Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 11 (11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 141 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Z I 0 N Seite 141 (d*iöik »>) geäussert werden konnte, die Maxime „Mein ist Mein und Dein ist Dein" — die Grundlage des Privateigentums — sei eine „sodomitische Maxime", so liegt doch zweifelsfrei keine kapitalistische Tendenz vor. Freilich ist dies die Ansicht „Gewisser", aber niemand hat bestritten, dass dieses Prinzip nicht die „Maxime der Frömmigkeit" ist. „Maxime der Frömmigkeit" d. h. ideale Maxime des Judentums, ist „Mein ist Mein und Dein ist Dein", also die Verleugnung kapitalistischer Grund-ätze. Auch in der Thora finden wir deutliche Hinweise aut diesem Gebiet. Die Begründung des Jowel-Gesetzes noy or« n«a»VM w 'n p«n o ( Mein ist das Land und ihr seid nur von Mir geduldete Einwohner) charakterisiert scharf das Verhältnis der Thora zum Besitz und Privateigentum überhaupt. Es ergibt sieh hier, dass der Mensch überhaupt kein Eigen iiiiisrecht an der ScLöpfung hat; alles ist Gottes, wir sind nur geduldete Besitzer. Wir haben, alle gleichmässig, das Recht, das Land zu bearbeiten und seine Früchte zu gemessen, abt-r keinen Anspruch darauf, alsHemn und Bet-Uzer dts Landes zu gelten. Aus diesem Grunde haben wir im Sch'mitha- Jahr, in dem wir das Land nicht bearbeiten, auch keinen Anspruch auf seine Früchte; nicht nur die „A.rmen" sind dann Mitbesitzer der Feldfrucht, sondern sogar „deinem Vieh und dem Getier deiaes Landes gehöre seine ganze Ernte zum Frass". Die ohne Anstrengung und Arbeit des Menschen gewachsene Ernte gehört gleichmassig aller Kreatur Gottes, die Besitz r haben kein höheres Anrecht daran als ein anderer Mensch, „denn Mein ist das Land". Es zeigt sich also, dass nach jüdischer Auffassung der einzige Besitz des Menschen in der Welt — die Arbeit ist. Nur was der Mensch durch seine Arbeit erworben bat, ist sein. Denu nur die Arbeitskraft ist nicht der ganzen Schöpfung gemeinsam, sondern jedem Menschen einzeln verliehen worden. Freilxh auch hier hat er zu gedenken, dass nur Gott ihm die Kraft zu seiner Leistung verleiht. Wenn er also seinem Nächsten hilft und ihm von seinem Vermögen gibt, so muss er sich dessen bewusst sein, dass er nicht von dem Seinen hergibt: „denn Du und das Deiuige seid Sein", und auch bei David heisst es: „Von Dir kommt alles, unl von dem Deinen geben wir Dir, denn wir sind Fremdlinge vor Dir und von Dir geduldete Einwohner wie alle unsere Väter" (Awoth, Kap. 3). (Schluss folgt). Palästina -Tagebuch. Der Verlauf der Feiertage. *j Uebereignung von Gütern des nichtzablenden Schuldners an den Gläubiger nach Massgabe einer vom Gericht vorgenommenen Wertschätzung. Im Vorliegenden wird der Fall diskutiert, dass der Schuldner innerhalb eines Jahres nach erfolgter Uebereignung der gepfändeten Güter an den Gläubiger seinen Verpflichtungen nachkommt. Anm. d. TJebers. Unsere Lage ii n Lande ist leider so. (hiß wir srlum seil }: ihre'n de ,11'. , Feiertagen nicht ohne B igns i it gegen sehen. ,!a sich die Komplikaiionen an de In diesem I ah'iv'wa inaucT >u >is wiederholen k(")nnen. (k'i's nervös' 'und da ri l'roli s e'n!"d^1 die''knliselren Zeilen vethä illni.-niä: '.iL; ruhig¬ \ oi ü!k rsa gangen sind. freilich mildank d er mi-e'v lohnten 'stärken Bewach, durch i en-üsc •he Suhl,;-e:,. die aul Sdmmung und Andach primicrendet; nicht : ■ war (1 iu- \vnon instig wirkte. Xoeh dc- Lmng des Jeru-ulemcr Sladlmmxeri iei:is. ( elloau! Intervention des .'.Oberst en .Modemili .ei'!en Rale>". d. h. des Muht, erfoh M isi :; im Ausg, ange des Yersöhmmgsiages habe' der ira Sehofanon zu unterbleiben Das Rahbinat lügte sich vetstiindigerweise dieser Anordnenum nteh: eiwa die Oefahr neuen Blur>eigie!.'cus iK-raiilxubeschwö-.-en. protestierte aber nachträglich in einem überaß s,-!iarten Briet, der u. a. die Wendung eni hielt. Lr.iel h.tbe im Lande Israel niemanden, aul den es sieh s;iiv..'ii könne. aui.Vr seinem \'e'er im Himmel. Das Verhalten Lnglands \uirde al> Eingriff in die rei giö-e Freiheit bezeichnet und mit dem Verhallen der unduldsamsten niittelaherliehen Staaten verglichen. Vielleicht als Antwen am diese Kundgebung erlösten neue Wr..: diutugeu. die sieh au! den Cotlesdienst am Sakko; h.esiä bezogen. Nach Ausweis der in der hebräisehen IYe-<e veröl lern ii-hieu Dokumeme scheint Lir die Initiative insofern vom Oberrabbinal aiis-emm^'t» M-in. als dieses den Stadt- Gouverneur aeiragtc. ob dts Mitbringen von l.ulawim und Ltrogim und die Thoravork-siing an den Halblcienagcn' gestattet sei. Zue^t wurden beide Antrüge abschlägig besrhieden. dautr schlieÜli.-h. — naeh Vet harn Hungen ■■- der erste (furo- und Lulaw) bewühgi. der zweite t Thora vorles.mg an Cholhamod) abgelehnt. Deneuropäischen Leser werden diese Dinge ebenso betrüblich wie kleinlieh erseheinen. Sie >ind in W irk!:- hkeit beides. spielen aber in Lrez Israel eine verhiingni>\olle Rolle. Die Regierung hat \ or Ro.-ch-1 laschana eine Art ..< öebets-O'idnung Iii, die Kla-emauei-- herausgegeben, die nieht als' endgüliige. sondern nur als augenhlickliehe Regelung der Frage -eilen soll. Sie" enthielt genaue iWu-Ihmgen mY-r 'die vmi den [uden mitzubringenden (lehelsuiensilieii (deren IFochstgröbe mit Zentimeter-* ienauigkeit angegeben uar). s:>wie andeier>eits ein X'etbol iiir die Araber, die neue Tür an den Sabbaten fmi Feierl a-en zu öffnen und an diesen Te-en die kleine Strabe vor der Kla-einauer mit l^eln zu passieren. Die Verordnung bemühte >ieh -emz ersiehilieli. den beiderseitigen Reehi.s.siandpunkten aul einer mittleren Linie ent-e-enzukommen. was uauirlieh zu Unzufriedenheit heiiler Teile führte. «Was ist zu tun? Neuerdings isi in der Presse ein Oedanke aul-elauehi. der aueli in den Kreisen des Oberrabbinais und des Rabhinais Sonnenfelds Freunde haben soll: wir verzichten freiwillig auf unser (iebeisiechl an der Ivla-emauer. bis die von der enyüseheu Re-ierunan-ekündi-ien Speztalkomniission einen eiul-tilii-en Slafus ausgearbeitet hat. dem sich dann beide .Teile iu-en müssen. Es ist unserer nicht würdig, wegen jedes Schofartones