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Zion · 1929-06-01 · 6 (6.1929) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
6 (6.1929)
Date
1929-06-01
Page
Seite 77 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 6 Z I 0 N Seite 77 verklausuliert ist, sondern auch aus einem inneren Grund. Die Linie der Politik, die die Aguda gerade auf religiösem Gebiet verfolgt, in der Galuth, wie vor allem in Erez-Israel, würde uns eine Mitarbeit unmöglich machen. Die Stellung der Misrachisten zu der Frage des Austritts ist verschieden. Wir haben auch unter unseren führenden Mitgliedern Mitglieder orthodoxer Sondergemeinden und entschiedene Verfechter der Einheitsgemeinde. Aber wenn, wie in Erez-Israel, das gesamte religiöse Judentum auf Thora und Tradition aufgebaut ist, das Rabbinat des ganzen Landes geschlossen sich der jüdischen Halacha untergeordnet und einen Mann zum Führer sich gewählt hat, der schöpferisch der Welt zeigt, wie wieder von Zion aus Thora ausstrahlt, und wenn dann trotzdem der Geist des Separatismus in dies Leben hineingezwängt werden soll, dann können wir, aus religiösem Verantwortungsgefühl, nicht mittun. (Warum „Gemeinde-Orthodoxe", die in den gemischten Gemeinden der Galuth mitarbeiten, die Politik des Austritts aus den durchweg traditionellen Gemeinden Erez-Israels mitmachen, ist eine Frage, die nicht wir zu beantworten haben. Und die auch die Anderen uns noch nie beantworten konnten.) Wir hoffen, dass auch zum praktischen Miteinanderarbeiten die Stunde kommen wird und begrüssen die Resolution als einen ersten Schritt. * * Von den Worten, die die Gegner der Leipziger Entschliessung zur Bekämpfung des Antrages gebraucht haben, muss eines zurückgewiesen werden. Rabbiner Pinchas Kohn warnte davor, den Weg Esriel Hildesheimers s.A. zu verlassen. Wir wissen, dass in Auseinandersetzungen, wie die in Leipzig gewesen sein mögen, manchmal Worte gebraucht werden, die man nicht auf die Wage legt. Aber hier geht es um etwas, wo die, denen das Andenken Hildesheimers teuer ist, keinen Spass verstehen. Wer verlässt den Weg Hildesheimers? Hat Rabbiner Kohn die ungarische Orthodoxie nicht stets als die Elle hingehalten, nach der man Religion zu messen habe, diese ungarische Orthodoxie, gegen die sich Hildesheimers ganze Karapfnatur wandte und von der besiegt (frage niemand mit welchen Mitteln besiegt!) er das Feld räumen musste, um in Berlin grösser fortzusetzen, was er in Eisenstadt begonnen hatte, weiter befehdet von denen, die zu klein waren ihn zu verstehen? Und nochmals: wer verlässt den Weg Hildesheimers? Die, welche in Erez-Israel wirken und in unserem Sinne Jugend heranziehen wollen? Oder die Anderen, die aus dem Geist des Fanatismus heraus uns wegen dieser Arbeit, dieser h\h ma^ verketzern? Wer diese Frage beantworten will, der lese, was Esriel Hildesheimer schrieb über die „verwegenen Terroristen .denen „Schulen" der Popanz ist, mit dem man die Bevölkerung schreckt und Über ihre „Rückenhalter in Europa." Man bekämpfe den, der für Einheit des religiösen Judentums, für p« mn nj? min auch in Erez-Israel ist, man bekämpfe sie. Aber fühlt man sich zu schwach in diesem Kampf, dann — nicht den Geist Hildesheimers zitieren. Er ist bei den anderen Bataillonen.' * * Dieser Monat heisst „Kongresswahlen", und bringt jedem von uns, jedem von euch die Mahnung: „Zionisten werben, Misrachisten werben, Schekel absetzen. Und die Wähler an die Urne bringen." bxw> min »b Smtr» uyb bn^v p». Deshalb letztes Gebot: die Misrachiliste wählen! Denn der folgende Monat heisst: Kongress. Offene Fragen. Eine Aufsatzreihe von Dr. Ernst Simon, Jerusalem. Vorbemerkung. Moralische Politik und Publizistik lässt sich von der üblichen durch einen nnveriälschbaren Masstab unterscheiden: ob sie Kritik nach innen, im eigenen Lager, übt und wagt Die übliche Politik wendet 'all ihre Schärfe nur nach Aussen und kennt ganz verschiedene Urteilsmasstäbe, je nachdem, ob es sich am Freund oder Feind handelt. Und selbst diejenigen, deren Gewissen immerhin solche Verschiedenheit peinlich empfindet, trösten sich für gewöhnlich mit der Ausrede: der andere solle anfangen, dann werde man nachfolgen. Und so fängt niemand an, und so bleibt alles beim alten, und so gibt es Kriege und Friedensschlüsse, Intrigen und Wahlschwindel, kurz: Politik! Niemand durchbricht den Zauberkreis, und wir bleiben verzaubert und unerlöst. Wenn diese Zeitschrift, bei ihrer kritisch-bejahenden Haltung dem Klal Israel gegenüber vor der Dafür kannst Du etwas tun — am 23. Juni!

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