Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 2 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 20 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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gelte 20 Z I 0 N Nr. 2 denn es ist doch wohl ganz klar, daß Aenderung der Politik und Koalition identisch miteinander sind. Wer sich mit anderen Gruppen verbindet, weiß, daß jetzt nicht mehr seine Richtung allein maßgebend sein kann, sondern, daß er sich in Politik und Arbeit nach den Wünschen seiner Bundesgenossen richten muß, daß eine mittlere Linie eingehalten weiden muß. die diein der Koalition vereinigten Gruppen gemeinsam trägt, die von ihnen gemeinsam verantwortet werden kann. Alle oppositionellen Gruppen, mit Ausnahme der Revisionisten, waren zu koalierter Arbeit in der Z. V. f. D. bereit, und das nicht erst auf dem Delegiertentag, sondern schon vorher. Es ist unrichtig, zu behaupten, daß die alte Leitung der Z. V. f. D. geblieben ist, denn sehr beachtliche Vertreter der von uns bekämpften Richtung (z. B. Dr. Bileski) sind nicht in der neuen Leitung, während andere, von denen anzunehmen ist, daß auf einer Linie der Verständigung mit ihnen gearbeitet werden kann (z. B. Dr. Moses) in sie eingetreten sind — und wir halten eine Leitung, in der 3 Misrachisten 3 Vertretern der allgemeinen Zionisten und 2 Vertretern der Linken gegenüberstehen, für etwas ganz anderes als das. was vorher gewesen war. Daß es ferner unrichtig ist, zu behaupten, daß in Jena die bisherige Politik der Z. V. f. D. gutgeheißen wurde, habe ich in meinem Artikel im Januarheft des „Zion" ausgeführt, ich bleibe dabei: ein Vertrauensvotum für die Vor-Jena-Politik der Z. V. f. D. ist auf dem Delegiertentag weder erbeten noch erteilt worden. ad II. Daß der deutsche Misrachi in seiner Innenarbeit den Eindruck einer Geldsammlungsmaschine macht, ist ein Vorwurf, den man ja auch in der allgemeinen zionistischen Bewegung schon lange kennt. Leider ist es nun einmal so, daß ein Hauptbetätigungsfeld aller zionistischer Energien nachdem Palästina heute ein ganz reales Tätigkeitsgebiet mit realen Bedürfnissen ist auf dem Gebiet der Gcldaufbringung liegt. Auch für unsere Partei ist es in erster, zweiter und dritter Reihe nötig, Geld aufzubringen, damit das, was Misrachigeist und -begeisterung in Erez-Israel geschaffen hat, fortgesetzt, erweitert und verbessert werden kann. Aber es ist durchaus unrichtig, wenn man behauptet, daß dadurch etwa der Misrachist über die geistigen Vorgänge im Misrachi oder über die geistigen Kämpfe, die der Misrachi in Erez-Israel und anderwärts führt, unorientiert bleibt. Niemals haben wir in den zahlreichen Versammlungen allerorts etwas anderes geboten, als Aufklärung über unsere geistigen Ziele, über die Notwendigkeit der Nationalisierung der orthodoxen Judenheit, über die Erziehungsprobleme — in einem Wort Aufklärung über das jüdische Ideal, das am Anfang und am Ende der misrachistischen Gedankenwelt steht. Dr. Schereschewsky fragt, was hört der Misrachist vom Misrachi und seiner Arbeit, wer informiert ihn, wer stellt den Kontakt her zwischen ihm und der Arbeit in Erez-Israel? Nun, Dr. Schereschewsky, diese Blätter, in denen wir dem Misrachisten auch Ihre von der unsrigen abweichende Meinung darbieten, haben all das in reichlichem Maße zu erfüllen gesucht, sie stehen jedem Misrachisten. sogar jedem Nichtmisrachisten, der lesen will, zur Verfügung. Auch vom Hapoel Hamisrachi und von Schcch-Abrek war hier des öfteren die Rede, wenn es nicht mehr gewesen ist, so lag es wesentlich an Ihrem Kreis, der an unserem Blatt nicht ernsthaft mitgearbeitet hat. Und in diesem Blatt haben wir auch Kulturarbeit für die Misrachisten Deutschlands geleistet, haben dauernd kulturelle Probleme besprochen und ausdrücklich klargelegt, was wir uns unter zionistischer und misrachistischer Arbeit vorstellen, ganz abgesehen von unseren Beiträgen in anderen Zeitungen, die in gewissen Abständen von unseren aktivsten Menschen gegeben wurden. Ich weiß nicht, wie Dr. Schereschewsky sich Kulturarbeit unter der älteren Generation überhaupt vorstellt. Wir stellen sie uns so vor, daß wir immer mit unseren spezifischen Problemen vor die üeffentlichkeit treten, allen durch ein eigenes Organ die Möglichkeit geben, über unsere Fragen sich zu unterrichten. W i r haben an die Misrachisten eine Beschwerde zu richten, daß sie nicht alles tun, um unserem Blatt den Resonanzboden zu schaffen, daß sie sich nicht genügend mit der Abonnentenwerbung befassen, es nicht genügend in den uns nahestehenden Kreisen propagieren. Diese Beschwerde richtet sich, auch gegen Dr. Schereschewsky und seinen Kreis. Wo ist die positive Mitarbeit, wo das eigene Verantwortungsgefühl der Arbeit gegenüber? Kritik ist gut und willkommen, aber nur von dem, der selbst bereit ist, die Verantwortung für die gemeinsame Arbeit mit zu tragen. Die Fragestellung im Sinne des ddS nxtn m:J?n na müssen wir ablehnen. ad. III. Wie bereits ausgeführt hat der Misrachi in Jena dem Gedanken Rechnung getragen, daß es nicht richtig wäre, Misrachisten zu gemeinsamer Stellungnahme zu zwingen in Fragen, die nicht zwangsläufig mit misrachistischer Grundauffassung zusammenhängen, wenigstens dann nicht, wenn nicht eine große Majorität hinter der einen Auffassung steht. Dr. Schereschewskys „religiös-sittliche" Interpretation des Brith Schalom- Gedankens wird von der überwiegenden Majorität der Fraktion abgelehnt. Da das Zentralbüro weder