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Zion · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. Seite 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 114 (sequence 8)
Language
German
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Seite 114 Z I 0 N Nr. 9 alten Heimat zählen, so können wir wenigstens ein grosses Ereignis zu seinen Gunsten buchen". Lord Robert Ceeil äusserte sich: „Auch ich glaube, dass, wenn einmal die Geschichte des Krieges ganz unparteiisch geschrieben werden wird, man die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte und die Schaffung des Völkerbundes als eine seiner beiden grössten Ergebnisse nennen wird". Und dieses grosserer grösste Ergebnis des Weltkrieges sollte nicht einer nachdrücklichen Betonung und Unterstützung wert sein? Wir rufen nicht nach englischen Bajonetten. Wir wünschen aufrichtg ein freundschaftliches Verhältnis zu den Arabern. Und wir sind gerecht und objektiv genug, um auch in diesen Tagen des Schreckens zu erkennen, dass für die Greueltaten der fanatisierten und hemmungslosen Araberhorden nicht das ganze in Palästina lebende arabische Volk verantwortlich gemacht werden kann. Es leben in Palästina zahlreiche Araber, die menschlich genug denken, um diese Unruhen mit ihren furchtbaren Begleitumständen zu bedauern und zu verdammen. Es muss aber andererseits ausgesprochen werden, dass diese Schreckenstaten offenbar nur möglich waren, weil arabisch - nationalistische Scharfmacher noch immer die Hoffnung hegen, England und der Völkerbund könnten hinsichtlich des Palästinamandats einen Wort- und Treubruch begehen. Wenn es möglich war, dass die arabische Exekutive noch während der Unruhen die Zurücknahme der Balfourdeklaration und die Sperrung der Grenzen für jüdische Einwanderung von der britischen Regierung forderte, dass der Grossmufti von Jerusalem, dessen Rolle vor den Unruhen und während derselben noch dringend der Klärung bedarf, noch vor wenigen Tagen erklären konnte; erst nach Zurücknahme der Balfourdeklaration werde es dauernden Frieden in Palästina geben, wenn man endlich bedenkt, dass derselbe Mufti sich von Arabern anderer Länder Sympathiekundgebungen zugehen lässt, so ist es wahrlich an der Zeit, dass England und den Völkerbund so laut und deutlich, dass alle Welt, auch die Araber, hören und verstehen, erklären, dass sie mit ihrer moralischen und materiellen Macht hinter Balfourdeklaration und Palästinamandat stehen. Dann, wenn unser Recht auf die Arbeit im Lande einwandfrei festgelegt, wenn der Schutz unserer Rechte im Lande durch die Mächte der Welt gesichert ist, dann wird es unsere Aufgabe sein, die Araber davon zu überzeugen, dass wir auch ihren Interessen dienen, wenn wir verseucnte Sümpfe trockenlegen, steinige Böden in blühende Fluren verwandeln, sanitäre und technische Einrichtungen schaffen, — kurz, wenn wir das Land der Kultur erschliessen. IV. Wir aber haben die Aufgabe, die Aufbauarbeit in Erez-Israel fortzusetzen. Mit grösserem Schwung und grösserer Kraftentfaltung dennj je^, zuvor. Wir wären nicht Juden, und Erez- Israel wäre uns nicht das man pN, wenn uns Schwierigkeiten schreckten und Enttäuschungen entmutigten. Ja, wir wären nicht Juden, wenn Einschüchterungsversuche uns bestimmen könnten, ein als heilig erkanntes Ziel und einen als richtig erkannten Weg preiszugeben. Jetzt gilt es vielmehr, unsere Anstrengungen zu verdoppeln und zu verdreifachen, um durch eine grössere Einwanderung und durch ein schnelleres Tempo der Aufbauarbeit unsere Stellung im Lande zu festigen und zu verbessern. Erez-Israel, so lehren unsere Weisen, gehört zu den drei köstlichen Gaben, die nur durch Leiden errungen werden können. Durch das neue Leid ist uns das Land noch mehr ans Herz gewachsen. Dieses neue, allen Juden, und insbesondere allen traditionstreuen Juden gemeinsame Leid, möge uns fester mit einander verbinden und über bestehende Meinungsverschiedenheiten hinweg eine geschlossene Einheisfront für die Verteidigung unserer Rechte auf Erez-Israel schaften. am nna na» «a jntn -[vo »V3 naai "\ibn vnanhx. Tränenden Augen werden wir die Saat in den Boden streuen, der wieder einmal jüdisches Blut getrunken hat. Aber die Saat wird uns aufgehen und in Jubel werden wir sie ernten. Unser Vertrauen auf eine bessere Zeit und ein würdigeres und jüdischeres Leben für unser schwergeprüftes Volk ist nicht erschüttert. ."nom bz ans \wx <n nna *a Erez-Israels Not und die jüdische Jugend. Auf den Bergen Zions liegen die erschlagenen Brüder, in den Gefilden Judäas die toten Pioniere der Arbeit. In Schutt und Asche sind blühende Kolonien verwandelt, die beispiellose Hingabe unserer Chaluzim geschaffen. In Hebrons Mauern starrt der Thorajünger erkaltetes Auge anklagend zum Himmel: »Di» n noK* motyn riN r.ixih cpao nn» :ua bwaw nS uriehn ia *(n"p a"«r) bK~iw p*«a mim piDy — ntn nSiya. Einst sagte Rabbi Josi, Sohn des Chalafta, zu Rabbi Ismael seinem Sohn: „Willst Du die Schechinah auf dieser Welt erschauen, so beschäftige Dich mit der Thora in Erez-Israel". — Wo ist die Schechinah? Sie hat ihr Antlitz verhüllt. Und wir, die jüdische Jagend im Galuth? Trostworte sprechen? Wie kann man sich trösten, angesichts der Erschlagenen auf Zions Höhen? Schweigen. Wieder Schweigen. Dumpfer Schmerz. *a nw rta a»> (na 'i vby Staa. Dann aber spricht mahnend der Geist unserer gefallenen Helden: Was verharrt Ihr in untätigem Schmerz? Fragt Euch lieber: Wie weiter? Was nun? So zwingen wir uns nun zu einem Wort der Besinnung. Unglück trifft Jugend immer anders als die Alten, sie reagiert anders auf das Unglück. Jugend ist beweglicher, überwindet leichter. So sagt man wohl gemeinhin. Und doch liegen die Dinge hier nicht ganz so einfach. Für die ältere Generation war die Sache Erez-Israels eine Aufgabe, mit der man

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