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Zion · 1929-08-01 · 8 (8.1929) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
8 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 107 (sequence 13)
Language
German
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ZI Ö N Seite 107 sultat hätte auch dies nichts geändert: daran nämlich, dass beinahe zwei Drittel der palästinensischen Mandate, 18 von 29, der palästinensischen Arbeiter- Organisation zugefallen ist, während sich sämtliche übrigen Parteien in den Rest teilen mussten. Es tst ein schwacher Trost, dass innerhalb dieses Restes der Misrachi die meisten Stimmen (annähernd dreitausend) und, neben den Revisionisten, auch die höchste Mandatszabl erreicht hat — ein schwacher Trost deshalb, weil der Misrachi sich ja nicht mit der Rolle der „stärksten bürgerlichen Partei* zufrieden geben kann, insbesondere jetzt nicht, wo* er mit seiner Arbeiterschaft gemeinsam in den Wahlkampf zog. Es wird gut und notwendig sein, die Gründe dieses Misserfolges gerade in Palästina ernsthaft zu prüfen und sie nicht durch die Freude am Wachsen des misrachistischen Einflusses in der Diaspora zu übertäuben. Denn letzten Endes wird ja das Schicksal Palästinas doch nicht auf dem zionistischen Kongress bestimmt und auch nicht auf dem der Jewish Agency sondern im Lande selbst. Bund orthodoxer Kolonien. Einen Schritt vorwärts in dem Bestreben, den Misrachi im Lande, und zwar nicht nur in seinem Schulwerk, fester zu verankern, bedeutet ohne Zweifel die kürzlich auf Initiative des Misrachi und des Hapoe Hamisrachi erfolgte Gründung des Bundes orthodoxer Kolonien. Vorlänfig haben sich die vier Siedlungen Nachlath Jaakob, Kfar Gideon, Chittim und Schech Abrek angeschlossen. Auffällig ist, dass die geschlossenen jemenitischen Siedlungen, die doch zweifellos auch als gesetzestreu anzusprechen sind, vorläufig fehlen. Es scheint überhaupt, dass jenes vor einiger Zeit gemeldete Abkommen zwischen dem Misrachi und der Organisation der Jemeniten nicht praktisch geworden ist: bei der Wahl jedenfalls wurden zwei gesonderte jemenitische Listen aufgestellt, die je einen Kandidaten durchbrachten und ihren Stimmenüberschnss durch Listenverbindung den allgemeinen Zionisten resp. der allgemeinen Arbeiterorganisation zuführten. Das damit besiegelte vorläufige Scheitern der grundsätzlich so richtigen Politik des palästinensischen Misrachi, die orientalischen Gemeinden an sich heranzuziehen, statt sie anderen Einflüssen - u. a. auch dem der Revisionisten — zu überlassen, mag auch mit finanziellen Schwierigkeiten zusammenhängen, da politische Arbeit in diesen Kreisen mit besonderen Geldopfern verbunden ist. Vielleicht aber bietet die neue organisatorische Zusammenfassung der orthodoxen Kolonien eine neue Möglichkeit, an die Jemeniten usw. heranzukommen. Lehrerkündigungen! Während es dem Erziehungsdepartement der zionistischen Organisation gelungen ist, mit Hilfe einer Anleihe des Keren Hajessod, den Lehrern fast ihre gesamten Forderungen aus den früheren Jahren, sowie die Monate des laufenden Jahres pünktlich zu bezahlen, hat der Misrachi, bei den von ihm aus besonderen Fonds besoldeten Lehrern, leider keine Stabilisierung erreichen können: er hinkt mit der laufenden Bezahlung stets 2—3 Monate nach und hat noch keinen Pfennig von den früheren Schulden an die Lehrer abgetragen. Ja, noch mehr: dieses Jahr sind die ausschliesslich vom Misrachi abhängigen Lehrer vorsorglich gekündigt worden, was im letzten Jahr mit allen Lehrern geschah, nun aber, dank der finanziellen Konsolidierung, vermieden werden konnte. Sollte es nicht an der Zeit sein, auch endlich einmal den Misrachi zu konsolidieren und ihm vor allem keine neuen Aufgaben aufzuladen, bevor er seinen alten Verpflichtungen nachgekommen ist? Aktivität des Oberrabblnats. Man beklagt sich in religiösen Kreisen des Landes häufig darüber, dass man wenig von der Arbeit des Oberrabbinates spüre. Deshalb ist es erfreulich, wenn gerade aus der letzten Zeit einiges von der Tätigkeit der Oberrabbiner berichtet werden kann. An der Sitzung der „Assefath Haniwcharim", die Ende Juni in Tel-Aviv stattfand, um die sechs Delegierten des Jischuw zur Jewish Agency zu wählen — unter ihnen R a w U s i e 1, den sephardischen Oberrabbiner Tel-Avivs — beteiligte sich R a w Jakob Meir persönlich. Damit ist jener Konflikt, dtr vor etwa 34 Jahren die einheitliche Selbstverwaltung des Jischuws zu sprengen drohte, nunmehr auch symbolisch fbeseitigt: der damalige Widerspruch des sephardischen Teils des Oberrabbinats gegen die Knesseth Jisrael, der Raw Jakob Meir vorübergehend an die Seite der Agudath Jisrael führte, ist endgültig fallen gelassen worden. Während des Wahlkampfes entfaltete Raw Kuck eine gewisse Aktivität zu Gunsten des Misrachi, dem er formell ja eben so wenig wie der Zionistischen Organisation als solcher angehört, und erliess einen Aufruf, die Liste des Misrachi zu wählen. Sei auch das endgültige Ziel palästinensischer Entwicklung ein geeintes, parteiloses Volk, das sich einmütig um die Thora schare, so könne dieses Ziel im Augenblick doch nur durch Stärkung der Partei der Thora, eben des Misrachi, erreicht werden. Noch grössere Bedeutung als dieser Aufruf hat ein Brief, den Raw Kuck an die „Allgemeine Arbeiterorganisation" gesandt hat. Er drückt darin seinen Dank dafür aus, dass sie in diesem Jahre jene mit Verletzung des Religionsgesetzes verbundenen Schwuothfeiern inhibiert hat, die im vorigen Jahre so unliebsames Aufsehen erregten, und von denen der „Frankfurter Israelit* behauptet, sie hätten auch dieses Jahr stattgefunden. In Wirklichkeit haben sie nicht stattgefunden, und der Dankbrief Raw Kucks, der die Hoffnung auf weitere Zusammenarbeit zum Ausdruck bringt, bezeugt dies vor aller Welt. Und er bezeugt noch mehr: die Möglichkeit religiöser Einwirkung seitens des Oberrabbinats auch auf solche Kreise, die ihm an und für sich fernstehen. Von der Tätigkeit der Aguda. Man merkt nicht viel davon — mit Ausnahme

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