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Zion · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 65 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 5 Z I 0 N Seite 65 dem deutseben Leser wird die Nachbemerkung der Redaktion interessant sein, die zeigt, welche Wertschätzung die landwirtschaftliche Ausbildungsarbeit des deutschen Misracbi und seiner Freunde in Palästina findet Sie lautet: „Die Frage einer landwirtschaftlich-traditionellen Erziehung ist für sehr viele fromme Elternhäuser Erez Israels überaus brennend. Die „landwirtschaftliche Jeschiwa", auf die der Misrachi schon seit vielen Jahren seine Sehnsucht richtet, ist noch weit von der Verwirklichung entfernt. Aber selbst wenn sie sich in naher Zukunft verwirklichen könnte, wäre sie doch nur für einen beschränkten Kreis von Erwachsenen bestimmt, und nicht für die Jugend nach Abschluss der Volksschule. Inzwischen aber entlassen unsere Volksschulen einen JahrgaDg nach dem anderen. Viele der Eltern wünschen ihren Kindern eine traditionell landwirtschaftliche Erziehung zu geben, und nur das Fehlen eines geeigneten Institutes verhindert sie daran. Sollte man nicht daran derjken können, auch in Erez Israel etwas derartiges zu schaffen, wie es die orthodoxen Juden in Deutschland fertig gebracht haben? Denen aber, die in Deutschland an diesem Werke arbeiten, müssen wir aus tiefstem Herzen znrufen: „Gott stärke Eure Kraft! Klein ist Euer Werk im Anfang, aber seine Zukunft wird sehr gross sein. Jeder fromme Landwirt aus Deutschland, der in das heilige Land kommt, bringt Segen für sich selbst und Segen dem ganzen Jischuw. Der Einfluss dieser Menschen ist gross, in den mannigfachsten Beziehungen. Sie werden nicht von ihrer Umgebung aufgesogen, sondern prägen sie mit ihrem Geist und mit ihrer Art. Erinnern wir uns nur daran, dass die Kwusah „Markenhof" ihre Küche umstellt wegen einiger Genossen, die aus Deutschland und Ungarn dorthin gekommen sind. Wenn das deutsche gesetzestreue Judentum klug ist, sollte es im Laute einer Generation ganz nach Palästina übersiedeln. Die Mittel dazu sind in seiner Hand. Es würde sich dadurch selbst vor der Assimilation retten, die ja schliesslich auch es bedroht, und würde dem ganzen Jischuw zum Segen werden. Hoffen wir, dass die Führer der Orthodoxie dort noch rechtzeitig diesen Weg beschreiten werden. Das ganze Judentum, der ganze Aufbau des Landes würden eine andere Richtung und ein anderes Gesicht erhalten. Besonders diejenigen, die den Gedanken von Dr. Nathan Birnbaum nahe stehen, sollten sich zu dieser grossen und wichtigen Sacheäussern". Mag auch dies „Echo" beinahe stärker sein als die Stimme, die es hervorrief: jedenfalls gibt es uns viel zu denken und — zu tun. Eine Zeitschrift orthodoxer Schriftsteller. Ungefähr die Richtung Nathan Birnbaums ist es auch, die in einer neuen, in zwanglosen Abstanden erscheinenden Tel Aviver Zeitschrift vertreten wird, die sich „Bittui", „Ausdruck" nennt. Als Herausgeber zeichnet die „Gruppe orthodoxer hebräischer Schriftsteller in Erez Israel". Die Hefte, die besonders geschmackvoll, auch mit Bildern, ansgestattet sind, kann ruan in ihrer Richtung etwa als „links-agudistisch" bezeichnen, was allerdings in der ersten Nummer stärker als in der zweiten zum Ausdruck kam: diese ist schon etwaä zahmer und parteifrommer geworden. Jedes Heft bringt, neben aktuellen Artikeln und Glossen, belletristische und wissenschaftliche Beiträge, z. B. über die ältesten hebräischen Drucke, oder über die frühesten asebkenasischen Gemeinden in Palästina. Eine sehr hübsche Idee verwirklicht das zweite Heft: dort sind die Glossen neben den Hauptartikeln drucktechnisch so angeordnet, dass sie diese etwa wie der Raschi-Kommentar das Innere des Talmuds begleiten. Damit hat eine typographische Eigenheit des echten hebräischen^Buches eine schöne Auferstehung gefunden. Diskussionen über Ideologie der Tradition. Dem Bedürfnis nach Vertiefung der orthodoxen Ideologie und nach einigermassen ungezwungener Aussprache ihrer Hauptprobleme dient ein von A. M. Lipschitz, Raw Simcha Assaf und Architekt S. Rubin ins Leben gerufener Jerusalemer Kreis traditioneller Intellektueller, der sich alle 14 Tage zu einer „Messiba" (zwanglosen Sitzung) versammelt. Von den verschiedensten Mitgliedern des Kreises wurden Referate, mit stets folgender lebhafter Diskussion u. a. über folgende Themen gehalten: „Der Entwicklungsgedanke und das orthodoxe Judentum", „Rabbinisches Recht und jüdische Schiedsgerichte", „Die Frage der Einheit und der Trennung", „Die Intellektnellen'und die Tradition", Die meisten dieser Themen nahmen zwei Abende in Anspruch. Oneg Schabbath — auch in Kowno. Ueber die Bewegung , Oneg Schabbath" wird nächstens Rabbi BiDjamin hier ausführlicher berichten. Deshalb stehe hier am Schluss nur die merkwürdige Nachricht, die der „Haaretz" soeben bringt: Dass man auch in Kowno eine Oneg Schabbath Bewegung ins Leben gerufen habe und die erste Jede Stimme zählt! Sorget, dass Jeder wählt!

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