Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 7 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 95 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 2 I 0 N Seite 95 hofften Entlastung des medizinischen zionistischen Budgets empfingen wir eine schwere Kritik unserer ganzen medizinischen Arbeit. Bis zu dieser amtlichen Stellungnahme war jede Kritik als „Entstellung und Uebertreibung der Hadassahgegner", war die Unabhängigkeit von der „politischen" Executive als Garantie für die „sachlich gute und rationelle Arbeit" der Hadassah hingestellt wurden; jetzt waren diese Argumente nicht mehr anzubringen. Auch wussten massgebende Personen in Basel, dass die von der Joint Pal. Survey Commission entsendeten Experten sich eine für die Oekonomie der Hadassaharbeit nicht schmeichelhafte Meinung gebildet hatten '\ Damit war in jenem Augenblick die Kampfkraft der Hadassahdelegi* rten gebrochen. Die Hadassahleitung sab Bich zur allgemeinen TJeberraschung veranlasst, obigem Kompromissvorschlag der sanitären Kommission zuzustimmen, die Gegnerschaft der Arbeiterparteien durch eine Subvention von engl. L 10000.— an die K. Ch. zu beschwichtigen, einer Debatte aas dem Wege zu gehen und... der Kongress erfuhr nichts von alledem. Die neue Executive hat im Jahre 1927 28 den Reorganisationsbeschluss des Kongresses nicht zu re alisieren versucht. Die Zion. Executive hat den Voranschlag der Hadassah für 1928/-'i 9, der auf engl. L. 148 000.—.— (!) lautete, ohne Prüfung der einzelnen Posten — die Hadassahdirektion lehnte, jede Bitte der Executive um Aufklärung oder schriftliche oder mündliche Erörterung ab — um einen gewissen Betrag reduziert und den so geänderten Vorschlag dem A. C. in Berlin vorgelegt. Das A.-O. bat mit Rücksicht auf die allgemeine Lage — die sich noch schlimmer gestaltete — die Summe weiter gekürzt, aber mangels geeigneter Unterlagen und wegen der Mahnung der Sprecherin der Executive, nicht zu radikal zu sein, wo noch kein Weg der Verbilligung sichtbar wäre, sich mit einer massigen Reduktion begnügt. — Das A.-C. erfuhr allerdings nicht, dass ein in einem Bureau der zionistischen Executive ohne Zutun der Hadassahdirektion ausgearbeiteter detaillierter Budgetentwurf für 1928/29 sich in der für die A. C.-Sitzung vorbereiteten medizinischen Aktentasche befand. Dies Elaborat stellte die Etappe I eines Reformplanes dar. In der Einleitung heisat es dort: „...Amerika hätte11 — 1928,29 - „statt 128180.—.— nur 82 000.—.- engl. Pf. zu liefern. Diese erste Etappe hat zur Richtschnur Oekonomisierung und Rationalisierung des Betriebes ohne Rücksicht auf Aenderungen, welche durch Regelung der Arbeitsteilung zwischen Hadassah und den medizinischen Landesorganisationen vorzunehmen wären2). Mit der ersten Etappe, in der die Hadassah ihren Wirkungskreis unverändert beibehält, ist nicht das Optimum!) siehe: Reports of the experts .... Boston 1928 S. 662—670 über Spitäler und Ambulanzen. 2) Etappe III des Relormplanes. der zu erstrebenden Oekonomisierung und Rationalisierung erreicht. Dies wäre der Etappe II vorbehalten..." (Fortsetzung folgt.) Palästinensische Notizen. „Landauwald." Der Poale Misrachi hat einen schönen Gedanken zur Ehrung seines vor Jahresfrist verstorbenen Führers Sch Ch. Landau gefasst und hat es verstanden, diesen Gedanken an die leitenden Männer des Keren Kajemeth Lejisrael heranzutragen und seine praktische Durchführung zu veranlassen. In unmittelbarer Nähe der Poale-misrachistischen Siedlung Scheikh Abrekh, deren hebräischer Name gleichfalls einen Hinweis auf Landau enthalten soll, wird, im Rahmen der Aufforstungsarbeiten des Nationalfond, ein eigener Wald entstehen, der das Andenken des Führers lebendig festhalten soll. Am Sonntag der Jahrzeit fanden in fast allen palästinensischen Städten und Kolonien Sammlungen für den Landauwald statt, zu denen der Keren Kajemeth eine besondere Marke mit Landaus Bildnis hatte drucken lassen und für die sieh die misrachistische Jugend zur Verfügung stellte. Man darf hoffen, dass die Aktion ein ansehnliches Ergebnis zeitigte. Auch sonst wurde der Gedenktag durch Gedächtnisversammlungen an zahlreichen Orten, durch eine Sondernummer der „Netiwa", des palästinensischen Poale Misrachi-Organs, sowie durch mehrere Beiträge in der laufenden Nnmmer des „Hator" würdig begangen. „Fragen der Lehrer-Organisation." Bekanntlich sind fast alle an den zionistischen (einschliesslich der misrachistischen) Schulen tätigen Lehrer in der allgemeinen ,,Lehrer-Organisation', zusammengefasst. Es ist aber ganz natürlich, dass zwischen den beiden dort vertretenen Hauptgruppen, den Lehrern an den allgemeinen und denen an Misrachi- Schulen, gelegentlich Gegensätze auftreten; noch selbstverständlicher ist es, dass beide Gruppen gewisse Fragen, vor allem solche pädagogischer Art, im Kreise der engeren Gesinnungsfreunde zu erörtern wünschen. So haben denn Bchon seit längerer Zeit sowohl die Misrachi-Lehrer wie ihre „allgemeinen" Kollegen die Bildung von Sondergruppen angestrebt, die aber selbstverständlich auch weiterhin innerhalb der allgemeinen Organisation bleiben und nur die wirklich spezifischen und nicht gemeinsam zu lösenden Fragen intern besprechen sollten. Eine bereits vor Jahren in die Wege geleitete Gründung der Misrachi-Lehrerschaft ist wohl vor allem an der Gleichgültigkeit vieler Lehrer selbst gescheitert; ein neuerdings unternommener Versuch, der auf sehr viel Interesse der Lehrer stiess, wurde umgekehrt gerade von manchen