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Zion · 1930-05-01 · 5 (5.1930) · p. Seite 58

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
5 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 58 (sequence 4)
Language
German
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Seite 58 Z I 0 N Nr. 5 Es ist nicht unsere Aufgabe und nicht in unserer Kraft, unsere Menschen zu trösten und zu beruhigen. Es ist ein Schmerz, den wegzusuggerieren frevelhaft wäre. Möge es allen zum Bewußtsein führen,, wie ernst unsere Lage ist, und wie gebieterisch der Zwang, immer stark und vorbereitet zu sein! Noch immer ist bei uns die Entscheidung. Ein im Willen, Erez-Israel aufzubauen, geeintes Volk wird ans Ziel gelangen. Alle Leiden sind mn« hv cnw, jedenfalls können sie von uns dazu geadelt werden. Laßt Euch nicht entmutigen! Laßt nicht Hohn der Gegner, die laut oder leise frohlocken, über Euch Macht gewinnen! Bleibt dessen ejngedenk, daß unsere Sache groß und erhaben, rein und heroisch «st! Der Gott Israels ist .bei uns. Er wird uns seinei Hilfe von Zion — für Zion senden. Seid in diesen schweren Stunden bei unsenn Werk, bei uns! Helft unserer Exekutive die Last der Verantwortung tragen! Erhebe Eure Stimme zum Protest! Erhebt aber vor allem Eure Hände zum W erk. Eure Herzen zur Tat! ovstPS Sn o'ea Ix was" Kr: Schwer ist die Stunde, groß das Werk. größer das Volk, das in der Stunde der Xol unbeirrbar emporstrebt und über sich selbst hinauswächst. rupTnn. Oskar Wolfsberg. Zum 50. Geburtstag Raw Meir Berlins. Am 29. Ijar feiert Raw Meir Berlin, Vorsitzender des Weltmisrachi sowie Mitglied der zionistischen Exekutive und der Exekutive der Jewish Agency, in Jerusalem seinen 50. Geburtstag. Raw Berlin ist der anerkannte Führer des Misrachi. Er, der würdige Sohn eines der größten jüdischen Gelehrten unserer Zeit, ist. Zionist und Misrachist von seiner frühesten Jugend an. Schon als Jüngling war er Vorkämpfer für die Idee der Hebraisierung des jüdischen Volkes in seinem täglichen Leben. Als einer der glänzendsten hebräischen Redner verstand er es bereits in jungen Jahren, Menschen für das hohe Ideal der Synthese, nationales und überlieferungstreues Judentum, zu gewinnen. Der deutsche Misrachi kann besonders stolz darauf sein, daß. Raw Berlin sich die ersten Sporen als Führer während seiner Tätigkeit für den Misrachi in Deutschland erworben hat. In Berlin leitete er die erste hebräische Zeitschrift, die in Deutschland erschien, den „Haiwri'\ Während des großen Krieges ging Raw Berlin nach Amerika und legte dort den Grund zu der großen misrachistischen Organisation Amerikas, die heute der finanzielle Rückhalt der misrachistischen Erez-Israel-Arbeit ist. In Amerika wurde Raw Berlin der Führer unserer Bewegung. Aber er verstand, daß ein Führer dieser Bewegung nicht außerhalb unseres Landes leben dürfe und so zog er kurz nach Beendigung des Krieges nach Erez-Israel, um von dort aus die Lehre des Misrachi in der jüdischen Welt verbreiten zu helfen. In unermüdlicher, rastloser Tätigkeit arbeitet und kämpft Raw Berlin für die ihm heilige Sache. Mit nie erlahmender Energie geht sein Bemühen dahin, das in seiner Brust lodernde Feuer der Begeisterung auch in andere Herzen zu verpflanzen. Möge es Raw Berlin noch lange Jahre vergönnt sein, seine Arbeit fortzusetzen und, von Erfolg zu Erfolg schreitend, mit eigenen Augen zu sehen, wie die Saat, die er streut, aufgehl und unser Land gebaut wird im Geiste der Thora. Um den Sinn des Misrachi. Von Erich R o s e n b 1 ü t h, Berlin. Es sei gestattet, hiermit Bemerkungen zu einem Thema zu machen, das auch dann nicht in den Hintergrund treten darf, wenn unsere Sorge mehr als bisher auf den äußeren Bestand des Zionismus überhaupt gerichtet ist. Damit soll zugleich eine Diskussion aufgegriffen werden, die zwischen Dr. Harry Levy und A. Adler in diesen Blättern ') geführt wurde, in der aber erst Adler den wirklichen Gegensatz, um den es sich hier handelt, aufzeigte. Der Sinn des Misrachi war es nicht, eine eigene jüdische Weltanschauung zu prägen, die sich irgendwie oder gar grundsätzlich von einer früheren unterschied; sondern aus der Tiefe seiner jüdischen Einstellung, die sich völlig mit der traditionellen deckte, glaubte man. Erez-Israel aufbauen zu müssen, weil nur dort die in ihren entscheidenden Punkten feststehende Thora (hier in weiterem Sinne als gesamte Halacha und Agada bezeichnet) das ganze Leben intensiv gestalten, und sie daher nur dort ganz in ihrer Echtheit erfüllt werden kann. Weil man dieses Ziel vor Augen hatte, glaubte man, in praktischer organisatorischer Beziehung mit anderen, die denselben Weg zu allerdings ganz anderen Zielen gehen wollten, mitarbeiten zu können. Ueber eine inhaltliche Bindung an den Sinn des anderen Zionismus war damit gar nichts ausgesagt. Aber auch der gemeinsame Weg erzeugt Gefahren für die Reinheit unserer eigenen, doch ganz anderen Auffassung, umsomehr hätten wir in unserer eigenen Erziehungsarbeit ein Gegengewicht schaffen müssen, in dem wir ganz, nach einer bewußten Jüdischkeit im vollen Sinnd der Tradition streben. ') Siehe Oktoberheft des Zion.

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