Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 2 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 27 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3133276-3139335-3139337--0253-3139739- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2 Z I 0 N Seite 27 faßt gegen den Revisionismus, den Feind des jüdischen Propheten-Geistes zu kämpfen haben. Der Zeire Misraehi strebt danach, auf der Grundlage von „Zedek und J o s c h e r" und intensiver Arbeit, „Äwoda azmith", die Heimstätte für jüdische Kultur und jüdisches Leben aufzubauen. Der Zeire Misraehi umfaßt mit den beiden Worten ,,Thora" und „Awoda" das historische und das nationale Moment des jüdischen Volkes. Er hat die Möglichkeit geschaffen, die Begriffe: Gott, Volk, Mensch und Land harmonisch zu einer Einheit zusammenzufassen: Gott und Volk durch Thora, Mensch und Land durch Awoda. Für uns spielt es keine Rolle, ob die Idee des Revisionismus technisch durchführbar, ob politisch gerechtfertigt, oder ob sie eine Utopie ist, unser Wegweiser ist das altjüdische U r i m \v*T u m i m. das uns vom Wege zum Revisionismus weist. Dieses Urim wTumim hat uns trotz vieler wesentlicher weltanschaulicher LTnterschiede eine Zusammenarbeit mit den Zionisten ermöglicht, da auch diese den Weg zum geschichtlichen Judentum gefunden haben. Beim Revisionismus ist es jedoch anders: Der Revisionismus zerreißt den historischen Faden des Judentums. Er will das ,.Sein" des jüdischen Volkes von seinem ..Sollen" abbrechen. Darin scheint uns ein Verrat gegen den Geist des Judentums zu liegen. Lieber die Konsequenzen einer derartigen Idee kann uns der Weltkrieg belehren. Wären die Völker nicht militärisch eingestellt gewesen, so hätte man andere Wege zur Verständigung suchen müssen. In Ausrüstung und Vorbereitung zum Schutze steckt bereits der Bazillus zum Angriff! . . . Lud jetzt die wichtigste Frage, die Erziehungsfrage. Sie würde nach revisionistischem Muster gefaßt die größte Gefahr für unsere Jugend darstellen. Der Revisionismus wird, um die Jugend für den nationalistischen Nationalismus zu begeistern, solche nationale Helden aus der jüdischen Geschichte aufsuchen müssen, die ihr Heldentum mit der Faust bewiesen haben . . . Den Revisionisten wird nicht der Moses, der die Thora, die Gottesgesetze, die Ethik, der Menschheit gegeben hat als Vorbild dienen, sondern der Moses, der den Mizri erschlug, der Moses als Heerführer. Wie unbedeutend werden ihnen die geistigen Helden wie: Ibn Esra, Rabbi Jehuda Halevi. Rambam, Raschi u. a., für die Erziehung der Jugend sein müssen. Während uns der Zionisten-Kongrcß freie Autonomie im Erziehungswesen gegeben hat, wird uns der Revisionismus die ganze Jugend rauben. Und schon um des jüdischen Erziehungs-Ideals willen, müssen wir den Revisionismus ablehnen. J. Mortenfeld, Frankfurt-Main. UngleicheBrüder —aber gleiche Kappen. Es geht uns die Uebersetzung einer Notiz aus der bekannten Budapester Zeitung „A z Est" vom 25. Januar zu: „Die palästinensische Bewegung möchte sich auch in Ungarn mit größerer Kraft entfalten. Der Pro-Palästina-Verein hat in Ungarn eine Lizenz erhalten 5000 Sammelbüchsen des K. K. L. in jüdischen Familien unterzubringen. Jetzt wandte sich der Verein an das Innenministerium mit der Bitte, die Lizenz auf 10000 Büchsen zu erhöhen. Der Antrag wurde an das Kultusministerium weitergegeben, d.s die jüdischen In- . stanzen, die orthodoxe und die neologc Landeskanzlei, um gutachtliche Aeußerung ersuchte. Diese beiden Organisationen setzten sich miteinander in Verbindung und ersuchten dann die Regierung, die Erhöhung der Zahl der Sammelbüchsen nicht zu gestatten, da man es unter den jetzigen Verhältnissen nicht erlauben könne, daß die ungarische J u d e n h e i t für ausländische Z w ecke Opfer bring e." Es ist interessant, wenn auch betrübend, zu sehen, wie der extremen ungarischen Orthodoxie kein Mittel und kein Partner unpassend erscheint, wenn es Kampf gegen den verhaßten Zionismus gilt. Zion trauert um seine Söhne — denn sie sind nicht mehr seine Kinder! Aus der Misrachi-Bewegung. Fünfte Landeskonferenz der Zeire- Misraehi in Polen. Warschau. 28. Januar. (J.T.A.) In Anwesenheit von über 200 Delegierten wurde in. Warschau die fünfte Landeskonferenz der ..Zeire Misraehi" in Polen eröffnet. Präsident Nahum Sokolow hielt eine Begrüßungsansprache, in der er die Tragödie der jüdischen Jugend schilderte, die in ihrem Lebenskampf und in ihrem Kampf für ideale Ziele durch eine feindliche Außenwelt gehemmt wird. Sokolow drückte seine persönliche Sympathie für die ..Misraehi-Ideale" aus und sagte, er trage den ..Beth-Midrasch". in welchem er seine Jugend verbrachte, sein ganzes Leben in sich, der Beth-Midrasch habe ihm in seiner späteren diplomatischen Tätigkeit geholfen. Er wünschte der Konferenz fruchtbringende Arbeit. Es wurden dann Begrüßungen zahlreicher Organisationen. Rabbiner und Gelehrten verlesen. Es sprachen noch der Präsident der Warschauer Jüdischen Gemeinde. Abg. Farbstein, und Vertreter des Keren Hajessod, des Palästina-Amtes u. a. m. Nach der Wahl des Präsidiums begrüßte f. Grünbaum im Namen des Jüdischen Parlamentsklubs die Konferenz und legte die Politik des Kluhp dar. Hierauf begann die Hauptaussprache über die die Konferenz beschäftigenden Themen. Raw Meier Berlin in Europa. Der Präsident des Merkas Olami in Jerusalem und Mitglied der Zionistischen Exekutive. R a w Meier Berlin, befindet sich zurzeit auf einer Reise durch verschiedene europäische Länder, um im Auftrage der Exekutive die Führer der dortigen zionistischen Landsmannschaften über die gegenwärtigen Verhältnisse in Erez-Israel, sowie über die Lage der zionistischen Organisation eingehend zu informieren. Es geschieht dies auch in Vorbereitung der kommenden Sitzungen des Actions Comites und des Administrative Comites der Jewish Agency. die Mitte März in London stattfinden werden. Bei dieser Gelegenheit finden auch Konferenzen mit den Führern des Misraehi in den verschiedenen Ländern statt und trifft Raw Berlin mit ihnen bereits jetzt Vorbesprechungen für die im Herbst dieses Jahres abzuhaltende Weltkonferenz des Misraehi. Besprechungen haben bisher stattgefunden in Rumänien. Polen und Deutschland: zurzeit ist Raw Berlin in Litauen und begibt sich noch im Laufe ' dieser Woche nach Lettland. Von dort wird er Oesterreich besuchen, um dann zu den Sitzungen nach London zu fahren.