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Zion · 1929-12-01 · 12 (12.1929) · p. Seite 153

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Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
12 (12.1929)
Date
1929-12-01
Page
Seite 153 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 12 Z I O N Seite 153 aufrichtung Hebrons, Safeds, der Jerusalemer Altsladl. an der sich n. a. Ussischkin. Raw Jesehajahu Schapira, Raw Slonin-PIebron beteiligen. Unser Bruderbkttt ..Hahcd". das unter Rabbi Benjamins trefflicher Führung stellt, hat seinen neuen Jahrgang in äußerlich noch verschöntem Gewande und mit vielen Erweiterungsversprechungen begonnen. Wir wünschen ihm vollen Erfolg — und u n s e r e n Lesern, daß sie auch sein e Leser werden. E. S. Misrachi-Propagandatagung in Breslau Am 8. Dezember waren die Herren Dr. Aron Barth und Dr. Wollsberg in Breslau, um als Gäste der Misnichigruppe eine gut vorbereitete Propaganda-Aktion in der Orthodoxie mitzumachen. Am Nachmittag fand eine s'. irk besuchte Jugendversammhing statt, in der Dr. WolfsbL'rg ein Referat über die der Zeire-Misrachi-Bewegung zugrunde liegenden Ideen hielt. An der Versammlung beteiligten sich -außer der kürzlich ins Leben getretenen Zeire-Misrach;-( Ir.ippe Bnjs'au a ich andere gesetzest reue Jugendorganisationen und der nalionaljüdische Jugendring. Dr. Wolfsberg stellte die Forderung des Zeire Misrachi nach Wahrung des religiösen Charakters unseres Volkes bei der nationalen Aufbauarbeit unter der das soziale Ideal mit der Forderung des jüdischen .Gesetzes vereinigenden Devise ..Thora Waawodah" in den -Mittelpunkt seiner Ausführungen. Der Zeire-Misrachi will die sozialen Ideale des jüdischen Schrifttums in die Wirklichkeit umsetzen, was mehr eine historische als eine dogmatische Erkenntnis bedeute. Als Gemeinschaft mit und in der Thora leben und arbeiten zu wollen ist das Bestreben des ^.eire Misrachi. er stellt an seine Mitglieder strengste Forderungen auch für das Privatleben, die Awoda soll die Thora rückwirkend verlebendigen und wirken lassen. Den Ausführungen des Redners schloß sich eine lebhafte Debatte an. Am Abend fand eine große öffentliche Versammlung statt, die außerordentlich stark besucht war. Das Thema ..D er Palästina-Aufbau, die religiöse Pflicht der Gesamtjudenh e i t" wurde von Dr. Barth und Dr. Wolfsberg in eindrucksvoller Weise ausführlich behandelt. Dr. Barth behandelte besonders die politische Seite der gegenwärtigen Aufgaben der um Palästina gruppierten Judenheit. An England muß die Forderung erhöhter Aktivität für Durchführung der Balfour- Deklaration, stärkere Begünstigung der jüdischen Einwanderung. Zuweisung von Staatsländereien an Juden gestellt werden. Die Araber müßten aus der englischen Haltung erkennen, daß sie nicht durch Gewalt ihre politischen Ziele erreichen können. Verständigung mit.den Arabern müsse auf einer Basis gesucht werden, die nicht als Schwäche ausgelegt werden könne. Die jüdische Welt habt} würdig und angemessen auf die Unruhen in Palästina reagiert. Die Haltung der Orthodoxie aber habe enttäuscht. Die Kenesioh habe den Willen zur Tat vermissen lassen, da sie sich auch in dem Augenblick, in dem alles von Geschlossenheit und Einheit des jüdischen Willens abhängt, nicht zum Anschluß an die Agenev durchringen konnte. Dr. W o 1 I s b e r g wies aus dem jüdischen Schrifttum nach, daß die Besiedlung Erez-Israels, das mit Volk und Religion eine Einheit bilde, eine der wichtigsten religiösen Pflichten ist. Außerdem ist die Aufbauarbeit als stärkstes Gegengewicht gegenüber dem religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Verfall in der Diaspora unaufschiebbar. Nicht nationaler Chaminismus. sondern sittlich-religiöse Tendenzen sind dafür maßgebend. Man hält uns die Opfer, die der Aufbau gefordert hat. entgegen, vergißt aber dabei die Hekatomben der Ukraine und früherer Zeilen. Was heut geschieht, wollen besonders diejenigen nicht verstehen, die stets die eigene Seele als Resonanzboden des Gesghehens betrachten. Gegenüber den Verlusten Osteuropas bedeutet die Hebung des Interesses an den jüdischen Kulturgütern im Westen herzlich wenig: hier handelt es sich auch nicht um' schöpferische Kräfte. Der Misrachi hat eine ungeheure Aufgabe, deren Lösung nur auf längere Sicht denkbar ist. Alles dies sieht die Orthodoxie nicht, sie verweigert' auch jegliche Anerkennung den bisherigen g. waltigen kulturellen Leistungen des Misrachi. Aber immer wieder ruft der Misrachi zur Mitarbeit auf. zu mindest im Rahmen der Agency. Die Diskussion eröffnet Dr. Lachmann mit einem Ruf zur Tat, so wie die Männer der Chanukazeit ihr Schicksal selbst gemeistert haben. Dr. Falk stellt der ,.Einheit" des jüdischen Volkes dessen ..Einzigkeit" gegenüber: er folgert, daß das Land gegenwärtig für diese Einzigkeit eine Gefahr bedeute. Auch wisse man nicht, an welchem Punkt der geschichtlichen Entwicklung wir stehen. Der Misrachi sei gezwungen, sich die Forderungen der Zionistischen Organisation zu eigen zu machen. Dr. Th. Breslauer hält den Misrachi für das kleinere Uebel. Eine Gemeinschaft habe nur dann Wert, wenn sie ein Instrument des Traditionsgedankens ist. Rechtsanwalt Jakobsohn: Die Redner in der Debatte haben die Bedeutung von Mizwath Jischuw Erez-Israel anerkannt, nur den Zeitpunkt nicht für geeignet gehalten. Nie in den 2000 Jahren hat esr eine solche Chance gegeben, „und wenn nicht jetzt, wann dann?" Es gibt Kämpfe im 'Zionismus, aber das ist kein Unglück, denn jedes Werk ist

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