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Zion · 1930-01-01 · 1 (1.1930) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
1 (1.1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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Seitt 8 zioy Nr. 1 die Erziehung die Krönung ihrer Leistung in der Erlösung der Persönlichkeit, die sie in der Weckung ihrer schöpferischen Kräfte bewegt, in der Offenbarung einer überirdischen Geistigkeit gebunden hat. Sinnbild dieser Erlösung aber ist die Bejahung des göttlichen Ebenbildes als letzter Sinngebung aller erziehei ischen Gestaltungen, als bleibender Deutung aller menschlichen Bildungen. Geulath Haarez. Von Walter Roth, Berlin. Die Geschehnisse des A\v 5689 in Erez Israel haben die Diskussionen über die Grundfragen der zionistischen Arbeit wieder belebt. Eine dieser Grundfragen ist das Bodenprob'em, dessen schiuTstmögliche Lösung eine conditio sine qua non für unsere nationale Renaissance in Palästina ist. Kein Wunder also, daß in diesen schweren Tagen die Möglichkeiten und Schwierigkeiten des Bodenerwerbs im Vordergrund der Auseinandersetzungen im zionistischen Lager stehen und daß verantwortungsbewußte Pa'.ästinafreunde sich erneut die ' Frage vorlegen, was sie in der Galuth leisten können, um zur raschen Erweiterung unseres Bodenbesitzes im Lande beizutragen. Die erste Antwort auf diese Frage ist heute -wie stets: Sorge für die Vergrößerung der Eingänge des Keren-Kajemeth Leisrael. Das allein kann aber in Zukunft ebensowenig genügen, wie es bisher nicht genügt hat. Wenn kürzlich in der „Jüdischen Rundschau*' Dr. Auerbach aus Haifa festgestellt hat, daß die Beteiligung des Keren- Kajemeth Leisrael an der s t ä'd tischen Kolonisation minimal gewesen ist und daß gerade auf diesem Gebiet eine starke, durch die aktuellen Notwendigkeiten bedingte Initiative entfaltet werden muß, so ist dies zweifellos richtig. Nur hat Dr. Auerbach eine Kleinigkeit vergessen, daß der KKL. auch bei sehr großer Steigerung seiner Eingänge kaum die Mittel zur Verfügung haben wird, eine wirklich große städtische Kolonisation neben der landwirtschaftlichen in die Wege zu leiten, nachdem er den größten Teil der Haifa-Bay erworben und so — wenigstens für Haifa — auf lange Sicht gesehen, eine Bodenreserve geschaffen hat; damit ist .e»r mit seinen Mitteln auch für die nächsten Jahre schon festgelegt. Ebensowenig wie die dem KK.L zur Verfügung stehenden Kapitalien für eine großzügige städtische Kolonisation ausreichten, konnte die eingesessene palästinensische Judenheit wesentliches auf diesem Gebiete leisten. Ihre Mittel waren unzureichend, und es ist zum mindesten fraglich, welche Möglichkeiten zur Investierung in städtischen Grundstücken sie in Zukunft haben wird. Sicherlich werden diese Mittel unseren nationalen Anforderungen nicht genügen. Das Gebiet der städtischen Kolonisation wird also, aller Voraussicht nach, ebenso wie es in der Vergangenheit war, eine Domäne der Privatinitiative von Zionisten und anderen Palästinafreunden in ptfS pn bleiben. Diese Privatinitiative hat bere'ts gewaltige Leistungen hinter sich. Alle neuen städtischen Siedlungen, die seit dem Beginn der zionistischen Kolonisationsarbeit — etwa vom Jahre 1908 an — geschaffen wurden, hätten niemals entstehen können, wenn nicht Juden in allen Ländern der Welt, die einen Blick für Entwicklung auf lange Sicht besassen, die Mittel zum Ankauf von großen Flächen in den Städten und in ihrer Umgebung zur Verfügung ges'.e'lt hätten. Aber Bodenerwerb allein ist ja immer nur die erste Voraussetzung für eine Siedlung. Weitere Vorbereitungsarbciten mußten mit p ivaten Kapitalien nach Plänen moderner Städtebauer geleistet werden, Straßen wurden angelegt, Wasser- und Lichtversorgung, Kana'isation und soziale und sanitäre Bedingungen geschaffen, ohne die eine Einwanderung von Juden, die an europäische Verhältnisse gewöhnt sind, undenkbar gewesen wäre. Jeder Besucher Palästinas, der diese neuen jüdischen Stadtviertel mit den engen und unhygienischen Quartieren in den Gassen der Altstädte von Jerusalem, Jaffa oder Haifa vergleicht, erhält einen überwältigenden Eindruck von dem, was durch eine konsequente und vorausschauende städtische Siedlungspolitik geschaffen wurde. Durch die neuen jüdischen Siedlungen, um nur einige Namen zu nennen: Rechawiah, Talpiolh. Beth-Hakerem, Romtm:h, Sch'ch: nath M.nt-fiore und andere bei Jerusalem, Hadar Hakarmel und die Siedlung auf dem Karmel bei Haifa. Tel-Aviv und die Sch'chunah Bajith-Wegan bei Jaffa, wurden nicht nur die Grundlagen für die wirtschaftliche Existenz des neuen Jischuw gelegt, sondern durch die Konzentrierung jüdisch-bürgerlicher Elemente in den Städten und Vorstädten wurde die Voraussetzung für kulturelles Leben in Erez Israel in bedeutendem Umfange verstärkt. Die Ereignisse vom August und September 1929 haben erneut aufs eindruckvollste bewiesen, welchen Wert gerade zusammenhängende jüdischstädtische und -'anJwirtschaf'Tche Siedlungen haben, denn während in diesen ein relativ geringfügiger Schaden an Gut und Blut entstanden ist, mußten die zerstreut liegenden jüdischen Punkte erheblich stärker leiden. Die Tendenz des Jischuw geht nach diesen blutigen Ereignissen mehr als je dahin, geschlossene jüdische Siedlungen zu schaffen. Die Juden, die heute noch in nicht unerheblichem Maße in Jerusalem, Haifa und Jaffa zerstreut in arabischen Vierteln bei arabischen Hausbesitzern zur Miete wohnen, haben durch die blutigen Ereignisse einen erneuten starken Antrieb bekommen, in rein jüdischen Siedlungen zu wohnen. Dieselben Bestrebungen zeigten sich übrigens schon nach dem Pogrom 1921. Man kann von diesem Datum ab die schnelle Entwicklung von Tel-Aviv und Hadar Hakarmel bei Haifa datieren. Heute,

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