Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 3 (3.1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 37 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 3 Z I 0 N Seite 35 die vom „Vereinigten Rabbinerrat'5 Jerusalems unter den Auspizien von Rabbi Kuck, unter der Redaktion seines ersten Sekretärs, Rabbi Samuel W e b e r. und unter Mitwirkung von Rabbi J o s e p Ii E 1 i j a h u K i r s c h e n b a u in herausgegeben wird. R a w K u c k selbst steuert die Einleitung bei. dann folgen nicht weniger als zwölf rein halachische Ausführungen, an denen die führenden Rabbinen Jerusalems als Verfasser beteiligt sind; am Schluß stehen zwei mehr homiletische und aktuelle Beiträge. Man abonniert: Jerusalem P.O.B. 692. Etwa gleichzeitig hat Rabbi J e s c h a j a Ii u S c h a p i r a unter dem Titel ..Ercz C h e f e z" eine sehr geschickt angeordnete Auswahl aus den Schriften R a w Kucks herausgebracht, die in vorbildlicher Ausstattung und mit einem prachtvollen Bilde des Raws geschmückt nur Mk. 1.— kostet (Verlag „Darom", Jerusalem, King George Street). Nach der liebevollen Einleitung des Herausgebers, der die Hauptgedanken des Kuck'schen Systems unter dauernder Verweisung auf die eigentlichen Quellenschriften darlegt: insbesondere also die theologische Rechtfertigung auch der profanen Arbeit am Heiligen Lande und der Zusammenarbeit mit Nicht-Gesetzestreuen, folgen Kapitel über ^Palästina und das jüdische Volk", „Die Thora des Landes", „Die Mizwoth, die mit dem Lande zusammenhängen"", „„Palästina und die Diaspora", „Die Hoffnung auf Erlösung", ..Die Wiedergeburt", „Die Erlösung", „.Das Licht des Heils"", „Stoff und Geist", „Väter und Söhne". „Die Aufgaben der Gerechten dieser Zeit", „Und sie wurden zu Eins"".' Vielleicht geben wir in einem der nächsten Hefte einige Uebersetzungsproben; heute möge dieser Hinweis zunächst einmal für das Original werben. Die Erstlinge. Je stärker das gesetzestreue Element iiu Lande wird, desto mehr drängt sich wieder die Erinnerung an jene ersten rabbinischen Erwecker der Palästinaverbundenheit in den Vordergrund: an Rabbi Z w i Hirsch Kalischer von Thorn, und an den sephardischen Rabbi I. C h. A 1 k a 1 a i, der aus seiner serbischen 'Heimat nach Palästina wanderte und dort hochbetagt starb. Beiden hat J i z c h a k Gur A r i in zwei schmucken Bänden würdige biographische Denkmäler gesetzt, von denen der erste (über Kalischer) im Verlage des ..Hator*' in Jerusalem, mit einer Einleitung von Raw Fischmann, und der zweite in der Jugendbibliothek des Keren Kajemeth. erschienen ist. Beide Bändchen sind in schönem, leichten Hebräisch geschrieben, der über Alkalai ist sogar punktiert, wie alle Ausgaben des Omanulh-Verlages, und eignen sich also sowohl sprachlich wie sachlich hervorragend zur Behandlung in den Gruppen des Zeire Misrachi, insbesondere da Kalischers Vorschläge zur Landwirtschaft neben seinen theologischen Vorstellungen sehr stark herausgearbeitet werden. Ein merkwürdiges und bedeutsames Licht iäüt auch auf die Gestalt des Arztes und Mystikers Dr. Chaim L u r j e h in Frankfurt an der Oder, der im Jahre 1S61 den ersten Palästinakolonisationsverein gründete und bald einer der aktivsten Helfer Kalischers wurde. > 1 Aus den Zeiten des Kult u r k a m p f e s. Die hebräische National- und Universitätsbibliothek hat anläßlich des zehnten Jahrestages ihrer Uebernahme durch die Zionistische Organisation ein überaus hübsch gedrucktes, mit einem Bilde ihres eigentlichen Gründers. Dr. Chasanowicz, versehenes, von Direktor Dr. Bergmann bevorwortetes im Wesentlichen aber vom Bibliothekar A b r a h a 111 Jaari verfaßtes Büchlein vorgelegt, das ihre „Geschichte"" erzählt und mit Dokumenten belegt. Unter diesen Dokumenten sind sehr viele, die den verzweifelten Widerstand der Jerusalemer Orthodoxie alten Schlages gegen die Bibliothek zeigen, der sich in überaus scharfen ..Bannflüchen"'' äußerte. Auf der anderen Seile hatte die Bibliothek aber gerade in ihren Anfängen auch Freunde unter der europäisch gebildeten Orthodoxie Jerusalems, zu der vor allem der Kreis um die Historiker Jawitz und Luncz. den Philosophen Pines und den Publizisten Frumkin zu zählen sind. Einer der „Charamim" führt zur Motivierung die Tatsache an, daß in der Büchersanimlung auch unfromme und profane Werke Aufnahme fanden. Im Grunde besteht hier genau dieselbe Streitfrage, die das Schulproblem der Orthodoxie besonders in Palästina so kompliziert hat: Bewältigung der modernen Bildung durch die schöpferischen Kräfte des Judentums, oder ihre Aussperrung durch seine abschließenden Kräfte? Es ist nur konsequent, wenn die Bekämpfetjeder profanen Bildung, die ja auch heute hoch im aschkenasischen Jerusalem — nicht im sephardischen — mächtig genug sind, sich nicht nur gegen die modernen Lehrer wandten, die aus den fremden Büchern gelernt hatten, und gegen die Schulen, in denen sie gelehrt wurden, sondern auch gegen diese Bücher selbst. Man vergleiche nur in diesem Zusammenhang, was Dr. Joseph R i w 1 i n in seinem sehrbemerkenswerten Beitrag zum hier schon erwähnten „S e f e r Hajo w e 1" der palästinensischen Lehrerorganisation über die Geschichte der ältesten modernen Schule Jerusalems, der sogenannten Lemelschule zu erzählen weiß, deren intellektueller Urheber, der Dichter Ludwig August Frankl, mit