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Zion · 1930-02-01 · 2 (2.1930) · p. Seite 19

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Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
2 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 19 (sequence 9)
Language
German
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Nr 2 Z I O N Seite 19 eigentlich keine politische, sondern eine religiöskulturelle Partei sei". IV. Es ist ein offenes Geheimnis, daß der Eintritt des Misrachi in die Koalition im Wesentlichen durch die Zeire-Misrachi-Delegierten in Jena herbeigeführt worden ist. Man mag zu Form und Erfolg dieser Aktion stehen wie man will,, es hat sich jedenfalls erwiesen, daß keine Entscheidung des Misrachi ohne oder gar gegen den Zeire-Misrachi gefällt werden kann. Manche Kreise im Misrachi wollen sich noch nicht daran gewöhnen, daß im Z. M. eine Organisation entstanden ist. die sich durch ihre Arbeit und Leistung Achtung verschafft hat und darum Rechte verlangt und nicht gewillt ist, sich zurückdrängen zu lassen, weil sie die Jüngeren vertritt. Man glaubt, gegen unsere Forderungen unter Hinweis auf unsere geringere Zahl auftreten zu dürfen. Der Delegiertentag hat gezeigt, daß nicht derjenige entscheidet, der auf die Zahl seiner Mitglieder pocht, sondern, wer auf seine geleistete Arbeit hinweisen kann. Eine entschlossene, wenn auch kleine Gruppe, die zielbewußt handelt, ist viel stärker als eine Masse, die ohne Richtung gelassen wird. Main weiß dies und rechnet z. B. in der Z. V. f. D. mit dem Z. M. als einem wichtigen Faktor. Wir sind stolz darauf, nicht um unseretwillen, sondern um des Misrachi willen, von dem wir ein Teil sind und bleiben wollen. Darum war nie ein Wort unbegründeter und irreführender als das von der Entscheidung über ,,Umfall oder Zerfall", vor die die Misrachi-Fraktion in Jena angeblich gestellt war, als die Führer des Z. M. ihren selbständigen Eintritt in die Koalition ankündigten. Es ging ja nicht um eine Grundfrage des Misrachi. Wir wollen nicht zerstören, sondern aufbauen. Unser Kampf geht um einen Misrachi, der durch reale Arbeit sich würdig zeigt, diesen Namen zu tragen. Wir würden uns freuen, wenn durch diesen Kampf und durch unsere Kritik der deutsche Misrachi zu neuer Aktivität, Lebens- und Werbekraft gelangen würde. Wer uns dabei hilft, sei willkommen, denn die Aufgaben sind groß und es lohnt sich, für sie zu kämpfen. Wer unsere Hilfe dazu braucht, wird uns bereit finden. Für uns, den Zeire Misrachi in Deutschland, sei dieser Delegiertentag eine Mahnung und Aufforderung: Erfolg verpflichtet! Lernen wir von allem, was er uns gezeigt hat! Verstärken wir unsere Reihen, vergrößern wir unsere Zahl, vertiefen wir unsere Arbeit! Es geht um die Kraft unseres Bundes, es geht um die Würde des Misrachi! Entgegnung. Wir geben den vorstehenden Ausführungen von Dr. S. Schereschewsky Raum in unserem Blatte, weil wir prinzipiell Kritik nicht unterbinden wollen, obwohl wir vollkommen im Klaren darüber sind, daß diese Kritik unberechtigte, ungerechte und teilweise nicht auf der Basis von Tatsachen beruhende Kritik ist. Auch scheint es uns klar, daß Dr. Schereschewsky nicht berechtigt ist, seine Kritik im Namen des Zeire Misrachi vorzutragen, denn seine Gründe zur Bekämpfung der Arbeit des Zentralbüros sind ganz andere, als diejenigen der gelegentlichen Differenzen, die zwischen uns und den Zeirim auftreten und bisher immer zu beiderseitiger Zufriedenheit gelöst worden sind. Dr. Schereschewsky kämpft gegen uns seit Jahren, heute aus diesem und morgen aus einem anderen Grunde — augenblicklich aus seiner von uns einmütig abgelehnten Einstellung zum Brith Schalom, die bisher auch in den Kreisen der Zeirim keinen Wiederhall gefunden hat. Wir fassen deshalb die Kritik Dr. Schereschewskys durchaus als die abweichende Meinung eines Einzelnen, Isolierten, auf, wollen uns aber trotzdem mit ihr, soweit er sachlich kämpft, auseinandersetzen. ad I. Wir standen vor und auf dem Delegiertentag in einer Front mit den „oppositionellen Gruppen", wir gehörten absolut zu ihnen. Das, was wir an der bisherigen Politik der Z. V. f. D. auszusetzen hatten, wurde von fast der ganzen Fraktion des Misrachi in Jena, bis weit, sehr weit in die Reihen der Zeirim hinein, als zutreffend erachtet. Der Gegensatz zwischen der Majorität der Fraktion in Jena und einem beachtlichen Teil der Zeirim, übrigens durchaus nicht nur solchen, lag auf dem Gebiet, welche Konsequenzen bei der Bildung einer neuen Leitung der Z. V. f. D. der Misrachi aus seiner bisherigen Verbindung mit den übrigen oppositionellen Gruppen ziehen sollte. Bei diesem Gegensatz wurde die Frage erörtert, ob die Gründe, die uns in die Opposition geführt hatten, solcher Art waren, daß man den Gesamtmisrachi zwingen könne, sie anzuerkennen. Ob die Gründe mit misrachistischer Grundauffassung unlöslich verknüpft seien oder nicht. Da dies verneint wurde, gelangte man zu der Entscheidung, daß es für uns nicht richtig sei, unter allen Umständen in der Opposition zu bleiben, wenn unsere Forderungen, die wir vor Jena aufgestellt hatten, nicht durchgesetzt würden. Es ist unrichtig zu behaupten, daß wir unsere Forderung nach Aenderung der Politik der Z. V. f. D. zugunsten der Forderung nach einer Koalition fallengelassen hätten. Es ist dies einer der unsachlichen Einwände Dr. Schereschewskys,

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