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Zion · 1930-06-01 · 6-7 (6.1930) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
6-7 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 81 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 6/7 ZION Seite 81 Buch stellen kann, steht bereits heute vor einem gewissen „embarras de richesse". Um ein Beispiel dieses Reichtums zu geben, sei einiges von der Tätigkeit der verschiedenen Verlagshandlungen im Jahre 1929 und im ersten Vierteljahlr 1930 hier wiedergegeben. Der Verlag „ D w i r ", der unter der Leitung Bialik;s steht, hat u. a. folgende wichtige Werke herausgebracht: das große englisch - hebräische Lexikon von Dr. Jehuda Kaufmann, je ein hebräisch-hebräisches, hebräisch-französisches, hebräisch-jüdisches und hebräisch-englisches Taschenwörterbuch, eine Reihe bedeutender Anthologien, so eine großer hebräischer Prosaisten, neue Lehr- und Schulbücher zur Thora. Agadah. Grammatik, hebräischer Dichtung, Literatur-Geschichte. Geschichte. Rechenkunde: Belletristik von Schalom Asch. Berkowitz, Steinberg u. a. Dazu kommen schließlich Quellenwerke und wissenschaftliche Darstellungen zur Kenntnis der jüdischen Geschichte und Ethnographie, sowie das geschichtsphilosophisch bedeutende Werk von Jecheskiel Kaufmann „Gola wc Ncchar". Der Verlag ..Om.onuth" P^cgt vor allem die ausgesprochene Kinder- und Jugendliteratur und hat seine verschiedenen, in Form von Buch-Gemeinschaften aufgebauten Monatsreihen auch im letzten Jahre fortgesetzt. So erschienen z. B.; (stets punktierte und bebilderte) Ausgaben von Bulwer, Jules Vernes, Charles Dickens. Walter Scott, Conan Doyle, Victor Hugo, H. Wells u. a. Die Hefte finden Arbeitsunlerricht in den Schulen (hier schon besprochen, d. Red.) teilen sich in die folgenden Gruppen ein: alte Literatur (mit den Untergruppen Apokryphen, Mischna), mittelalterliche Literatur, neue Literatur, Geschichte (jüdische und allgemeine), Geographie, Naturkunde. Dem Kercn Kajemeth dient eine besondere Jugendbibliothek, die bisher u. a. die Geschichte der Kolonien Nes Zionah. Rischon Lezion. Dagania. Rechovvoth, Klar Jecheskiel, Chcdera, En Ganini, in Monographien behandelt hat, außerdem aber auch eine geographischbotanische Studie über das Tote Meer, eine botanisch-agrikullurellc über den Herzl-Wald, je eine historisch-archäologische über die Klagemauer und über Tiberias, sowie biographische Darstellungen über den sefardischen Raw Alkalai (hier schon besprochen, d. Red.), Theodor Herzl (aus der Feder Rabbi Binjamins) und die Bilu brachte. Wenn bisher ein Hauptteil der Tätigkeit des S t y b e 1-V e r 1 a g c s auf der L'ebersetzungstätigkeit lag, so setzte er diese Lin»ie in Palästina durch Uebertragungen von Hauptwerken Max Brods, Gladkoffs, Victor Hugos, Sienkiewiczs. Lion Feuchtyvangers. Remarques und — Friedrich Schillers. Upton Sjnclairs, Thomas Manns, Romain Rollands und Emil Ludwigs zwar fort, pflegte aber auch die ursprüngliche hebräische Dichtung durch den Verlag der Werke Schuffmanns, Blanks. Jabotinskis (der durch seinen zuerst deutsch erschienenen „Simson"- Roman vertreten ist), Reubenis und Steinmanns. Zu Peßach ist auch wiederum ein neuer, besonders gehaltvoller Band der führenden hebräischen Jahresrevue „Hatckufah", unter der Redaktion von Tschernichowskv. B. Katz und S. Rawidowicz im S l y bc 1 - Ve r 1 age e rs chi e ne n. Der Verlag M i z p a Ii hat sich besonders durch die vortreffliche hebräische Uebertragung der Tagebücher Theodor Herzls hervorgetan, die Rabbi Binjamin imd Ascher Barasch in 6 Bänden besorgt' haben. Dem zur Seite steht eine schöne Ausgabe der ausgewählten Schriften Max Xordaus in 5 Bänden. Auch hat dieser Verlag als erster den Brauch im hebräischen Verlagswesen eingeführt, einen Vcrlag.s-Almanach erscheinen zu lassen. Unter den Autoren des Verlages sind besonders zu nennen: Eben-Sahaw, mit einem 3-bändigen Roman über das Leben Davids: Burla, mit seinen Schilderungen aus dem palästinensischen und jüdisch-orientalischen Volksleben: Awigdor Hameiri. mit seinem hebräischen Kriegsroman ..Das große Irresein. Aufzeichnungen eines jüdischen Offiziers aus der Kriegszeil.'". Jakob Frischmann. David Vogel u. a. Aus den U'ebersetzungen der neuesten Zeit seien hervorgehoben: Balzac, Hermann Bang, Dostojewski (mit dem „Idiot" und „Gespenster") D*Annunzio, H. G. Wells, Rabindranath Tagore. Tolstoi (mit „Auferstehung" und der ..Kreutzersonate"). Turgenjcf, Jack London. Stendhal, (mit den 3 Bänden seines ..Rot und Weiß"). Sirindberg. (..Die Leute von Hemsö"). L'pton Sinclair (..Das Dschungel" und ..Petroleum"). Anatole France (..Die rote Lilie" und die „Erinnerungen meines Freundes"). Von der Produktion der vorhin erwähnten kleineren Verlagshandlungen sei erwähnt, daß ,.K u - p a t h FI a s e f e r" verschiedene wissenschaftliche Anthologien und Werke über Astronomie, physikalische Geographie. Geologie. Pflanzenkunde, sowie Belletristik herausgebracht hat und daß im Verlag der hebräischen Arbeiterzeitung ..Dawar", neben novellistischen Arbeiten von Zwi Schatz und Schuchmann. politische und wirtschaftliche Darlegungen Bcilinsons, Aronowitzs und Simans Aufmerksamkeit gefunden haben. Diese Fülle, von der wir hier nur eine Auswahl geben konnten, erscheint einerseits für unser kleines Palästina zu viel und ist doch nur das Allernotwendigste für den neuen Volljudcn, der all sein Wissen und Können-, aus der Ujrquelle der hebräischen Sprache schöpfen will. Doch darf man die Ueberzeugung haben, daß sich trotz aller schweren Existenzkämpfe auch auf diesem Gebiete Fortschritte eingestellt haben und einstellen werden,

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