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Zion · 1929-11-01 · 11 (11.1929) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
11 (11.1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 136 (sequence 6)
Language
German
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Seite 136 Z I 0 N Nr. 11 Forderungen stellen: Kenntnis der Bibel, Verständnis von Mischnah und Talmud, Vertrautsein mit der Geschichte unseres Volkes. Wir sind doch so stolz auf die deutsche Kultur, auf unsere universelle Bildung. Sollte da nicht der deutsche Jude das Verlangen haben, auch jüdische Bildung zu besitzen, jüdische Kulturschätze sich zu eigen zu machen. Wir wissen, der Geist des jüdischen Menschen ist beweglich. So er sich nicht mit jüdischen Kenntnissen und Erkenntnissen erfüllt, konzentriert er sich auf andere Dinge. Ein Jude ohne jüdische Kenntnisse kann aber nicht ein Volljude sein und muss daher, wie im alten Judentum als Am Haarez im Hintergrunde bleiben. Wir müssen es dahin bringen, dass es eine einfache Unmöglichkeit darstellt, dass jemand in unserer Vereinigung eine führende Rolle spielen kann, der nicht diese Kenntnis in einem gewissen Ausmass besitzt. Ja, nur dann kann überhaupt ein Führer schöpferisch wirken, jüdische Ideen in ihrer ganzen Tiefe erfassen und zur Verwirklichung bringen, wenn er erfüllt ist mit jüdischen Kenntnissen. Vor allem sollten wir unseren Ehrgeiz auch darin suchen, unserer Jugend und cnseren Kindern eine grössere Kenntnis jüdischer Kulturweite zu versebaffen. Stärkster Förderung jüdischer Schulen und Lehr&tätten jedweder Art in allen Gemeinden muss daher unser dauerndes Streben gewidmet sein. Unsere Parole: Wertung jüdischer Werte. Und dessen können wir sicher sein, wenn erst wieder unter uns Zionisten eine Gemeinschaft entsteht, ia der diese Kenntnisse Allgemeingut geworden sied, dann werden auch in unserem Bewusstsein wieder jüdische Lebensanschauungen und Lebensformen, jüdische Religiosität und auch der jüdische Gott wieder lebendig werden. Vielleicht gelingt es dann wiiklich, einen deutschen Zionismus besonderer Prägung zu schaffen. Den Typ des deutschen Zionisten, der von der Idee des Zionismus übermächtig ergriffen ißt, eines NatioDaljuden, der erfüllt ist von heisser Liebe zu seinem Volk, zu seinem Land, sodass sein ganzes Denken und Bandeln darauf gerichtet ist, sich zu einem Volljuden zu entwickeln, der all die jüdischen Kulturwerte unserer stolzen Vergangenheit für sich auszuschöpfen fuebt, um sich eine echt jüdische Weltanschauung zu zimmern. Ein moderner Jude, der zwar die allgemeine Moderne kennt, alle Wissensstoffe und Erscheinungen des Lebens aber als Jude wertet und sich nicht von den Strömungen des Tages fortreissen lässt. Ein wahrer Jude, der sich innerlich abge'öst hat vom heutigen Europäertum der ethischen und sozialen Dekadenz und sich zuwendet der ethischen und sozialen Menschlichkeit der jüdischen Lehre. Solange wir in unserer Mitte einen Führer der geschilderten Art noch nicht haben, dessen Führung wir uns alle, so verschieden wir auch denken mögen, anvertrauen mögen, anvertrauen können, muss an dessen Stelle eine Führerschaft treten, ein Generalstab gewissermassen, zusammengesetzt aus Vertretern der einzelnen Trnppetgattungen, die es verstehen, die verschiedenartigen Ktäfte der jüdischen Masse zu mobilisieren und' im gemeinsamen Bemühen einer immer stärkeren Vervollkommnung entgegenzuführen. Dieser Gemeinschaftswille muss uns alle beseelen, um so die allen Zionisten vorschwebende Volksgemeinschaft zu erre;chen Dann, aber erst dann, bat ein Repräsentant der Z. V. f. D. das Recht, als Vertreter, im Namen des deutschen Zionismus, ant Kongressen aufzutreten. Wahrlich, wir sind noch weit vom Ziel, aber je grösser das Ziel, desto ehrenvoller, desto schöner die Arbeit Vor allem sollten wir Misrachisten mit allen unseren Kiäften mitarbeiten. Sind wir ja vielfach in der glücklichen Lage, aus einem jüdischen Milieu zu stammen, in dem uns jüdische Kenntnisse übermittelt wurden. .Unseren zionistischen Brüdern diese weiterzugeben, soll unsere besondere Pflicht sein Den Autbau des deutschen Zionismus, die Ausgestaltung der zionistischen Vereinigung zu einer grossen zionistischen, und deshalb rcht jüdischen Gemeinschaft halten wir für die wertvollste und wichtigste Arbeit Jeder einzelne Misrachist muss an dieser Arbeit teilnehmen, an jedem Ort, in jeder Gruppe. Und so demnächst ein Delegiertentag der Z. V. f. D. statt findet, müssen wir unsere Arbeit noch verstärken, um eine starke Vertretung auf dem Delegiertentag zu erlangen und unseren Einüuss geltend machen zu können. Dass wir mit unseren besten Kräften auf dem Delegiertentag erscheinen, muss uns eine Selbstverständlichkeit sein. Darum auf zur Arbeit! Zur Frage der landwirtschaftlichen Ausbildung. Von I-)ip!.-Agr. Moses Unna. Chcderah. Vor einigen Wochen leierte das Lehrgui des Misrachi in Rodges das Jubiläum seines 5 jährigen Bechens. Welche Summe an Arbeil. was für ein Wabrauch an geistigen und körperlichen Kräften diese 5 Lehrjahre bedeuten, können nur die voll ermessen, die'an diesem Werk aktiv Anteil genommen haben. L'nd dies wird wohl immer so sein. Tmmer wird Rodges von seinen verantwortlichen Menschen außerordentliche Leistungen verlangen, wenn es sich behaupten soll. Diese Tatsache macht es zu einer gebieterischen Notwendigkeit, alles zu tun. damit diese Ans! 1 engungen nicht nutzlos vertan werden, sondern den größtmöglichen Nutzeffekt haben: einmal dadurch, daß man die äußeren

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