Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 7 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 90 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 90 Z I 0 N Nr. 7 stellen. Die Gründe, aus denen die Jemeniten den Vorschlag ablehnten, auszuführen, würde zu weit führen. Kurz sei nur erwähnt, dass die Schule nicht aus den allgemeinen Mitteln des Erziehungsdepartements, sondern aus dem Sonderbudget von engl. Ff. ] 2000.—.—, das der Misrachi vom Eongress bewilligt bekommen hatte, erhalten wurde. Der Misrachi strich diese Schule aus seiner Liste im Verlauf der Verhandlungen über die allgemeine Schule in Sichron Jaakob. Das Erziehungsdepartement zieht verschiedene Schlüsse aus diesem Zwischenfall: 1) Die gefundene Lösung stärkt die Sache der religiösen Erziehung in Palästina, ein Ziel, das von weiten nichtmisrachistischen Kreisen angestrebt wird. 2) Der Zwischenfall zeigt, dass die Bevölkerung das Monopol der Jüdischkeit und der religiösen Erziehung nicht einer einzelnen Gruppe geben will Sie verlangt Stellungnahme zur Jüdischkeit und religiöser Erziehung als allgemein-jüdisches Recht und Pflicht, unabhängig von politischen oder religiösen Parteien. In dieser Hinsicht stehen die Leute auf gutem jüdischen Boden. 3) Vorkehrungen sind zu treffen, um ökonomische und geistige Forderungen beim Uebergang von Schulen einer Kategorie zur anderen von einander zu trennen. 4) Der Zwischenfall von Sichron Jaakob, zusammen mit anderen ähnlicher Art, zeigt zweifellos die Notwendigkeit einer Ueberprüfung der Verfassung des zionistischen Erziehungs&ystems in Palästina. 5) Wenn nicht das Verwaltungssystem klar und deutlich festgelegt wird, müssen die inneren pädagogischen Bedürfnisse und die Ausdehnung des Schulwerks auch weiterhin notleidend bleiben. 6) Ein administratives, eng verbundenes System zionistischer Erziehung in Palästina war niemals so notwendig wie jetzt, da auf seiner Einheit alle Forderungen gegründet sind, die wir gegenüber der Regierung wegen deren geplanten Erziehungsverordnung stellen müssen. Es ist die Hoffnung des Erziehungsdepartements, dass der XVI. Kongress das ausführen wird, womit zu beschäftigen das Aktions-Comite im Juli 1928 sich weigerte, obwohl seine Aufmerksamkeit auf die Gefahren, die aus einer nicht genügenden Schulverfassung erwachsen, hingewiesen worden ist. Soweit gehen die Ausführungen der verantwortlichen Leiterin des zionistischen Erziehungsdepartements, Miss Szold. Wir sind ausserordentlich dankbar für die eingehende, nnd wie es scheint, unparteiische Schilderung dieses Zwischenfalles. Aber in Berücksichtigung alles des von ihr Angeführten, sowie auch des ganzen Schriftwechsels, den sie uns in Abschrift mitgeschickt hat, und den hier wiederzugeben aus Raummangel nicht möglich ist, können wir ihren ßchiusBfolgerungen nicht beistimmen. Auch aus der ■seit Monaten sich hinziehenden Kontroverse zwischen [palästinensischen Anhängern des allgemeinen Schaltwerks und denjenigen der Misrachi Schul-Forderungen> sowie aus verschiedenen Verlautbarungen von Miss Szold und dem Direktor des Erziehungsdepartements Herrn Berkson, geht für uns hervor, dass der Fall Sichron Jaakob von rein symptomatischer Bedeutung ist und zeigt, dass starke Kräfte am Werk sind, um die Autonomie des Misrachischulwesens einzuschränken, was gleichbedeutend wäre mit seiner Zerstörung. Die formalistische, ihr Hauptaugenmerk auf die administrative Seite des Schulwerks legende Auffassung, die aus den obigen Ausführungen von Miss Szold spricht, scheint uns nicht geeignet, die Erziehungsarbeit in Erez-Israel zu fördern. Wir könnten uns z. B. denken, dass die Einheit des Erziehungswesens, auf die Miss Szold solch überwiegenden Wert legt, im Falle von Sichron Jaakob dadurch zum Ausdruck hätte kommen können, dass die Leitung des Schulwerks selber das Referendum der Elternschaft herbeiführt, wenn diese entgegen dem „eingeführten Brauch*' trotz verschiedener Aufforderungen, diese Massnahme nicht selber vornimmt. Die Einheit müsste sich dadurch ausdrücken, dass das „zionistische Erziehungsministerium" sich als wirklich unparteiisches Haupt des gesamten Schulwerks, sowohl des allgemeinen, als auch des misrachistischen, empfindet. Besonders die Schlussfolgerungen, die Miss Szold aus dem Vorfall Sichron Jaakob zieht, beweisen, dass eine Gegnerschaft besteht gegen das Schulwerk de3 Misrachi, an dessen Stelle man ein „allgemeines religiöses Schulwesen" neben dem allgemeinen u n religiösen stellen möchte. Unserer Auffassung von der Bedeutung des Schulwesens, dieses Fundamentes der Entwicklung von Volk und Land, entspricht es nicht, wenn man die Sorge für die Entwicklung des kindlichen Geistes nach der Norm unseres Gesetzes in Hände legt, die auf der anderen Seite auch die Leitung solcher Schulen unter Bich haben, in denen für unsere Begriffe eine unjüdische oder verfälscht jüdische Erziehung gegeben wird. Der jüdische Geist, den wir verbreiten wollen, kann so nicht gepflegt werden. Jüdischkeit kann nur entstehen in einem Milieu, das sich selbst ohne Einschränkung den Forderungen der Tradition unterwirft und nicht aus einem solchen, das teilweise traditionell und teilweise traditionsgegnerisch erziehen muss. Bestenfalls wäre die Einrichtung eines „allgemein religiösen" Schulwerks ein Experiment, die Zukunft des Judentums ist uus zu heilig, um Experimente mit ihr zu machen. Wir weisen es zurück, dass es politische Beweggründe sind, die unseren Forderungen zu Grunde liegen. Zu unserem Bedauern sind wir darauf angewiesen, jede unserer Forderungen zu erkämpfen und zu verteidigen mit politischen Mitteln, auf Grund von Vertragsbestimmungen und Herbeiführung von Mehrheitsbeschlüssen. Nicht wir haben hierzu die Ver-