Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 64 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 64 Z I 0 N Nr. 5 die fraglichen Arbeiten nur in Pavillons nichtjüdischer Aussteller, z. B. der verschiedenen Regierungs-Departements, und seitens nichtjüdischer Arbeiter, ausgeführt worden sind. Trotzdem bedaure die Ausstellungsleitung die Vorkommnisse aufs Tiefste and versicherte, dass sie in Zukunft schon deshalb unmöglich seien, weil die Ausstellung stets am Freitag nachmittag punkt 4 Uhr geschlossen und nicht vor Ausgang des Sabbaths geöffnet werde: in dieser Zeit ist das Betreten des Geländes jedermann untersagt. Das Jubiläum der Lehrerorganisation. Vom 14. bis 18. April hat in Jerusalem ein Treffen der palästinensischen Lehrerschaft stattgefunden, das der Feier des 25-jährigrn Jubiläums der Hebräischen Lehrerorganisatiou des Landes galt, die bekanntlich von dem konservativen Juden Ussischkin gegründet wurde und heute von einem Misrachisten, Dr. J. Engel, Direktor der Taltnud-Thora ,, Misrachi" in Jerusalem, als erstem Vorsitzenden geleitet wird. Die Fragen der Tradition spielten während der Verhandlungen keine entscheidende Rolle, da die Tage&ordiiUDg wesentlich didaktischen und psycho-technischen Problemen gewidmet war. (In letztem Zusammenhang referierte der Lehrer an der Tei-Aviver Taebkenioni-Sehule Schiff mann über die Frage der Disziplin.) Immerhin kam am zweiten Tage der Schulinspektor des Misrachi, R a w Beermaun, in einun ausführlicheren Referat über dessen Schuiwerk zum Wort, bei dem er vor allem die pädagogischen Schwierigkeiten in der Abgrenzung nach rechts und links hervorhob. Auch bei der Festsitzung, die dem Jubiläum gewidmet war, und bei der Ussischkin zum Ehrenpräsidenten der Organisation ernannt wurde, kam das traditionelle Moment zum Durchbruch: einmal in der Rede Ussischkins selbst, der den Lehrern u. a. den Vorwurf machte, dass sie nicht genügend nach der Verbindung der neuen mit den alten Werten gestrebt und die nationale Tradition zu sehr vernachlässigt hätten, und zweitens, noch wirkungsvoller, in einem nächtlichen Gang zur Westmauer, mit dem die Feier scbloss: dort gedachte man, während die Menge in lautloser Ergriffenheit stand, der verstorbenen Gefährten: Prof. Schorr, der berühmte russische Kantor, sang „El maleh rachamim" und dann sagte man „Kaddisch". Auch bei der Schlussrede der eigentlichen Tagung, die Berachjahu, ein bekannter Lehrer am allgemeinen Seminar, hielt, kamen, wenn auch von einem anderen Gesichtspunkt, die besonderen Interessen der misrachistischen Lehrer noch einmal zur Sprache: er rühmte den Geist des Vertrauens und der Kollegialität, der trotz mancher Meinungsverschiedenheiten die Tagung beherrscht habe und nahm ihn als Beweis dafür, dass die misrachistischen Lehrer treue Anhänger der einheitlichen Organisation von Schule und Lehrerschaft seien, wenn sie auch, aus zwar begreiflichen, doch nicht ganz zu billigenden Gründen, bisher kein Wort des Protestes gegen anders lautende, oft sehr schroffe Aeusserungen einiger politischer Führer des Misrachi gefunden hätten. Die Worte waren in dieser Stunde und an dieser Stelle nicht recht am Platze, wiesen aber auf ein Problem, das auch in einer Zusammei kunft der Lehrer an Misrachischulen zu lebhaftem Ausdruck kam, und das noch näherer Erörterung bedarf. Etwas Statistik. Das prächtige Gedenkbuch — 439 Seiten in Grossformat und 7.4 Bilder! —, das die Lehrer- Organisation anlässlich ihres Jubiläums herausgegeben hat, enthält neben wissenschaftlichen Aufsätzen , pädagogischen Berichten, geschichtlichen Erinnerungen usw., eine überaus interessante Statistik, die in 26 Tabellen die Zusammensetzung der Lehrer nach den verschiedensten Gesichtspunkten (Familienstand, Herkunftaland, Staatsbürgerschaft, Gemeindezugehörigkeit, früherer Beruf, Muttersprache, Ausbildung, häusliche Erziehung, fremdsprachliche Kenntnisse, öffentliche und schriftstellerische Tätigkeit usw. usw.) untersucht. Von diesen Tabellen sind für uns diejenigen besonders interessaut, die sich mit der Parteizugehörigkeit der Lehrer beschäftigen. Da ergibt sich, dass 48,1 0 "o der Lehrer parteilos sind, während 51, 9 0 „ verschiedenen Parteien angehören. Unter diesen steht der Misrachi bei weitem an erster Stelle: ihm gehören von allen Lehrern des Landes 11,7% an und sogar 28,3 % von denjenigen, die sich überhaupt parteimässig gebunden haben. Dazu treten noch die Zahlen für den „Poale Hamisrachi" 2, 6 °/°: unter den sämtlichen Lehrern, 4, 9 °; o unter den parteimässig gebundenen. Was denkt Palästina über Rodges? Die ausgezeichnete Jerusalemer orthodoxe Monatsschrilt „Hahed", die von unserem Mitaibeiter Rabbi B i n j a m i n herausgegeben wird, bringt an leitender Stelle eine (etwas freie) Uebersetzung des Jubiläumsarlikels für Betzenrod-Rodges, der anlässlich des 5-jährigen Bestehens unseres Lehrgutes in der „Jüdischen Rundschau" veröffentlicht worden ist. Auch rbfrb *>pv Für jeden Juden einen Schekel!