Mannheim
Compact Memory

Zion · 1929-06-01 · 6 (6.1929) · p. Seite 75

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
6 (6.1929)
Date
1929-06-01
Page
Seite 75 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3133276-3139346-3139352--0104-3139583
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 6 Z I 0 N Seite 75 gedanken, für Erez-Israel Geist, unsere Verbundenheit mit dem werdenden Erez-Iarael und das Gefühl, dass gleichgültig was im Gallith beschlossen wird, die Zukunft des Judentums in Erez-Israel gebaut wird. Aber die Geschichte des Kongresses hat gelehrt, in Fragen des sozialen, ökonomischen und kulturellen Aufbaues des Landes gehen Ansichten zwischen Zionisten auseinander und es würde eine Gewissensbedrückung bedeuten, die wir im Zionismus immer abgelehnt haben, wollte man hier Gesinnungsgenossen hindern, den Kampf für ihre Grundsätze auf allen Fronten zu führen. Auch die Ehrlichkeit unseren Partnern in der Agency gegenüber verlangt es, dass wir in allen Fragen, auf die nicht schon die Prinzipien des Zionismus eine eindeutige Antwort gegeben haben, das Recht unserer Meinungsäusserung behalten. Die Ehrlichkeit der Hingabe au ein -Zusammenarbeiten zwischen allen denen, die sich in den Dienst des Aufbaues stellen wollen und sich zu diesem Zweck iu der Agency zusammenfinden, vorlangt, dass wir als zionistische Individuen, aber nicht als eine Abstimmungsmaschine mit 50% Stimmen auf den Tagungen erscheinen. Hiermit soll keineswegs gesagt werden, dass wir innerhalb der Agency schlechtere Zionisten werden als vorher, hineingehen würden (wie ein Artikel in der Rundschau ey meinte), um Bundesgenossen in den anderen Fifty gegen die Zionismen zu suchen. Wer die Art des Zusammenarbeiteus gerade, z. B. der deutschen Zionisten über alle Parteirichturgen hhr.veg kennt, weiss, dass diese Auffassung durchaus unrichtig ist. Was aber kann den Männern, die diese Agency geschaffen haben, anders vorgeschwebt haben, als eine Körperschaft ins Leben zu ruten, die von der vollen Verantwortlichkeit für das Aufbauwerk getragen, die Möglichkeit hat, schöpferisch an dem Werk mitzuarbeiten und in den Fragen, die ihnen lebenswichtig erscheinen, mit zionistischen Gruppen zusammen Majoritäten zu bilden. Hätten sonst unsere Partuer sich entschlossen, Mitglieder der Agency zu werden? Und zu welchem Zwecke sonst hat man Grundsätze, wie die der hebräischen Sprache, der Selbständigkeit der Siedler, der Unveräusserlichkeif des Bodens in die Konstitution der Agency hineingebracht, wenn nicht um zu sagen: „In den anderen Fragen entscheidet jeder Zionist nach seinem eigenen Gewissen?" Die Agency wird, ich sagte ea oben, ein Schwerpunkt der Verhandlungen in Zürich bilden. Aber nichtsdestoweniger werden auch andere Fragen eine Rolle spielen und es soll einem späteren Aufsatz vorbehalten bleiben, die Frage der neuen Exekutive anzuschneiden, dasBadget, wenn es vorliegen wird, zu betrachten und Wünsche hierzu zu formulieren. Aber auf einen organisatorischen Punkt, der bei der Diakussion innerhalb des Misrachi schon häufig mitgesprochen bat, m&g noch eingogangen sein. Es handelt sich um die Stellurg der Landsmannschaften. M*n kann die Zionistische Oiganisation entweder nach Landsmannschaften oder nach ideologischen Prinzipien gliedern. Die ursprüngliche Gliederung nach Landsmannschaften hatte sich in dem Moment überlebt, in dem die Gruppen innerhalb des Zionismus einen festen Standpunkt zu dem entstehenden Erez-Israel eingenommen hatten. Iu diesem Moment hat es sich gezeigt, dass das Grundprinzip, die Juden zu gliedern nach den Ländern, in die sie durch ein äusseres Schicksal verschlagen wurden, fallen müsse. Es bildeten sich die Föderationen der Linken und des Misrachi, die die Gedanken ihrer allgemeinen Weltanschauung in den Zionismus hineintrugen und dadurch ihren Zionismus sich voll zu eigen machen und vertiefen konnten. Wir sind nicht neben dem Zionismus noch sozialistisch, noch orthodox, sondern unser Zionismus iat der Ausdruck einer einheitlichen Grund anschau ung. Deshalb ist es falsch, von uns als Bindestrich-Zionisten zu sprechen, sondern wir haben durchaus das Recht, wenn ein Werturteil ausgesprochen werden soll, uns als Vollzionisten, nämlich von unserem Zionismus ' ausgefüllte Menschen zu bezeichnen. Ein Beispiel von uns: Wie weit sind wir nicht nur in politischer, sondern auch in allgemeinjüdischer Beziehung unterschieden von dem Gedankenkreis der Agudas Jisroel? Zeigt nicht die gesamte Stellung der kulturellen Arbeit des Misrachi in allen Ländern, in denen jüdisches Leben herrscht, einen grossen Unterschied zwischen unsrer und der Agudas Jisroel religiöser Einstellung?- Die Stellung im Kampf um den Klall- Gedanken in Erez-Israel, der Kampf um das Schul- und Bildungswesen von der Volksschule bis zur Universität hinauf. Das Zusammenarbeiten mit Juden anderer religiöser Einstellung zeigt es am deutlichsten. Wenn durch die Gründung der Födenehmt heute noch Schekel - und wählt Misrachi!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.