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Zion · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. Seite 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 55 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Z I 0 N Seite 55 Ausser in dieser Konferenz sind im Unterhause bemerkenswerte Reden über Palästina gehalten worden und immer stärker wird auch dem Skeptiker vor Augen geführt, in welchem Masse das National Home das Interesse des englischen Politikers beherrscht. Aus mehreren Reden, die dort gehalten wurden, einige Schlagworte, die erhärten und zeigen mögen, wie die positiven Erfolge jüdischer Arbeit in Erez-Israel eingeschätzt werden: Commander Kenworthy führte u. a. aus: Es ist für die Regierung durchaus notwendig und folgerichtig, eine freundlichere Beziehung zu dem jüdischen Siedlungswerk und den jüdischen Siedlern herzustellen. Die Juden haben 10 Millionen Pfund in Palästina investiert; Gelder, die unter alt und jung, arm und reich, unter den Juden der englischen Dominions und Amerikas, wie unter den verarmten Juden Polens, Rumäniens und anderer Länder aufgebracht wurden. Im Lande herrscht Ruhe und Ordnung, Handel und Industrie entwickeln eich dank den Bemühungen der Juden, die danach streben, ihr altes Nationalheim mit Glanz aufzubauen. Diese Bestrebungen verdienen mehr Stütze und mehr Sympathie, als ihnen bisher zuteil geworden ist. Kenworthy forderte weiter Verständnis und Gerechtigkeit gegenüber den jüdischen Forderungen bezüglich der Klagemauer in Palästina und erhob gegen die englische Beamtenschaft in Palästina den Vorwurf, dass sie gegen die Juden gestimmt sei. Man müsse die englischen Beamten dahin belehren, dass sämtliche Parteien des englischen Parlaments in dem Entschluss einig seien, dass die Balfour-Deklaration in ihrem Geist und ihrem Wortlaut zu verwirklichen sei, und dass alle aus dem Palästina-Mandat resultierenden Verpflichtungen strikte zu erfüllen seien... Oberst Wedgwood führte aus: Die Bestrebungen der Jaden, ihr Nationalheim unter der englischen Flagge aufzubauen, in vollem Masse auszunutzen, ist grosse Notwendigkeit.,. Die Freundschaft zwischen England und Amerika könne nicht besser befestigt werden, als durch die Freundschaft mit dem jüdischen Volke in der ganzen Welt... Wedgwood berührte die Fragen der Anleihe und der Krediterleichterung für jüdische Kolonisation und fragte d8s Kolonialamt, ob man deshalb keine Krediterleichterung schafft, weil man befürchtet, dass dies dem Lande zu viel jüdische Emigranten zuführen werde. Eine solche Stellungnahme sei durchaus falsch. Palästina würde weit mehr prosperieren, wenn die Bevölkerung doppelt so gross sein würde, als sie heute ist. Die jüdische Einwanderung bringt auch den Arabern grossen Nutzen. Unterstaatssekretär für die Kolonien, Ormsby-Gore. führte u. a. aus: Ich war, lange bevor ich mein Amt antrat, ein überzeugter und eifriger Zionist... Ich sehe den Aufbau Palästinas im Sinne von Dr. Weizmann an. Wenn der zionistische Führer einmal sagte, er wünsche, dass Palästina ebenso jüdisch werde, wie England englisch ist, so war dieser Ausspruch vielleicht etwas unglücklich gewählt, und er wurde ihm falsch ausgelegt; ich glaube, dass Herr Dr. Weizmann damit sagen wollte, dass die jüdische Zivilisation in Palästina weder englisch, noch französisch, noch amerikanisch oder sonst wie, sondern rein jüdisch und dazu noch palästinensisch-jüdisch sein solle, und dass es das zionistische Ziel sei, die physischen, geistigen und wirtschaftlichen Bedingungen für das Heranwachsen von einer jüdischen Generation nach der anderen im Lande der Väter zu schaffen. Und so glauben die Juden, und so glaube auch ich, dass im Laufe der Zeit ein Volk der Denker und Dichter in Palästina entstanden sein wird, und dass ein Menschentyp emporwachsen wird, der die Literatur, die Religion und das Denken der Welt ungeheuer bereichern wird. Nicht die grosse Zahl wird es tun, sondern die Qualität; die höhere Qualität wird diesem Volke die wirkliche Freiheit bringen... Ich bin sicher, dass jede Regierung alles, was in ihren Kräften steht, tun wird, um die Verwirklichung des zionistischen Ziels, der Politik und der Ideale des Zionismus zu erleichtern, wie diese in den Bestimmungen des Mandates und der Balfour-Deklaration festgelegt ist... Die Verwaltung Palästinas steht mehreren einander widerstreitenden Interessen von höchst chaotischer Natur gegenüber. Es scheint aber als sicher festzustehen, dass sich in diesem Jahre mehr Gelegenheit ergeben wird, das jüdische Siedlungsland zu vergrössern. Es bleibt bei aller Erwägung, Gesetz und Ordnung bestehen zu lassen und Unruhen zwischen den verschiedenen Elementen hintanzuhalten, unsere Pflicht und unser Wunsch, die Verwirklichung der höchsten zionistischen Ideale und die jüdische Siedlung in Palästina zu fördern. * * * Unter den auf der Londoner Konferenz beteiligten Organisationen befanden sich auch 2 Delegierte der dortigen Agudas Jisroel, die, wie wir durch Anfrage festgestellt haben, dort lediglich informatorisch anwesend waren und sich an der Abstimmung nicht beteiligt haben, weil Entscheidung über Mitarbeit den zentralen Gremien der Agudas Jisroel überlassen bleiben sollte. Ob es demnach zu einer Mitarbeit der Agudas Jisroel an den Arbeiten der Agency kommen wird, ist eine Frage, die bisher nicht entschieden ist und wohl auch bis zum Zusammentritt des Council der Agency im Anschluss an den Züricher Kongress nicht entschieden werden wird. In diesem Zusammenhange ist nicht uninteressant eine Diskussion, die innerhalb der Agudas Jisroel selbst gegenwärtig im Gange ist, und die sich wiederum um die Frage „heraus aus dem Turm"? dreht. Aehnlich wie vor der 1. Knessioh wird auch jetzt wieder von manchen, insbesondere jüngeren Mitarbeitern, die Forderung erhoben, eine gemeinsame Plattform zu finden, um mit Gesinnungsgenossen aus anderen religiösen Lagern zusammen zu arbeiten und für ein bestimmtes Arbeitsgebiet eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft zu bilden. Genau wie vor der 1. Knesioh kommen demgegenüber aus den Kreisen der zentralen Verwaltung, ine-

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