalb für Jugendarbeit außerhalb der Schule mehr als alle anderen Richtungen prädestiniert gewesen wäre, hat bis vor kurzer Zeit' der Bedeutung der Jugendbewegung nicht genügend Rechnung getragen. Er sah untätig zu, wie seine Schuljugend in Jugendbünde abwanderte, wo sie Einflüssen ausgesetzt war. die keineswegs mit der Idee des Misrachi in Einklang zu bringen sind. Der Hapoel Hamisrachi, der diesen L:ebelstand erkannte und ihm abzuhelfen suchte, setzte es nach längeren Bemühungen durch, daß ihm vom Misrachi gestattet wurde, die Schüler der Misrachischulen zu organisieren. So wurde im September vorigen Jahres der Bund „Bene. Akiba in Tel-Aviv gegründet, der in seinem inneren Aufbau und seiner Zielsetzung dem Brith Hanoar schel Zeire Misrachi in Deutschland sehr ähnlich ist. Von seilen des Hapoel Hamisrachi bemühte man sich mit Erfolg, einige Schüler der Tachkemoni- Schule für die Arbeit innerhalb der „Bene Akiba" zu gewinnen. Anfangs waren die Bene Akiba vollständig dem Hapoel Hamisrachi eingegliedert. Nach kurzer Zeit stellte sich aber heraus, daß* zwischen Parteidoktrin und Pädagogik Gegensätze entstanden, die die Führer der „Bene Akiba" in Tel-Aviv veranlaßten, jede organisatorische Bindung mit der Partei zu lösen. Diese Loslösung kam äußerlich dadurch zum Ausdruck, daß das Heim der Bene Akiba, das sich im Hause des Hapoel Hamisrachi befand, gegen eine Baracke, die von der Tachkemoni - Schule zur Verfügung gestellt wurde, vertauscht worden ist. Die „Bene Akiba" wollen ein jüdisches Geschlecht erziehen, das seinem Lande, seinem Volke und der Thora in Treue ergeben ist. Eine religiösnationale Erziehung, unter besonderer Betonung von „Thora Waawodah" schwebt ihnen vor. Um

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